Notgroschen als Mama: Wie viel Geld du wirklich brauchst (Spoiler: weniger als du denkst)
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    Notgroschen als Mama: Wie viel Geld du wirklich brauchst (Spoiler: weniger als du denkst)

    10 min Lesezeit
    Inhaltsverzeichnis
    7 Abschnitte

    Ihr Lieben Mamas,

    Hand aufs Herz: Wenn du das Wort "Finanzen" hörst, zuckst du dann auch manchmal zusammen? Zwischen Windeln wechseln, Brei kochen, Spielplatz-Besuchen und dem Versuch, noch etwas Zeit für dich selbst zu finden, fühlen sich Themen wie "Notgroschen" oder "Geldanlage" oft wie ein weiterer riesiger Berg an, den man einfach nicht erklimmen kann. Ich versteh das total! Es ist überwältigend, und oft fühlt es sich an, als müsste man ein Finanzprofi sein, um überhaupt anzufangen.

    Aber ich hab eine gute Nachricht für dich, und das ist der Spoiler, den ich dir versprochen habe: Du brauchst wahrscheinlich weniger Notgroschen, als du denkst! Ja, wirklich. Und ich zeig dir heute, warum das so ist und wie du ganz entspannt deinen eigenen finanziellen Puffer aufbauen kannst, ohne dass es sich wie eine weitere unerledigte Aufgabe anfühlt. Stell dir vor, wir sitzen bei einem Kaffee zusammen, und ich erklär dir das alles Schritt für Schritt. Kein Fachchinesisch, versprochen!

    Was ist ein Notgroschen überhaupt und warum ist er für Mamas so wichtig?

    Bevor wir ins Detail gehen, lass uns mal klären, worüber wir hier eigentlich reden. Ein Notgroschen – oder auch Notfallfonds – ist einfach ein Geldbetrag, den du für unvorhergesehene Ausgaben beiseitelegst. Denk an Situationen wie:

    • Dein Auto geht kaputt und du brauchst es dringend für Kita und Einkäufe.
    • Die Waschmaschine streikt (und das mit kleinen Kindern ist ein Albtraum!).
    • Eine unerwartete Arztrechnung oder Zuzahlung.
    • Du verlierst deinen Job oder dein Partner fällt krankheitsbedingt aus.
    • Eine Reparatur in der Wohnung wird fällig.

    Für uns Mamas ist ein Notgroschen besonders wichtig, weil wir oft in einer finanziell sensiblen Phase stecken:

    • Elternzeit: Dein Einkommen ist durch das Elterngeld oft geringer als vorher.
    • Teilzeitfalle: Viele Mütter arbeiten nach der Elternzeit in Teilzeit, was das Familieneinkommen reduziert.
    • Unerwartete Kinderkosten: Kinder sind wunderbar, aber auch teuer! Neue Schuhe, Kita-Gebühren, Klassenfahrten – es kommt immer etwas.
    • Alleinerziehend: Hier ist ein Puffer noch entscheidender, da du die Hauptlast trägst.

    Ich weiß, der Gedanke an all diese Eventualitäten kann Angst machen. Aber genau dafür ist der Notgroschen da: Er nimmt dir diese Angst und gibt dir ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle. Es ist dein persönlicher Stresskiller für finanzielle Überraschungen.

    Wie viel Geld brauchst du WIRKLICH? Die deutsche Realität.

    Oft liest man die Empfehlung: "Lege 3 bis 6 Monatsausgaben als Notgroschen zurück." Das ist eine gute Faustregel, aber für uns Mamas in Deutschland können wir das etwas entspannter sehen – zumindest am Anfang. Warum? Weil wir hier ein ziemlich gutes soziales Netz haben, das uns auffängt. Das ist wie ein unsichtbarer Teil deines Notgroschens!

