„Ich bin schlecht mit Geld“ – dieser Glaubenssatz kostet dich Tausende Euro
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    „Ich bin schlecht mit Geld“ – dieser Glaubenssatz kostet dich Tausende Euro

    9 min Lesezeit
    Inhaltsverzeichnis
    13 Abschnitte

    Ihr Lieben Mamas,

    fühlst du dich manchmal, als würdest du ein geheimes Handicap mit dir herumtragen, wenn es um Geld geht? Dieser leise Gedanke, der sich immer wieder einschleicht: „Ich bin schlecht mit Geld.“ Vielleicht denkst du, du verstehst nichts von Finanzen, dass das alles viel zu kompliziert ist, oder dass das eben die Aufgabe deines Partners ist. Ich verstehe das nur zu gut. Zwischen Windeln wechseln, Brei kochen, Job und Haushalt bleibt oft kaum Zeit, sich mit dem eigenen Kontostand auseinanderzusetzen, geschweige denn mit komplexen Finanzthemen.

    Aber ich sage dir etwas ganz Wichtiges: Dieser Glaubenssatz ist keine Tatsache, sondern eine selbsterfüllende Prophezeiung. Und er kostet dich – und deine Familie – im Laufe der Jahre Tausende von Euro. Ja, du hast richtig gehört: Tausende. Es ist Zeit, diesen Glaubenssatz zu entlarven und deine finanzielle Power zu entdecken. Du musst kein Finanzprofi werden, um kluge Entscheidungen zu treffen. Du musst nur den ersten Schritt wagen.

    Der unsichtbare Feind: Wie der Glaubenssatz "Ich bin schlecht mit Geld" wirkt

    Stell dir vor, du gehst in einen Marathon und sagst dir vorher: "Ich bin schlecht im Laufen." Wie motiviert wärst du? Wahrscheinlich gar nicht. Genauso ist es mit Geld. Wenn du tief in dir glaubst, dass du schlecht mit Geld bist, dann:

    • Vermeidest du das Thema: Du schiebst Kontoauszüge beiseite, ignorierst Rechnungen oder überlässt alle Finanzentscheidungen deinem Partner. Das ist bequem, aber es nimmt dir die Kontrolle.
    • Triffst du unbewusst schlechte Entscheidungen: Du gibst vielleicht mehr aus, als du hast, weil du denkst, es macht ja sowieso keinen Unterschied. Oder du lässt Sparpotenziale ungenutzt, weil du glaubst, es bringt ja eh nichts.
    • Verpasst du Chancen: Du informierst dich nicht über Elterngeld-Änderungen, Steuererleichterungen oder Sparmöglichkeiten, weil du denkst, das sei zu kompliziert für dich.
    • Fühlst du dich ohnmächtig: Geldsorgen können zu Stress und Angst führen, besonders wenn du das Gefühl hast, die Kontrolle verloren zu haben.

    Dieser Glaubenssatz ist wie ein unsichtbarer Schleier, der dich davon abhält, deine finanzielle Realität klar zu sehen und aktiv zu gestalten. Aber ich verspreche dir: Du kannst diesen Schleier lüften!

    Die harten Fakten: Was dich dieser Glaubenssatz wirklich kostet

    Lass uns mal Tacheles reden. Dieser Glaubenssatz kostet dich nicht nur Seelenfrieden, sondern bares Geld. Und zwar in zwei Hauptbereichen: entgangenes Einkommen und verlorenes Vermögenswachstum.

    1. Entgangenes Einkommen: Wenn du deine Ansprüche nicht kennst

    Gerade als Mama in Deutschland gibt es viele finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten, die du kennen solltest. Wenn du dich aber nicht informierst, weil du "schlecht mit Geld" bist, lässt du hier viel liegen.

    Das Elterngeld – eine kritische Änderung für 2024/2025: Das Elterngeld ist eine der wichtigsten Leistungen für Familien. Aber wusstest du, dass sich die Einkommensgrenzen drastisch geändert haben?

