Geld im Familienalltag: Warum am Monatsende immer zu wenig übrig bleibt
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    Geld im Familienalltag: Warum am Monatsende immer zu wenig übrig bleibt

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    Inhaltsverzeichnis
    17 Abschnitte

    Ihr Lieben Mamas,

    kennst du das auch? Der Monatsanfang fühlt sich an wie ein kleiner Sieg, das Konto ist gefüllt, und du atmest auf. Doch dann, schneller als ein Kindergeburtstag vorbei ist, ist das Monatsende da – und das Konto ist so leer wie die Süßigkeitenschublade nach einem langen Tag. Du fragst dich, wo das ganze Geld geblieben ist, obwohl du doch gefühlt nur das Nötigste gekauft hast? Du bist damit absolut nicht allein, meine Liebe! Dieses Gefühl kennen unzählige Mütter in Deutschland.

    Es ist frustrierend, manchmal beängstigend, und oft fühlt es sich an, als würde man einfach nicht gut genug mit Geld umgehen können. Aber ich verspreche dir: Das liegt selten an dir! Der Familienalltag in Deutschland bringt ganz eigene finanzielle Herausforderungen mit sich, die oft unterschätzt werden. Zwischen Windeln, Kita-Gebühren, dem neuen Fahrrad für den Großen und den ständig steigenden Preisen kann es sich anfühlen, als würde man auf einem Schleudersitz sitzen.

    Lass uns heute mal ganz entspannt bei einer Tasse Kaffee darüber sprechen, warum das Geld am Monatsende so oft knapp wird und was du tun kannst, um wieder mehr Überblick und Ruhe in deine Familienfinanzen zu bringen. Du musst kein Finanzprofi werden, um deine Geldsorgen in den Griff zu bekommen. Es geht darum, ein paar Dinge zu verstehen und kleine, aber wirksame Schritte zu gehen.

    Warum das Geld im Familienalltag so schnell verdunstet – die deutschen Realitäten

    Es gibt ein paar ganz typische Gründe, warum das Geld bei Familien in Deutschland schneller weg ist, als man "Kindergeld" sagen kann. Viele davon sind systembedingt oder einfach Teil des Lebens mit Kindern.

    1. Die Tücken des Elterngeldes und neue Regeln ab 2024/2025

    Gerade für Mamas, die in Elternzeit sind oder waren, ist das Elterngeld ein wichtiger Baustein. Aber hier gibt es ein paar Fallstricke und wichtige Änderungen, die du kennen solltest:

    • Einkommensgrenzen: Ab dem 1. April 2024 sinkt die Einkommensgrenze für Paare, die Elterngeld beziehen können, von 300.000 Euro auf 200.000 Euro zu versteuerndes Einkommen. Für Geburten ab dem 1. April 2025 sinkt sie weiter auf 175.000 Euro. Als Alleinerziehende liegst du aktuell bei 250.000 Euro, diese Grenze sinkt ebenfalls. Wenn dein Einkommen darüber liegt, hast du keinen Anspruch mehr.
    • Gleichzeitiger Bezug: Für Geburten ab dem 1. April 2024 dürfen Eltern Basiselterngeld nur noch maximal einen Monat gleichzeitig beziehen – und das auch nur innerhalb der ersten zwölf Lebensmonate des Kindes. Ausnahmen gibt es bei Mehrlingen, Frühchen oder Kindern mit Behinderung. Das bedeutet, ihr müsst eure Elternzeit noch genauer planen!
    • ElterngeldPlus & Partnerschaftsbonus: Diese Optionen sind super, um die Bezugsdauer zu verlängern oder wenn ihr beide Teilzeit arbeiten wollt. Aber auch hier muss man genau rechnen, wie sich das auf euer Gesamteinkommen auswirkt.

    Mein Tipp: Informiere dich unbedingt frühzeitig auf der Seite des Bundesfamilienministeriums oder bei deiner Elterngeldstelle über die genauen Regeln, die für dich gelten!

    2. Steuerklassen-Chaos und fehlende Freibeträge

    Das deutsche Steuersystem kann ganz schön verwirrend sein, oder? Gerade wenn einer von euch in Elternzeit geht oder Teilzeit arbeitet, kann die Steuerklassenwahl einen riesigen Unterschied machen.