    Dein unsichtbarer Notgroschen: Die deutschen Sicherheitsnetze

    Bevor du panisch wirst und denkst, du musst sofort Tausende von Euro auf der hohen Kante haben, lass uns einen Blick auf die Dinge werfen, die dir in Deutschland schon eine Menge Sicherheit geben:

    • Elterngeld (für Geburten ab 1. April 2024/2025): Das Elterngeld ist dein Basiseinkommen in der Elternzeit. Es beträgt in der Regel 65% deines Nettoeinkommens vor der Geburt, mindestens aber 300€ und maximal 1.800€ pro Monat. Wichtige Änderung: Für Geburten ab dem 1. April 2024 liegt die Einkommensgrenze für Paare, ab der kein Anspruch mehr auf Elterngeld besteht, bei 200.000€ zu versteuerndem Einkommen (z.E.). Ab dem 1. April 2025 sinkt diese Grenze weiter auf 175.000€ z.E. Für Alleinerziehende bleibt die Grenze bei 150.000€ z.E. Beispiel: Wenn du vor der Geburt 2.000€ netto verdient hast, bekommst du ungefähr 1.300€ Elterngeld. Das ist ein stabiles Einkommen, auf das du dich verlassen kannst!

    • Kindergeld: Ein fester Betrag, der dir jeden Monat für jedes Kind zusteht. Aktuell sind das 250€ pro Kind. Dieses Geld ist eine super Basis, um laufende Kosten für deine Kleinen zu decken oder eben einen Teil deines Notgroschens aufzubauen.

    • Krankengeld: Wenn du länger als sechs Wochen krank bist und nicht arbeiten kannst, zahlt deine Krankenkasse Krankengeld. Das sind in der Regel 70% deines Bruttoverdienstes, aber nicht mehr als 90% deines Nettoverdienstes. Eine wichtige Absicherung, falls du länger ausfällst!

    • Arbeitslosengeld I (ALG I): Solltest du deinen Job verlieren, hast du Anspruch auf Arbeitslosengeld I, wenn du lange genug eingezahlt hast. Mit Kind sind das etwa 67% deines letzten Nettoeinkommens. Auch das ist ein wichtiger Puffer, der dir Zeit gibt, einen neuen Job zu finden.

    • Steuerklassen und Freibeträge: Gerade als Familie kannst du durch die Wahl der richtigen Steuerklasse (z.B. III/V oder IV/IV mit Faktor) und die Nutzung von Freibeträgen dein monatliches Nettoeinkommen optimieren. Das ist zwar kein direkter Notgroschen, aber es sorgt dafür, dass mehr Geld auf deinem Konto landet, das du sparen kannst.

    All diese Punkte bedeuten: Du fällst in Deutschland nicht ins Bodenlose. Das ist ein riesiger Vorteil und erlaubt dir, deinen persönlichen Notgroschen vielleicht etwas kleiner zu starten, als es die allgemeine Regel vorgibt.

    Dein persönlicher Notgroschen-Check: So rechnest du es aus

    Jetzt wird's konkret! Keine Angst, das ist einfacher, als es klingt.

    1. Schritt: Deine monatlichen Fixkosten ermitteln

    Nimm dir einen ruhigen Moment und schreib alles auf, was jeden Monat fest von deinem Konto geht. Oder schau dir einfach deine Kontoauszüge der letzten drei Monate an.

    • Miete/Kreditrate
    • Strom, Gas, Wasser
    • Internet, Handy
    • Versicherungen (Haftpflicht, Hausrat, etc.)
    • Kita-Gebühren, Hort
    • Lebensmittel (ein realistischer Durchschnitt!)
    • Fahrtkosten (ÖPNV, Benzin)
    • Abos (Streaming, Sport)
    • Ratenzahlungen (falls vorhanden)

    Addiere all das. Sagen wir, du kommst auf 2.500€ monatliche Ausgaben für deine Familie.

    2. Schritt: Dein "Minimum-Notgroschen" (der schnelle Start)

    Gerade am Anfang, wenn das Geld knapp ist, ist es völlig okay, klein anzufangen. Dein Ziel sollte sein, 1 bis 2 Monate deiner absoluten Fixkosten als Notgroschen zu haben. Das ist dein erster Puffer, der dir Luft verschafft, falls wirklich etwas Unvorhergesehenes passiert, bevor die staatlichen Hilfen greifen oder du eine andere Lösung findest.

    • Beispiel: Bei 2.500€ monatlichen Ausgaben wären das 2.500€ bis 5.000€.

