Das simpelste System, das wirklich funktioniert: Anjas 4 Säulen
Dieses System ist so einfach, dass du es auch mit einem schreienden Baby auf dem Arm verstehen kannst. Es besteht aus vier Säulen: Überblick, Automatisieren, Regelmäßig prüfen und Kommunizieren.
1. Überblick schaffen: Wo geht mein Geld hin?
Das ist der erste und wichtigste Schritt. Keine Angst, du musst nicht jeden Kassenbon aufheben. Es geht darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, was reinkommt und was rausgeht.
- Deine Einnahmen:
- Was kommt monatlich auf dein Konto? Gehalt, Elterngeld, Kindergeld, Unterhalt? Schreib es auf oder schau in deinen Kontoauszügen nach.
- Deine Ausgaben:
- Fixkosten: Das sind die Beträge, die jeden Monat gleich sind und automatisch abgebucht werden: Miete, Strom, Internet, Handy, Versicherungen, Kita-Gebühren, Abos.
- Variable Kosten: Das ist der Rest: Lebensmittel, Drogerieartikel, Kleidung, Freizeit, Ausflüge, Geschenke. Hier kannst du am ehesten sparen.
Wie du das machst?
Nimm dir eine halbe Stunde Zeit. Öffne dein Online-Banking und schau dir die letzten drei Monate an. Du kannst:
- Eine einfache Excel-Tabelle nutzen.
- Eine Budget-App (z.B. Finanzguru, Outbank) verwenden, die deine Ausgaben kategorisiert.
- Ganz klassisch: Ein Notizbuch und Stift.
Mein Tipp: Das 3-Konten-Modell (oder 4-Konten-Modell)
Das ist super praktisch, um den Überblick zu behalten:
- Konto 1: Girokonto für laufende Ausgaben: Hier kommt dein Gehalt/Elterngeld/Kindergeld an. Von hier gehen Miete, Strom, etc. ab. Und hier ist das Geld für Lebensmittel und Co.
- Konto 2: Tagesgeldkonto für den Notgroschen: Dein Sicherheitspolster. Mehr dazu gleich.
- Konto 3: Tagesgeldkonto für Sparziele: Für Urlaub, neues Auto, Ausbildung der Kinder.
- (Optional) Konto 4: Gemeinschaftskonto für Paare: Wenn ihr ein gemeinsames Konto für gemeinsame Ausgaben habt.
2. Automatisieren: Dein Geld arbeitet für dich!
Das ist der Clou! Sobald du den Überblick hast, stellst du alles so ein, dass es von selbst läuft. Das nimmt dir enorm viel Kopfarbeit ab.
- Der Notgroschen: Das ist dein wichtigster Sparposten! Ziel sind 3 bis 6 Monatsausgaben auf einem separaten Tagesgeldkonto. Warum? Wenn mal das Auto kaputtgeht, du unerwartet arbeitslos wirst oder das Kind eine teure Zahnspange braucht, bist du vorbereitet und musst keine Schulden machen. Richte einen Dauerauftrag ein, der jeden Monat einen festen Betrag vom Girokonto auf das Tagesgeldkonto überweist, bis der Notgroschen voll ist.
- Sparziele definieren: Wofür wollt ihr sparen? Urlaub? Neues Sofa? Ausbildung der Kinder? Lege für jedes größere Ziel ein separates Tagesgeldkonto an (viele Banken bieten das kostenlos an) und richte auch hier Daueraufträge ein. So siehst du genau, wie nah ihr eurem Ziel seid.
- Kinderkonten: Auch für die Kleinen kannst du schon vorsorgen. Ein Sparbuch oder ein Junior-Depot (für langfristige Anlagen) sind gute Optionen. Auch hier kannst du einen kleinen Betrag monatlich per Dauerauftrag einzahlen.
- Alle Fixkosten per Dauerauftrag/Lastschrift: Stell sicher, dass alle deine monatlichen Fixkosten automatisch abgebucht werden.
3. Regelmäßig prüfen: Der Quick-Check
Du musst nicht jeden Tag deine Kontostände checken. Ein monatlicher oder quartalsweiser Quick-Check von 30 Minuten reicht völlig aus.
- Schau, ob alle Daueraufträge gelaufen sind.
- Überprüfe, ob du im Rahmen deines Budgets geblieben bist.
- Gibt es unerwartete Ausgaben?
- Musst du etwas anpassen? Vielleicht ist das Budget für Lebensmittel zu knapp oder du hast noch Geld übrig, das du zusätzlich sparen kannst.