    • Für Geburten vor dem 1. April 2024: Die Einkommensgrenze für Paare lag bei 300.000 Euro zu versteuerndem Einkommen im Jahr vor der Geburt.
    • Für Geburten ab dem 1. April 2024: Die Einkommensgrenze für Paare wurde auf 200.000 Euro gesenkt. Für Alleinerziehende liegt sie bei 150.000 Euro.
    • Für Geburten ab dem 1. April 2025: Die Einkommensgrenze für Paare sinkt weiter auf 175.000 Euro. Für Alleinerziehende bleibt sie bei 150.000 Euro.

    Was bedeutet das für dich? Wenn du oder dein Partner knapp über diesen Grenzen liegt, kann es sein, dass ihr keinen Anspruch mehr auf Elterngeld habt, obwohl ihr ihn früher gehabt hättet. Das sind schnell Tausende von Euro, die wegfallen!

    • Beispiel: Du hast Anspruch auf das Basis-Elterngeld von 1.800 Euro pro Monat für 12 Monate. Das sind 21.600 Euro. Wenn du diese Leistung aufgrund der neuen Einkommensgrenzen verpasst, weil du dich nicht rechtzeitig informiert oder beraten lassen hast, ist das ein riesiger Verlust.
    • Teilzeit-Falle: Viele Mamas arbeiten in Teilzeit, um Familie und Beruf zu vereinbaren. Wenn du aber nicht genau weißt, wie sich dein Einkommen auf ElterngeldPlus oder andere Leistungen auswirkt, kann es sein, dass du weniger bekommst, als dir zusteht. Eine gute Planung vor der Geburt kann hier den Unterschied machen.

    2. Verlorenes Vermögenswachstum: Die Macht des Zinseszinseffekts

    Das ist der Punkt, an dem die "Tausende Euro" so richtig zum Tragen kommen. Wenn du denkst, du bist schlecht mit Geld, dann:

    • Sparst du vielleicht gar nicht: Weil du denkst, es lohnt sich eh nicht, oder du hast Angst, etwas falsch zu machen.
    • Sparst du auf dem falschen Konto: Dein Geld liegt auf dem Girokonto oder einem Sparbuch, wo es kaum Zinsen gibt. Die Inflation frisst dein Erspartes langsam auf. Bei einer Inflation von 2% verliert dein Geld jedes Jahr an Kaufkraft. 1.000 Euro sind in 10 Jahren nur noch rund 820 Euro wert!
    • Verpasst du den Zinseszinseffekt: Albert Einstein soll ihn das "achte Weltwunder" genannt haben. Der Zinseszinseffekt bedeutet, dass du nicht nur auf dein eingesetztes Kapital Zinsen bekommst, sondern auch auf die bereits erhaltenen Zinsen. Das ist wie ein Schneeball, der immer größer wird, je länger er rollt.

    Ein Rechenbeispiel, das dir die Augen öffnen wird:

    Stell dir vor, du bist 30 Jahre alt und beschließt, jeden Monat 50 Euro in einen breit gestreuten ETF (einen Indexfonds, der viele Aktien bündelt) zu investieren. Du machst das bis zu deinem 60. Lebensjahr, also 30 Jahre lang.

    • Deine eigene Einzahlung: 50 Euro/Monat * 12 Monate * 30 Jahre = 18.000 Euro
    • Angenommene Rendite: Ein ETF auf einen weltweiten Index wie den MSCI World hat historisch gesehen eine durchschnittliche jährliche Rendite von etwa 6-8% erzielt. Nehmen wir konservativ 6% an.

    Was meinst du, wie viel Geld du nach 30 Jahren hättest?

    Es wären über 50.000 Euro!