    3. Schritt: Dein "Ideal-Notgroschen" (das langfristige Ziel)

    Wenn du den Minimum-Notgroschen erreicht hast, kannst du dich entspannt dem Ideal nähern: 3 bis 6 Monate deiner gesamten monatlichen Ausgaben. Das gibt dir die größte Sicherheit und deckt auch größere Ausfälle ab.

    • Beispiel: Bei 2.500€ monatlichen Ausgaben wären das 7.500€ bis 15.000€.

    Wichtig: Das ist dein Ziel. Du musst nicht sofort alles haben! Jeder Euro, den du beiseitelegst, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

    Beispielrechnung: Mama in Elternzeit

    Stellen wir uns vor, du bist Mama von einem Kind, in Elternzeit und dein Partner arbeitet.

    • Einkommen pro Monat:

      • Dein Elterngeld (angenommen 65% von 2.000€ netto): 1.300€
      • Kindergeld: 250€
      • Einkommen deines Partners (nach Abzug aller Fixkosten, die er direkt zahlt): Sagen wir, er trägt 1.500€ zu den gemeinsamen Ausgaben bei.
      • Gesamteinkommen: 1.300€ + 250€ + 1.500€ = 3.050€
    • Monatliche Familienausgaben:

      • Miete: 1.000€
      • Nebenkosten (Strom, Gas, Wasser): 200€
      • Internet, Handy, Streaming: 80€
      • Versicherungen: 100€
      • Lebensmittel: 600€
      • Kita/Betreuung: 300€
      • Fahrtkosten: 150€
      • Sonstiges (Kleidung, Freizeit, Puffer): 300€
      • Gesamtausgaben: 2.730€
    • Was bleibt übrig/Was fehlt?

      • In diesem Beispiel habt ihr monatlich 3.050€ - 2.730€ = 320€ Überschuss. Super! Dieses Geld könntet ihr direkt für den Notgroschen sparen.
    • Dein Notgroschenziel:

      • Wenn ihr 2.730€ monatliche Ausgaben habt, wäre ein Minimum-Notgroschen von 1-2 Monaten also 2.730€ bis 5.460€.
      • Ein Ideal-Notgroschen von 3-6 Monaten wäre 8.190€ bis 16.380€.

    Siehst du? Es ist nicht so utopisch, wie es auf den ersten Blick scheint, besonders wenn man die deutschen Sicherheitsnetze und das Familieneinkommen berücksichtigt. Und selbst wenn du aktuell keinen Überschuss hast, fangen wir mit kleinen Schritten an!

    Typische Notgroschen-Fehler und wie du sie vermeidest

    Ich hab schon viele Mamas beraten, und es gibt ein paar Stolpersteine, die immer wieder auftauchen. Aber keine Sorge, wir umschiffen sie gemeinsam!

    • Fehler 1: Keinen Notgroschen haben, weil es sich unerreichbar anfühlt.
      • Lösung: Fang klein an! Jeder Euro zählt. Setz dir ein realistisches Mini-Ziel, z.B. 100€ im ersten Monat. Das ist machbar und motiviert.
    • Fehler 2: Das Geld auf dem Girokonto lassen.
      • Lösung: Dein Notgroschen gehört auf ein separates Tagesgeldkonto. Das ist ein Konto, auf das du jederzeit zugreifen kannst, aber es ist nicht direkt sichtbar auf deinem Girokonto. So kommst du nicht in Versuchung, es für "normale" Ausgaben auszugeben, und es bringt oft sogar ein paar Zinsen.
    • Fehler 3: Zu viel auf einmal wollen und dann frustriert aufgeben.
      • Lösung: Mach dir einen Plan und feiere kleine Erfolge. Wenn du dein erstes Monatsziel erreichst, belohne dich mit etwas Kleinem (einem guten Kaffee, einem neuen Buch).
    • Fehler 4: "Mein Partner kümmert sich um die Finanzen."
      • Lösung: Auch wenn dein Partner der Hauptverdiener ist oder sich um die meisten Finanzen kümmert, ist es super wichtig, dass DU einen Überblick hast und deinen eigenen Notgroschen kennst oder sogar selbst aufbaust. Es gibt dir Unabhängigkeit und Sicherheit, falls sich die Lebensumstände ändern.

