Bedeutung und Ursprung
Das Wort "Doomscroll" setzt sich zusammen aus "Doom" (Verhängnis, Untergang, Unheil) und "Scroll" (das Scrollen auf einem Bildschirm). Es beschreibt das zwanghafte und oft endlose Konsumieren von negativen Nachrichten, beunruhigenden Inhalten oder Katastrophenmeldungen im Internet, typischerweise auf sozialen Medien oder Nachrichtenseiten. Man kann dabei das Gefühl haben, nicht aufhören zu können, obwohl es einem schlecht geht.
Der Begriff entstand und verbreitete sich stark während der COVID-19-Pandemie, als viele Menschen ständig nach Updates suchten und dabei oft mit einer Flut negativer Informationen konfrontiert wurden. Er ist ein Neologismus aus dem Englischen.
Verwendung im Alltag
Jugendliche verwenden "Doomscroll" oft, um eine bestimmte Verhaltensweise zu beschreiben, die sie bei sich selbst oder anderen beobachten. Es wird verwendet, um das Phänomen zu benennen und manchmal auch, um davor zu warnen oder es zu reflektieren.
Beispiele:
- "Ich habe gestern Abend wieder stundenlang gedoomscrollt und konnte nicht aufhören, die Nachrichten zu lesen."
- "Nach dem Doomscrollen fühle ich mich immer total down."
- "Versuch nicht zu doomscrollen, das macht nur schlechte Laune."
Kontext und Verbreitung
Der Begriff ist eng mit der Nutzung von Smartphones, sozialen Medien und Online-Nachrichtenplattformen verbunden. Er beschreibt eine Reaktion auf die ständige Verfügbarkeit von Informationen, insbesondere in Krisenzeiten (Pandemien, Kriege, Klimawandel). "Doomscroll" ist ein weit verbreiteter Begriff in der Online-Kultur und unter Jugendlichen, aber auch bei Erwachsenen, die viel Zeit im Internet verbringen. Er hat sich schnell etabliert, da er ein weit verbreitetes Phänomen prägnant beschreibt.
Hinweise für Eltern
- Verständnis zeigen: Wenn Ihr Kind den Begriff verwendet, ist es wichtig zu verstehen, dass es möglicherweise eine Belastung durch negative Online-Inhalte erlebt. Fragen Sie nach, was es genau damit meint und welche Inhalte es konsumiert.
- Gespräch suchen: Sprechen Sie offen über die Auswirkungen von zu viel negativen Nachrichten. Ermutigen Sie Ihr Kind, Pausen einzulegen und bewusst positive oder neutrale Inhalte zu suchen.
- Medienkompetenz fördern: Helfen Sie Ihrem Kind, Quellen kritisch zu hinterfragen und zu erkennen, wann es Zeit ist, das Handy wegzulegen. Vereinbaren Sie eventuell "bildschirmfreie Zeiten" oder Orte.
- Selbstfürsorge betonen: Erklären Sie, dass es wichtig ist, auf die eigene mentale Gesundheit zu achten und sich nicht von einer Flut negativer Informationen überwältigen zu lassen.
Verwandte Begriffe
- Infodemie: Eine übermäßige Menge an Informationen, die es schwierig macht, verlässliche Quellen zu finden.
- Fear of Missing Out (FOMO): Die Angst, etwas zu verpassen, wenn man nicht ständig online ist. Kann zum Doomscrollen beitragen.
- Revenge Bedtime Procrastination: Das Aufschieben des Schlafens, um Freizeit zu gewinnen, oft durch das Konsumieren von Medien. Kann auch zum Doomscrollen führen.
- Digital Detox: Eine bewusste Pause von digitalen Geräten und dem Internet.