    Das bedeutet, aus deinen selbst eingezahlten 18.000 Euro sind durch den Zinseszinseffekt über 32.000 Euro Gewinn geworden. Das sind Tausende von Euro, die du dir entgehen lässt, wenn du nicht anfängst, weil du denkst, du bist "schlecht mit Geld" oder "50 Euro sind doch zu wenig".

    Typische Finanzfehler von Mamas (und wie du sie vermeidest)

    Es ist völlig normal, Fehler zu machen. Wichtig ist, daraus zu lernen. Hier sind ein paar typische Stolpersteine:

    • Alles dem Partner überlassen: "Mein Mann kümmert sich um die Finanzen." Das ist bequem, aber gefährlich. Was, wenn er krank wird, arbeitslos oder ihr euch trennt? Du musst die Kontrolle behalten.
    • Kein Notgroschen: Ein Polster für unerwartete Ausgaben (Waschmaschine kaputt, Autoreparatur) ist essenziell. Ziel: 3-6 Monatsausgaben auf einem separaten Tagesgeldkonto.
    • Budgetierung? Fehlanzeige! Ohne zu wissen, wohin dein Geld fließt, kannst du es nicht steuern.
    • Angst vor dem Investieren: "Aktien sind doch nur was für Zocker." Nein, mit ETFs investierst du breit gestreut und minimierst das Risiko. Es ist der einfachste Weg, am Wachstum der Wirtschaft teilzuhaben.
    • Die Altersvorsorge vergessen: Gerade in Teilzeit oder mit Erziehungszeiten können sich Lücken in der Rentenkasse auftun. Frühzeitig gegensteuern ist Gold wert.

    Emotionale Hürden überwinden: Du bist nicht allein!

    Ich weiß, dass das Thema Geld oft mit starken Emotionen verbunden ist: Angst, Scham, Überforderung.

    • "Ich versteh nix von Geld": Das ist ein Gefühl, keine Tatsache. Du hast gelernt, ein Kind zu erziehen, einen Haushalt zu managen und vielleicht sogar einen Job zu meistern. Finanzwissen ist auch nur eine Fähigkeit, die man lernen kann. Fang klein an!
    • "Das ist mir zu kompliziert": Es muss nicht kompliziert sein. Es gibt einfache Strategien, die jeder umsetzen kann.
    • "Ich habe Angst, Fehler zu machen": Niemand ist perfekt. Kleine Fehler sind Lernchancen. Lieber starten und lernen, als gar nicht anfangen.
    • "Ich habe keine Zeit": Ich weiß, dass du nach der Arbeit noch drei Kinder versorgen, kochen und den Haushalt schmeißen musst. Aber schon 15 Minuten pro Woche können einen riesigen Unterschied machen.

    Deine ersten Schritte zur finanziellen Freiheit: Eine Checkliste für Mamas

    Du musst nicht alles auf einmal machen. Wähle einen Punkt aus und fang an. Jeder kleine Schritt zählt!

    1. Dein Mindset-Shift: Der wichtigste Schritt

    • Ersetze den Glaubenssatz: Wenn der Gedanke "Ich bin schlecht mit Geld" aufkommt, sage dir bewusst: "Ich lerne gerade, gut mit Geld umzugehen." Oder: "Ich bin eine kluge Mama und lerne, meine Finanzen zu managen."
    • Feiere kleine Erfolge: Hast du einen Kontoauszug geprüft? Super! Hast du 10 Euro gespart? Fantastisch!

    2. Überblick verschaffen: Wo stehst du?

    • Kassensturz: Schau dir deine Konten an. Was kommt rein, was geht raus? Nutze eine App oder eine einfache Excel-Tabelle.
    • Notgroschen aufbauen: Richte einen Dauerauftrag ein, um jeden Monat einen festen Betrag auf ein separates Tagesgeldkonto zu überweisen. Ziel: 3-6 Monatsausgaben.