    Dein Notgroschen-Fahrplan: So startest du HEUTE!

    Bereit? Dann legen wir los!

    1. Kassensturz machen: Nimm dir 30 Minuten Zeit und schau dir deine Kontoauszüge der letzten 2-3 Monate an. Was sind deine Einnahmen? Was sind deine Ausgaben? Sei ehrlich zu dir selbst.
    2. Sparpotenziale finden: Wo könntest du ein bisschen sparen? Musst du wirklich jeden Tag den teuren Coffee-to-go kaufen? Gibt es Abos, die du nicht mehr nutzt? Jede kleine Summe hilft. Vielleicht sind es nur 20€ oder 50€ im Monat – das ist schon ein super Start!
    3. Tagesgeldkonto eröffnen: Das geht online in wenigen Minuten bei fast jeder Bank. Wähle eine Bank mit guten Konditionen und ohne Gebühren.
    4. Dauerauftrag einrichten: Richte einen Dauerauftrag von deinem Girokonto auf dein neues Tagesgeldkonto ein. Am besten direkt am Monatsanfang, wenn das Gehalt/Elterngeld kommt. So sparst du, bevor du das Geld ausgeben kannst. Fang mit einem Betrag an, der sich gut anfühlt – auch wenn es nur 25€ sind.
    5. Regelmäßig überprüfen und anpassen: Schau dir alle paar Monate an, wie es läuft. Kannst du den Sparbetrag erhöhen? Hast du ein Ziel erreicht?

    Emotionale Hürden überwinden

    Ich weiß, das alles kann sich immer noch nach viel anhören. Vielleicht denkst du:

    • "Ich versteh nix von Geld, das ist mir zu kompliziert."
      • Glaub mir, du musst kein Finanzprofi werden. Es geht darum, die Basics zu verstehen und umzusetzen. Und das schaffst du!
    • "Ich hab keine Zeit dafür, wenn ich nach der Arbeit noch drei Kinder versorgen muss."
      • Ich weiß, Zeit ist Mangelware. Aber 15 Minuten pro Woche reichen oft schon, um einen Überblick zu behalten oder einen Dauerauftrag einzurichten. Sieh es als Investition in deine innere Ruhe.
    • "Ich hab Angst, dass ich es nicht schaffe."
      • Diese Angst ist normal. Aber der Notgroschen ist genau dafür da, diese Angst zu lindern. Jeder gesparte Euro ist ein kleiner Sieg über die Sorge. Du bist stärker, als du denkst!

    Denk daran: Dein Notgroschen ist wie ein unsichtbarer Schutzschild für dich und deine Familie. Er gibt dir die Freiheit, ruhiger zu schlafen, weil du weißt, dass du für die kleinen und großen Überraschungen des Lebens gewappnet bist. Und du musst nicht perfekt sein, um anzufangen. Fang einfach an, in kleinen Schritten. Du schaffst das!

    Alles Liebe, Eure Anja 💚

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    Kommentare (1)

    Kommentare werden vor Veröffentlichung geprüft.

    Lisavor fast 2 Jahren

    Du sprichst mir aus der Seele! Zwischen Kita, Arbeit und einfach allem andren fühl ich mich mit Finanzen oft so überfordert. Weniger Notgroschen als gedacht - das wär ja ein Traum! 💕

    Anja• Antwort

    Das höre ich oft! Freut mich sehr, wenn ich dir da ein bisschen Last nehmen kann. 😊

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    Anja Fischer
    Geschrieben von

    Anja Fischer

    Mama von drei Jungs (2019, 2021, 2023) und ganz nebenbei auch noch Gästehaus-Betreiberin und Content-Creatorin. Oder in kurz: Mama und Unternehmerin. Ich teile das, was für uns funktioniert - von Tipps & Tricks aus dem Mama-Alltag über Rezepte, Bastelideen, Orga- und Finanz-Tipps und vieles vieles mehr.

    Zuletzt aktualisiert: 18. Februar 2024

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