4. Kommunizieren: Mit Partner und Kindern
Geld ist oft ein Tabuthema, aber das muss es nicht sein!
- Mit deinem Partner: Sprecht offen über eure Finanzen. Was sind eure gemeinsamen Ziele? Wer kümmert sich um welche Aufgaben? Es ist wichtig, dass ihr beide Bescheid wisst und an einem Strang zieht. Auch wenn einer von euch die Hauptverantwortung trägt, sollten beide immer einen Überblick haben.
- Mit deinen Kindern: Ja, auch schon kleine Kinder können lernen, mit Geld umzugehen. Altersgerecht natürlich! Mehr dazu gleich.
Aktuelle Zahlen und Fakten für Deutschland (2024/2025) – Dein Finanz-Wissen-Booster!
Gerade mit Kindern gibt es einige staatliche Hilfen und steuerliche Vorteile, die du kennen solltest.
Elterngeld 2024/2025: Was sich ändert
Das Elterngeld ist eine tolle Unterstützung in der Elternzeit. Hier gibt es ab 2024 und 2025 wichtige Änderungen bei den Einkommensgrenzen:
- Ab 1. April 2024: Die Einkommensgrenze für Paare, die Elterngeld beziehen wollen, sinkt von 300.000 Euro auf 200.000 Euro zu versteuerndes Einkommen im Jahr vor der Geburt. Für Alleinerziehende liegt sie bei 150.000 Euro.
- Ab 1. April 2025: Die Grenze für Paare sinkt weiter auf 175.000 Euro.
- Maximalbetrag: Du kannst maximal 1.800 Euro pro Monat bekommen (bei Basiselterngeld).
- Minimalbetrag: Auch wenn du vor der Geburt kein Einkommen hattest, bekommst du mindestens 300 Euro pro Monat.
- Partnermonate: Ab 1. April 2024 können Eltern nur noch einen Monat gleichzeitig Basiselterngeld beziehen, und das nur innerhalb der ersten zwölf Lebensmonate des Kindes. Ausnahmen gibt es für Frühchen, Mehrlinge und Kinder mit Behinderung.
Wichtig: Informiere dich immer aktuell auf der Webseite des Bundesfamilienministeriums oder bei deiner Elterngeldstelle, da sich die Regeln ändern können.
Kindergeld: Eine feste Größe
Aktuell bekommst du für jedes Kind 250 Euro pro Monat. Das ist eine wichtige Unterstützung für Familien und wird bis zum 18. Geburtstag gezahlt, unter bestimmten Umständen auch länger (z.B. während der Ausbildung).
Kinderfreibetrag: Steuerliche Entlastung
Der Kinderfreibetrag ist ein Betrag, der vom zu versteuernden Einkommen abgezogen wird und so deine Steuerlast mindert. Er wird bei der Einkommensteuererklärung berücksichtigt. Ob Kindergeld oder Kinderfreibetrag für dich vorteilhafter ist, prüft das Finanzamt automatisch im Rahmen der Günstigerprüfung. In der Regel lohnt sich der Kinderfreibetrag eher für Familien mit höherem Einkommen.
Sparer-Pauschbetrag: Steuern sparen beim Sparen
Wenn du Geld sparst und Zinsen oder Dividenden bekommst, musst du darauf Abgeltungssteuer zahlen. Aber es gibt einen Freibetrag: den Sparer-Pauschbetrag. Aktuell sind das 1.000 Euro pro Person im Jahr (für Paare 2.000 Euro). Bis zu diesem Betrag sind deine Kapitalerträge steuerfrei. Richte bei deiner Bank einen Freistellungsauftrag ein, damit die Steuer nicht direkt abgezogen wird.
Steuerklassen: Kurz erklärt
Gerade wenn einer von euch in Elternzeit geht oder ihr unterschiedliche Gehälter habt, ist die Wahl der Steuerklasse wichtig.
- Klasse III/V: Oft gewählt, wenn ein Partner deutlich mehr verdient. Der Besserverdienende hat Steuerklasse III (weniger Abzüge), der andere Klasse V (mehr Abzüge). Das führt zu einem höheren Nettoeinkommen im Monat, kann aber eine Steuernachzahlung am Jahresende bedeuten.
- Klasse IV/IV mit Faktor: Eine gute Option, wenn ihr ähnlich viel verdient. Der Faktor soll eine mögliche Steuernachzahlung am Jahresende vermeiden.
Lass dich hier am besten von einem Steuerberater oder dem Finanzamt beraten, was für eure individuelle Situation am besten ist.