    • Steuerklassen III/V: Oft wählt der Hauptverdiener (oft der Papa) Steuerklasse III und der geringer Verdienende (oft die Mama) Steuerklasse V. Das führt dazu, dass ihr monatlich mehr Netto habt. Aber Achtung: Am Jahresende gibt es oft eine hohe Steuernachzahlung, weil die Steuerlast nicht optimal verteilt war.
    • Steuerklassen IV/IV mit Faktor: Das ist oft die fairere und sicherere Variante, besonders wenn ihr beide ungefähr gleich viel verdient oder wenn du wieder in Teilzeit einsteigst. Hier wird die Steuerlast genauer verteilt und Nachzahlungen sind seltener.
    • Freibeträge nicht nutzen: Es gibt Freibeträge, die dir zustehen!
      • Kinderfreibetrag: Auch wenn du Kindergeld bekommst, wird der Kinderfreibetrag bei der Einkommensteuererklärung geprüft. Er kann sich lohnen, wenn euer Einkommen höher ist.
      • Alleinerziehendenentlastungsbetrag: Wenn du alleinerziehend bist, steht dir dieser Betrag zu. Er mindert dein zu versteuerndes Einkommen erheblich.
      • Kinderbetreuungskosten: Kita, Tagesmutter, Hort – diese Kosten kannst du bis zu zwei Drittel, maximal 4.000 Euro pro Kind und Jahr, steuerlich absetzen. Das ist ein riesiger Posten!
      • Haushaltsnahe Dienstleistungen: Putzhilfe, Gärtner, Handwerker – auch hier kannst du 20% der Lohnkosten (max. 4.000 Euro/Jahr) absetzen.

    Mein Tipp: Lass dich einmal im Jahr von einem Lohnsteuerhilfeverein oder einer Steuerberaterin beraten. Das kostet zwar etwas, aber es kann sich richtig lohnen und dir viel Geld zurückholen!

    3. Die unsichtbaren Kosten der Kinder – und die Inflation

    Klar, Windeln und Essen kosten Geld. Aber hast du schon mal an all die "versteckten" Kosten gedacht, die mit Kindern kommen?

    • Geburtstage: Nicht nur die Geschenke für die eigenen Kinder, sondern auch die für die Freunde.
    • Freizeitaktivitäten: Sportverein, Musikschule, Schwimmkurs – alles summiert sich.
    • Kleidung: Kinder wachsen so schnell! Und brauchen für jede Jahreszeit und jeden Anlass etwas Neues.
    • Schulausflüge, Klassenfahrten, Nachhilfe: Plötzlich kommen unerwartete Rechnungen.
    • Der "schnelle Kaffee" oder das Brötchen unterwegs: Wenn du nach einem anstrengenden Kita-Tag einfach keine Energie mehr hast, um zu kochen, und schnell etwas holst. Diese kleinen Beträge, die sogenannten "Kleckerbeträge", summieren sich unbemerkt.
    • Inflation: Die Preise für Lebensmittel, Energie und viele Dienstleistungen sind in den letzten Jahren gestiegen. Dein Geld ist einfach weniger wert als früher.

    Typische Fehler, die uns Mamas das Leben schwer machen

    Neben den äußeren Umständen gibt es auch ein paar Verhaltensweisen, die uns unbewusst in die Bredouille bringen können.

    1. Kein Überblick über Einnahmen und Ausgaben

    Ganz ehrlich, wer hat schon Lust, jeden Kassenbon zu sammeln und alles akribisch aufzuschreiben, wenn man abends todmüde ins Bett fällt? Aber genau das ist oft der größte Fehler: Wir wissen nicht genau, wohin unser Geld fließt.

    • Fixkosten vs. variable Kosten: Du kennst deine Miete und Stromrechnung, aber was ist mit den variablen Kosten für Lebensmittel, Freizeit, Kleidung? Hier liegt oft der Hase im Pfeffer.

    2. Impulskäufe und "Belohnungen"

    Nach einem stressigen Tag scrollst du durch Instagram und siehst dieses eine Teil, das du "unbedingt" brauchst? Oder du belohnst dich und die Kinder mit einem Eis oder einer Kleinigkeit, weil der Tag so anstrengend war? Das ist menschlich, aber diese kleinen Impulskäufe können das Budget sprengen.

    3. Kein Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben

    Die Waschmaschine geht kaputt, das Auto muss in die Werkstatt, oder das Kind braucht dringend neue Schuhe. Wenn dann kein Puffer da ist, muss man ans Ersparte oder im schlimmsten Fall an den Dispo.

    4. Fehlende Kommunikation über Geld in der Partnerschaft

    "Mein Mann kümmert sich um die Finanzen" – das höre ich oft. Aber meine Liebe, das ist gefährlich! Geld ist ein gemeinsames Thema und sollte auch gemeinsam besprochen werden. Wenn nur einer den Überblick hat, kann das zu Missverständnissen, Frust und im schlimmsten Fall zu Abhängigkeit führen.

