Ihr Lieben Mamas,
Hand aufs Herz: Wenn du an das Thema Finanzen denkst, seitdem deine Kinder da sind, bekommst du dann auch manchmal einen kleinen Knoten im Bauch? Du bist nicht allein! Es ist völlig normal, sich zu fragen, wie man all die Kosten stemmen soll – von Windeln über Kita-Gebühren bis hin zu den ersten Fahrrädern und Klassenfahrten. Kinder kosten Geld, das ist eine Tatsache. Aber die gute Nachricht ist: Du kannst die Kontrolle behalten!
Ich verstehe dich. Zwischen Job, Haushalt, Spielplatzbesuchen und dem Versuch, abends noch fünf Minuten für dich zu finden, ist Finanzplanung oft das Letzte, woran man denken möchte. Und mal ehrlich, wer hat uns das schon in der Schule beigebracht? Aber keine Sorge, du musst kein Finanzprofi werden. Ich zeige dir, wie du mit ein paar einfachen Schritten Klarheit schaffst und dein Familienbudget fest im Griff hast – ganz ohne Fachchinesisch und mit viel Verständnis für deinen Mama-Alltag.
Lass uns das gemeinsam angehen, Schritt für Schritt.
Die nackten Zahlen: Was Kinder wirklich kosten & wo der Staat hilft
Bevor wir ins Detail gehen, lass uns mal einen Blick auf die Fakten werfen. Es ist wichtig zu wissen, wovon wir sprechen, damit wir gezielt planen können.
Was kostet ein Kind eigentlich?
Die gute Nachricht zuerst: Es gibt keine feste Zahl, denn die Ausgaben variieren stark je nach Alter des Kindes, Lebensstil und Region. Aber das Statistische Bundesamt liefert uns eine gute Orientierung. Laut deren Erhebungen geben Eltern in Deutschland durchschnittlich:
- Bis zum 6. Geburtstag: Rund 600 bis 700 Euro pro Monat und Kind aus. Hier schlagen vor allem Windeln, Babynahrung, Erstausstattung und eventuell Kita-Gebühren zu Buche.
- Vom 6. bis zum 12. Geburtstag: Die Kosten steigen leicht auf 700 bis 800 Euro pro Monat. Schulmaterial, Hobbys, Kleidung und Freizeitaktivitäten werden hier relevanter.
- Ab dem 12. Geburtstag: Mit der Pubertät steigen die Ausgaben nochmals an, auf 800 bis 900 Euro pro Monat und Kind. Hier kommen oft teurere Hobbys, Markenkleidung, Taschengeld und erste Ausgeh-Aktivitäten dazu.
Wichtig: Das sind Durchschnittswerte! Du kannst und wirst diese Zahlen durch cleveres Management beeinflussen.
Dein finanzieller Rückenwind: Staatliche Unterstützung
Zum Glück lässt uns der Staat mit den Kosten nicht allein. Es gibt verschiedene Leistungen, die dir finanziell unter die Arme greifen.
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Kindergeld: Das Kindergeld ist eine der bekanntesten und wichtigsten Leistungen. Es wird für jedes Kind gezahlt, in der Regel bis zum 18. Geburtstag, unter bestimmten Umständen sogar bis zum 25. Geburtstag. Aktuell (Stand 2024) beträgt das Kindergeld 250 Euro pro Monat und Kind. Das ist ein fester Betrag, der dir jeden Monat hilft, die laufenden Kosten zu decken.
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Elterngeld: Das Elterngeld ist eine tolle Sache, um den Einkommensverlust nach der Geburt auszugleichen. Es gibt verschiedene Varianten:
- Basiselterngeld: Wird für maximal 12 Monate gezahlt (oder 14 Monate, wenn beide Elternteile es nutzen). Es beträgt zwischen mindestens 300 Euro und maximal 1.800 Euro pro Monat, abhängig von deinem Einkommen vor der Geburt.
- ElterngeldPlus: Hier kannst du die Bezugszeit verdoppeln, bekommst dafür aber nur die Hälfte des Basiselterngeldes pro Monat. Das ist super, wenn du früher wieder in Teilzeit arbeiten möchtest.
- Partnerschaftsbonusmonate: Wenn beide Elternteile gleichzeitig in Teilzeit arbeiten (zwischen 24 und 32 Stunden pro Woche), gibt es zusätzliche Monate ElterngeldPlus.
Wichtige Änderungen ab dem 1. April 2024 (für Geburten ab diesem Datum): Hier gibt es ein paar Neuerungen, die du kennen solltest:
- Einkommensgrenze: Die Einkommensgrenze, ab der man keinen Anspruch mehr auf Elterngeld hat, wird gesenkt. Für Paare liegt sie ab dem 1. April 2024 bei 200.000 Euro zu versteuerndem Einkommen (vorher 300.000 Euro). Ab dem 1. April 2025 sinkt sie weiter auf 175.000 Euro. Für Alleinerziehende liegt sie ab dem 1. April 2024 bei 150.000 Euro (vorher 250.000 Euro).
- Gleichzeitiger Bezug der Partnermonate: Für Geburten ab dem 1. April 2024 können Eltern das Basiselterngeld nur noch maximal einen Monat lang gleichzeitig beziehen. Ausnahmen gibt es bei Mehrlingen, Frühchen oder Kindern mit Behinderung. Das bedeutet, ihr müsst euch besser absprechen, wer wann Elterngeld bezieht.
Auch wenn du selbst vielleicht nicht von der Einkommensgrenze betroffen bist, ist es gut, diese Änderungen zu kennen, da sie oft in den Medien diskutiert werden und wichtig für die Planung sind.
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Steuerliche Entlastungen: Der Staat unterstützt dich auch über die Steuererklärung:
- Kinderfreibetrag vs. Kindergeld: Das Finanzamt prüft automatisch, was für dich günstiger ist – das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag (der dein zu versteuerndes Einkommen mindert). Diese Günstigerprüfung passiert bei der jährlichen Steuererklärung. Du musst dich also nicht entscheiden, sondern bekommst automatisch die für dich vorteilhaftere Variante.
- Kinderbetreuungskosten: Kosten für Kita, Kindergarten, Tagesmutter oder Hort kannst du von der Steuer absetzen. Du kannst zwei Drittel der Kosten, maximal aber 4.000 Euro pro Kind und Jahr, als Sonderausgaben geltend machen. Denk daran, die Rechnungen und Zahlungsnachweise aufzubewahren!
- Schulgeld: Wenn dein Kind eine Privatschule besucht, kannst du 30 Prozent des Schulgeldes, maximal 5.000 Euro pro Kind und Jahr, absetzen.
- Haushaltsnahe Dienstleistungen: Auch hier gibt es Möglichkeiten. Wenn zum Beispiel eine Putzhilfe oder ein Gärtner kommt, kannst du einen Teil der Kosten absetzen. Das ist zwar nicht direkt kinderbezogen, entlastet aber dein Familienbudget und schafft dir vielleicht mehr Zeit für die Kinder.