    3. Dein Budget: Dein Fahrplan für dein Geld

    • Das 3-Konten-Modell:
      1. Eingangskonto: Hier kommt dein Gehalt/Elterngeld an.
      2. Fixkostenkonto: Hier gehen Miete, Strom, Versicherungen, Handy etc. ab. Überweise am Monatsanfang den Gesamtbetrag der Fixkosten hierher.
      3. Konsumkonto: Hier ist das Geld für Lebensmittel, Freizeit, Shopping. Wenn es leer ist, ist es leer.
    • Tracke deine Ausgaben: Nur für ein paar Wochen. Wo geht dein Geld hin? Oft gibt es überraschende "Geldlecks".

    4. Sparen und Investieren: Dein Vermögensaufbau

    • Elterngeld-Check: Prüfe, ob du alle dir zustehenden Leistungen beantragt hast und ob die neuen Einkommensgrenzen dich betreffen. Nutze den Elterngeldrechner des Bundesfamilienministeriums.
    • Starte einen ETF-Sparplan: Schon mit 25 Euro pro Monat kannst du anfangen. Das ist der einfachste und effektivste Weg, langfristig Vermögen aufzubauen. Viele Online-Broker bieten das an.
    • Automatisiere alles: Daueraufträge für Sparpläne, Notgroschen und Fixkosten. Dann musst du nicht mehr darüber nachdenken.

    5. Altersvorsorge: Deine Zukunft absichern

    • Rentenlücke prüfen: Lass dich von der Deutschen Rentenversicherung beraten oder nutze Online-Rechner, um deine voraussichtliche Rente zu checken.
    • Private Vorsorge: Ein ETF-Sparplan ist auch eine hervorragende private Altersvorsorge. Je früher du anfängst, desto besser.

    Dein persönliches "Tausende Euro"-Beispiel zum Mitnehmen

    Denk an das Beispiel mit den 50 Euro im Monat. Wenn du diesen Glaubenssatz "Ich bin schlecht mit Geld" nicht überwindest und deshalb nicht anfängst, diese 50 Euro zu investieren, dann entgehen dir in 30 Jahren über 32.000 Euro Gewinn durch den Zinseszinseffekt. Das ist ein Kleinwagen, ein großer Teil der Anzahlung für ein Haus oder ein tolles Polster für deine Rente.

    Und das ist nur ein Beispiel! Wenn du zusätzlich noch Elterngeld falsch beantragst oder nicht alle Steuererleichterungen nutzt, kommen schnell weitere Tausende Euro dazu.

    Du siehst, dieser Glaubenssatz ist teuer. Aber du hast die Macht, ihn zu ändern. Du bist eine starke Mama, die jeden Tag Herausforderungen meistert. Die Welt der Finanzen ist nur eine weitere davon, und du kannst sie meistern. Fang heute an, auch wenn es nur ein kleiner Schritt ist. Du wirst stolz auf dich sein!

    Disclaimer: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Finanzberatung. Bitte konsultiere bei komplexen Finanzfragen immer einen qualifizierten Finanzberater oder Steuerberater.

    Alles Liebe, Eure Anja 💚

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    Kommentare (1)

    Kommentare werden vor Veröffentlichung geprüft.

    Lisavor 4 Monaten

    Das kenn ich nur zu gut! Diese Vermeidungsstrategie is so mein Ding, weil man denkt, man kriegts eh nich hin. Echt krass, wie das Kosten verursacht. 🤯

    Anja• Antwort

    Ja, genau das ist es! Die gute Nachricht: Jeder kann das ändern. Es lohnt sich, den ersten Schritt zu wagen. 🤗

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    Anja Fischer
    Geschrieben von

    Anja Fischer

    Mama von drei Jungs (2019, 2021, 2023) und ganz nebenbei auch noch Gästehaus-Betreiberin und Content-Creatorin. Oder in kurz: Mama und Unternehmerin. Ich teile das, was für uns funktioniert - von Tipps & Tricks aus dem Mama-Alltag über Rezepte, Bastelideen, Orga- und Finanz-Tipps und vieles vieles mehr.

    Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2025

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