    Schluss mit dem Monatsende-Blues: Praktische Schritte für mehr Finanz-Flow

    Jetzt aber zu den guten Nachrichten: Du kannst das Ruder herumreißen! Es braucht keine komplizierten Finanzstrategien, sondern kleine, konsequente Schritte.

    1. Schritt: Verschaffe dir einen Überblick – die Basis für alles!

    Das ist der wichtigste Schritt. Keine Angst, es muss nicht perfekt sein!

    • Einnahmen auflisten: Was kommt jeden Monat rein (Gehalt, Elterngeld, Kindergeld, etc.)?
    • Ausgaben tracken: Das ist der Knackpunkt.
      • Methode 1: Die App-Lösung: Es gibt tolle Apps (z.B. Finanzguru, Outbank), die sich mit deinem Konto verbinden und Ausgaben automatisch kategorisieren.
      • Methode 2: Das Haushaltsbuch (digital oder analog): Eine einfache Excel-Tabelle oder ein Notizbuch tun es auch. Schreibe eine Woche lang JEDE Ausgabe auf. Du wirst staunen!
      • Methode 3: Die Umschlag-Methode: Hebe für variable Ausgaben (Lebensmittel, Freizeit) am Monatsanfang Bargeld ab und teile es in Umschläge auf. Wenn der Umschlag leer ist, ist er leer.

    Mein Tipp: Mach das Ganze nicht allein! Setz dich mit deinem Partner zusammen. Zwei Augen sehen mehr als zwei, und es ist ein gemeinsames Projekt.

    2. Schritt: Dein Familien-Budget – der Fahrplan für dein Geld

    Wenn du weißt, wohin dein Geld fließt, kannst du planen.

    • Fixkosten: Miete, Strom, Versicherungen, Handy, Internet, Abos (Netflix & Co.) – diese Posten sind meist konstant.
    • Variable Kosten: Lebensmittel, Drogerie, Kleidung, Freizeit, Taschengeld, Geschenke. Hier kannst du am ehesten sparen.
    • Sparziele: Lege fest, wie viel du sparen möchtest (Notgroschen, Urlaub, größere Anschaffungen).

    Beispiel-Budget (fiktiv, nur zur Orientierung):

    PostenBetrag (fiktiv)
    Einnahmen gesamt3.500 €
    Miete1.000 €
    Nebenkosten200 €
    Strom80 €
    Internet/Telefon40 €
    Versicherungen120 €
    Handy60 €
    Kita/Hort300 €
    Lebensmittel/Drogerie600 €
    Kleidung100 €
    Freizeit/Hobbys150 €
    Transport (Auto/ÖPNV)200 €
    Rücklagen/Notgroschen200 €
    Übrig für Puffer/Wünsche450 €

    Mein Tipp: Die 50/30/20-Regel ist ein guter Startpunkt:

    • 50% für Fixkosten (Miete, Rechnungen, etc.)
    • 30% für Wünsche (Freizeit, Hobbys, Essen gehen, Kleidung)
    • 20% für Sparen und Schuldentilgung

    3. Schritt: Sparstrategien für den Alltag – ohne Verzicht!

    Sparen muss nicht wehtun. Es geht um bewusste Entscheidungen.

    • Der 72-Stunden-Regel: Siehst du etwas, das du kaufen möchtest? Warte 72 Stunden. Brauchst du es dann immer noch, oder war es nur ein Impuls?
    • Essensplanung: Plane deine Mahlzeiten für die Woche. Das spart Zeit, Nerven und Geld im Supermarkt.
    • Großeinkauf vs. Kleineinkauf: Ein großer Wocheneinkauf ist oft günstiger als viele kleine Einkäufe.
    • Abos checken: Brauchst du wirklich alle Streaming-Dienste oder Fitnessstudio-Mitgliedschaften?
    • Versicherungen prüfen: Bist du überversichert? Oder fehlen dir wichtige Versicherungen? Ein jährlicher Check lohnt sich.
    • Second Hand: Gerade bei Kinderkleidung, Spielzeug oder Ausstattung kannst du viel Geld sparen und tust der Umwelt Gutes.

    4. Schritt: Der Notgroschen – dein Sicherheitsnetz

    Drei bis sechs Monatsausgaben sollten auf einem separaten Konto liegen, auf das du nur im Notfall zugreifst. Das gibt dir unglaubliche Ruhe und Sicherheit. Fang klein an, auch 50 Euro im Monat sind ein Anfang!

