Wie viel Geld brauchst du WIRKLICH? Die deutsche Realität.
Oft liest man die Empfehlung: "Lege 3 bis 6 Monatsausgaben als Notgroschen zurück." Das ist eine gute Faustregel, aber für uns Mamas in Deutschland können wir das etwas entspannter sehen – zumindest am Anfang. Warum? Weil wir hier ein ziemlich gutes soziales Netz haben, das uns auffängt. Das ist wie ein unsichtbarer Teil deines Notgroschens!
Dein unsichtbarer Notgroschen: Die deutschen Sicherheitsnetze
Bevor du panisch wirst und denkst, du musst sofort Tausende von Euro auf der hohen Kante haben, lass uns einen Blick auf die Dinge werfen, die dir in Deutschland schon eine Menge Sicherheit geben:
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Elterngeld (für Geburten ab 1. April 2024/2025):
Das Elterngeld ist dein Basiseinkommen in der Elternzeit. Es beträgt in der Regel 65% deines Nettoeinkommens vor der Geburt, mindestens aber 300€ und maximal 1.800€ pro Monat.
Wichtige Änderung: Für Geburten ab dem 1. April 2024 liegt die Einkommensgrenze für Paare, ab der kein Anspruch mehr auf Elterngeld besteht, bei 200.000€ zu versteuerndem Einkommen (z.E.). Ab dem 1. April 2025 sinkt diese Grenze weiter auf 175.000€ z.E. Für Alleinerziehende bleibt die Grenze bei 150.000€ z.E.
Beispiel: Wenn du vor der Geburt 2.000€ netto verdient hast, bekommst du ungefähr 1.300€ Elterngeld. Das ist ein stabiles Einkommen, auf das du dich verlassen kannst!
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Kindergeld:
Ein fester Betrag, der dir jeden Monat für jedes Kind zusteht. Aktuell sind das 250€ pro Kind. Dieses Geld ist eine super Basis, um laufende Kosten für deine Kleinen zu decken oder eben einen Teil deines Notgroschens aufzubauen.
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Krankengeld:
Wenn du länger als sechs Wochen krank bist und nicht arbeiten kannst, zahlt deine Krankenkasse Krankengeld. Das sind in der Regel 70% deines Bruttoverdienstes, aber nicht mehr als 90% deines Nettoverdienstes. Eine wichtige Absicherung, falls du länger ausfällst!
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Arbeitslosengeld I (ALG I):
Solltest du deinen Job verlieren, hast du Anspruch auf Arbeitslosengeld I, wenn du lange genug eingezahlt hast. Mit Kind sind das etwa 67% deines letzten Nettoeinkommens. Auch das ist ein wichtiger Puffer, der dir Zeit gibt, einen neuen Job zu finden.
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Steuerklassen und Freibeträge:
Gerade als Familie kannst du durch die Wahl der richtigen Steuerklasse (z.B. III/V oder IV/IV mit Faktor) und die Nutzung von Freibeträgen dein monatliches Nettoeinkommen optimieren. Das ist zwar kein direkter Notgroschen, aber es sorgt dafür, dass mehr Geld auf deinem Konto landet, das du sparen kannst.
All diese Punkte bedeuten: Du fällst in Deutschland nicht ins Bodenlose. Das ist ein riesiger Vorteil und erlaubt dir, deinen persönlichen Notgroschen vielleicht etwas kleiner zu starten, als es die allgemeine Regel vorgibt.
Dein persönlicher Notgroschen-Check: So rechnest du es aus
Jetzt wird's konkret! Keine Angst, das ist einfacher, als es klingt.
1. Schritt: Deine monatlichen Fixkosten ermitteln
Nimm dir einen ruhigen Moment und schreib alles auf, was jeden Monat fest von deinem Konto geht. Oder schau dir einfach deine Kontoauszüge der letzten drei Monate an.
- Miete/Kreditrate
- Strom, Gas, Wasser
- Internet, Handy
- Versicherungen (Haftpflicht, Hausrat, etc.)
- Kita-Gebühren, Hort
- Lebensmittel (ein realistischer Durchschnitt!)
- Fahrtkosten (ÖPNV, Benzin)
- Abos (Streaming, Sport)
- Ratenzahlungen (falls vorhanden)
Addiere all das. Sagen wir, du kommst auf 2.500€ monatliche Ausgaben für deine Familie.
2. Schritt: Dein "Minimum-Notgroschen" (der schnelle Start)
Gerade am Anfang, wenn das Geld knapp ist, ist es völlig okay, klein anzufangen. Dein Ziel sollte sein, 1 bis 2 Monate deiner absoluten Fixkosten als Notgroschen zu haben. Das ist dein erster Puffer, der dir Luft verschafft, falls wirklich etwas Unvorhergesehenes passiert, bevor die staatlichen Hilfen greifen oder du eine andere Lösung findest.
- Beispiel: Bei 2.500€ monatlichen Ausgaben wären das 2.500€ bis 5.000€.
3. Schritt: Dein "Ideal-Notgroschen" (das langfristige Ziel)
Wenn du den Minimum-Notgroschen erreicht hast, kannst du dich entspannt dem Ideal nähern: 3 bis 6 Monate deiner gesamten monatlichen Ausgaben. Das gibt dir die größte Sicherheit und deckt auch größere Ausfälle ab.
- Beispiel: Bei 2.500€ monatlichen Ausgaben wären das 7.500€ bis 15.000€.
Wichtig: Das ist dein Ziel. Du musst nicht sofort alles haben! Jeder Euro, den du beiseitelegst, ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Beispielrechnung: Mama in Elternzeit
Stellen wir uns vor, du bist Mama von einem Kind, in Elternzeit und dein Partner arbeitet.
Siehst du? Es ist nicht so utopisch, wie es auf den ersten Blick scheint, besonders wenn man die deutschen Sicherheitsnetze und das Familieneinkommen berücksichtigt. Und selbst wenn du aktuell keinen Überschuss hast, fangen wir mit kleinen Schritten an!
Typische Notgroschen-Fehler und wie du sie vermeidest
Ich hab schon viele Mamas beraten, und es gibt ein paar Stolpersteine, die immer wieder auftauchen. Aber keine Sorge, wir umschiffen sie gemeinsam!
- Fehler 1: Keinen Notgroschen haben, weil es sich unerreichbar anfühlt.
- Lösung: Fang klein an! Jeder Euro zählt. Setz dir ein realistisches Mini-Ziel, z.B. 100€ im ersten Monat. Das ist machbar und motiviert.
- Fehler 2: Das Geld auf dem Girokonto lassen.
- Lösung: Dein Notgroschen gehört auf ein separates Tagesgeldkonto. Das ist ein Konto, auf das du jederzeit zugreifen kannst, aber es ist nicht direkt sichtbar auf deinem Girokonto. So kommst du nicht in Versuchung, es für "normale" Ausgaben auszugeben, und es bringt oft sogar ein paar Zinsen.
- Fehler 3: Zu viel auf einmal wollen und dann frustriert aufgeben.
- Lösung: Mach dir einen Plan und feiere kleine Erfolge. Wenn du dein erstes Monatsziel erreichst, belohne dich mit etwas Kleinem (einem guten Kaffee, einem neuen Buch).
- Fehler 4: "Mein Partner kümmert sich um die Finanzen."
- Lösung: Auch wenn dein Partner der Hauptverdiener ist oder sich um die meisten Finanzen kümmert, ist es super wichtig, dass DU einen Überblick hast und deinen eigenen Notgroschen kennst oder sogar selbst aufbaust. Es gibt dir Unabhängigkeit und Sicherheit, falls sich die Lebensumstände ändern.