    5. Schritt: Finanz-Talk in der Familie – gemeinsam seid ihr stark!

    Geld ist kein Tabuthema. Sprich offen mit deinem Partner über eure Finanzen.

    • Regelmäßige Finanz-Dates: Setzt euch einmal im Monat für 30 Minuten zusammen und besprecht Einnahmen, Ausgaben und Ziele.
    • Gemeinsame Ziele: Spart ihr für einen Urlaub, ein neues Auto oder die Ausbildung der Kinder? Wenn ihr ein gemeinsames Ziel habt, motiviert das ungemein.
    • Kinder einbeziehen: Erkläre deinen Kindern altersgerecht den Wert des Geldes. Taschengeld ist eine tolle Möglichkeit, den Umgang damit zu lernen.

    6. Schritt: Hol dir Unterstützung, wenn du sie brauchst!

    Du musst nicht alles allein schaffen.

    • Lohnsteuerhilfeverein/Steuerberater: Für deine Steuererklärung.
    • Verbraucherzentrale: Bietet oft günstige oder kostenlose Finanzberatung an.
    • Schuldnerberatung: Wenn die Schulden über den Kopf wachsen, ist das keine Schande, sondern ein wichtiger Schritt zur Besserung.

    Checkliste für deinen Finanz-Neustart:

    • Einnahmen & Ausgaben checken: Eine Woche lang alles tracken.
    • Budget erstellen: Fixkosten, variable Kosten, Sparziele festlegen.
    • Notgroschen aufbauen: Starte mit einem kleinen Betrag.
    • Steuerklassen prüfen: Mit Partner/Steuerberaterin besprechen.
    • Freibeträge nutzen: Kinderbetreuungskosten, Alleinerziehendenentlastungsbetrag, etc.
    • Abos & Versicherungen checken: Sparpotenziale finden.
    • Finanz-Date mit Partner vereinbaren: Regelmäßig über Geld sprechen.
    • Kleine Spar-Hacks im Alltag anwenden: Essensplanung, 72-Stunden-Regel.

    Du siehst, meine Liebe, es gibt viele Hebel, an denen du ansetzen kannst. Fang klein an, überfordere dich nicht. Jeder noch so kleine Schritt in die richtige Richtung ist ein Erfolg. Du bist eine starke Mama, die jeden Tag so viel managt – du schaffst das auch mit deinen Finanzen!

    Alles Liebe, Eure Anja 💚

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    Kommentare (3)

    Kommentare werden vor Veröffentlichung geprüft.

    Marlenevor fast 2 Jahren

    Dieses Gefühl kenn ich so gut! Wo is das Geld bloß hin? Elterngeld-Thema is auch bei uns mega relevant. Gut zu lesen, dass man damit nich alleine is. Macht Mut! 😅

    Anja• Antwort

    Freut mich, dass es Mut macht! Das Elterngeld ist wirklich ein Dauerbrenner bei vielen Mamas. Danke fürs Feedback! ❤️

    Carolinevor fast 2 Jahren

    Das Gefühl kenn ich nur zu gut! Man denkt echt, man ist die einzige, die am Monatsende nix mehr hat. Danke fürs Mut machen, das hilft schon mal sehr! 🥰

    Anja• Antwort

    Gerne, Caroline! Genau das wollte ich erreichen. Es ist wichtig zu wissen, dass man damit nicht allein ist. ❤️

    Ninavor etwa 2 Jahren

    Oh ja, bei uns is es auch grad super eng am Ende vom Monat. Die Kita-Gebühren und dann noch die ganzen extra Ausgaben für die Kids hauen voll rein. Bin gespannt auf die Tipps, das Thema is echt nervig! 😩

    Anja• Antwort

    Nina, das ist absolut verständlich. Die Kita-Kosten sind für viele Familien eine riesige Belastung. Die Tipps kommen bald! ✨

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    Anja Fischer
    Geschrieben von

    Anja Fischer

    Mama von drei Jungs (2019, 2021, 2023) und ganz nebenbei auch noch Gästehaus-Betreiberin und Content-Creatorin. Oder in kurz: Mama und Unternehmerin. Ich teile das, was für uns funktioniert - von Tipps & Tricks aus dem Mama-Alltag über Rezepte, Bastelideen, Orga- und Finanz-Tipps und vieles vieles mehr.

    Zuletzt aktualisiert: 25. Februar 2024

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