So behältst du als Familie endlich den Überblick über euer Geld
    💰 Geld im Familienalltag

    So behältst du als Familie endlich den Überblick über euer Geld

    10 min Lesezeit
    Inhaltsverzeichnis
    14 Abschnitte

    Ihr Lieben Mamas,

    Hand aufs Herz: Wer von uns kennt das nicht? Der Familienalltag ist ein wilder Ritt – Wäscheberge, volle Terminkalender, Kinderlachen und manchmal auch ein bisschen Chaos. Und mittendrin? Unser Geld. Oft fühlen wir uns dabei wie Jongleure, die versuchen, alle Bälle gleichzeitig in der Luft zu halten, während uns der Boden unter den Füßen wegzurutschen droht.

    Wenn du das Gefühl hast, dass das Thema Familienfinanzen dich überfordert, dass du den Überblick verloren hast oder dir einfach die Zeit und Energie fehlen, dich damit zu beschäftigen, dann bist du hier genau richtig. Ich verstehe das total! Zwischen Kita-Gebühren, Supermarkt-Einkäufen, neuen Schuhen für die Kleinen und dem Wunsch, auch mal etwas für dich selbst zu haben, kann das Thema Geld schnell zur Belastung werden.

    Aber weißt du was? Du bist nicht allein damit! Viele Mamas fühlen sich so. Und die gute Nachricht ist: Es ist einfacher, als du denkst, wieder die Kontrolle zu übernehmen und finanzielle Sicherheit für deine Familie aufzubauen. Du musst keine Finanzexpertin werden, um eurem Geld eine klare Richtung zu geben. Es geht darum, kleine, machbare Schritte zu gehen, die sich am Ende zu einem großen Ganzen zusammenfügen.

    Lass uns gemeinsam einen Blick darauf werfen, wie du als Familie endlich den Überblick über euer Geld behältst – und dabei auch noch eure Nerven schonst!


    Warum das Thema Geld im Familienalltag so wichtig ist (und warum es sich lohnt, hinzuschauen!)

    Bevor wir ins Detail gehen, lass uns kurz über die Gefühle sprechen, die das Thema Geld oft mit sich bringt. Vielleicht kennst du die Geldangst – die Sorge, dass am Ende des Monats nicht genug übrig bleibt. Oder das Gefühl der Überforderung, wenn du nach einem langen Tag noch Rechnungen sortieren oder den Kontostand checken sollst.

    Manchmal hören wir auch Sätze wie: "Mein Mann macht das mit den Finanzen" oder "Ich versteh das eh nicht". Und ja, es ist total in Ordnung, wenn Aufgaben aufgeteilt sind. Aber gerade bei den Finanzen ist es so unglaublich wichtig, dass beide Partner involviert sind und ein gemeinsames Verständnis haben. Denn nur so könnt ihr als Team die besten Entscheidungen für eure Zukunft treffen.

    Ein klarer Finanzüberblick in der Familie gibt dir nicht nur ein Gefühl von Kontrolle, sondern auch von Freiheit. Es reduziert Stress, ermöglicht euch, Träume zu verwirklichen (sei es der Familienurlaub, ein neues Auto oder die Altersvorsorge) und schafft eine solide Basis für eure Kinder.


    Die Basis verstehen: Woher kommt euer Geld und wohin geht es?

    Bevor wir anfangen, etwas zu planen, müssen wir wissen, mit welchen Mitteln wir überhaupt arbeiten. Das ist wie beim Kochen: Du schaust erst, welche Zutaten du im Kühlschrank hast, bevor du ein Rezept auswählst.

    Eure Einnahmen im Blick: Was kommt rein?

    Hier geht es um alle Quellen, aus denen Geld in eure Haushaltskasse fließt. Das sind in der Regel:

    • Gehalt/Lohn: Dein Gehalt, das deines Partners.
    • Elterngeld: Ein superwichtiges Thema für junge Familien!
      • Wichtige Änderungen ab 2024/2025: Für Geburten ab dem 1. April 2024 gibt es neue Regeln. Die Einkommensgrenze, ab der der Anspruch auf Elterngeld entfällt, wurde gesenkt. Für Paare liegt sie nun bei 200.000 Euro zu versteuerndem Einkommen (vorher 300.000 Euro). Für Alleinerziehende bei 150.000 Euro (vorher 250.000 Euro).
      • Ab dem 1. April 2025 sinkt die Grenze für Paare weiter auf 175.000 Euro.
      • Eine weitere wichtige Änderung ist, dass Elternteile, die gleichzeitig Elterngeld beziehen, dies nur noch für maximal einen Monat innerhalb der ersten 12 Lebensmonate des Kindes tun können (vorher waren es bis zu 14 Monate). Es gibt Ausnahmen für Frühchen, Mehrlinge oder Kinder mit Behinderung. Informiere dich unbedingt bei der Elterngeldstelle über eure individuelle Situation!
    • Kindergeld: Aktuell sind das 250 Euro pro Kind und Monat (Stand 2024). Das ist eine feste Größe, die fest eingeplant werden kann.
    • Miet-/Zinserträge: Falls vorhanden.
    • Nebenjobs/Freiberufliche Tätigkeit: Zusätzliche Einkünfte.

    Tipp: Schau dir eure letzten Gehaltsabrechnungen und Kontoauszüge an, um ein genaues Bild zu bekommen.

    Eure Ausgaben: Wohin fließt das Geld?

    Das ist der Punkt, an dem es oft unübersichtlich wird. Aber keine Sorge, wir entwirren das gemeinsam! Ausgaben lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen:

    1. Feste Ausgaben (Fixkosten): Das sind die Dinge, die jeden Monat oder in festen Intervallen anfallen und sich meist nicht so leicht ändern lassen.

      • Miete/Kreditrate
      • Strom, Gas, Wasser
      • Internet, Handy
      • Versicherungen (Haftpflicht, Hausrat, Kfz, Krankenversicherung etc.)
      • Abos (Streaming-Dienste, Fitnessstudio)
      • Kredite (Auto, Möbel etc.)
      • Kita-Gebühren, Schulkosten
      • Öffentliche Verkehrsmittel/Benzin für den Arbeitsweg
      • Sparraten (ja, Sparen ist eine feste Ausgabe!)
    2. Variable Ausgaben (variable Kosten): Das sind die Ausgaben, die von Monat zu Monat schwanken und bei denen du am ehesten Einfluss nehmen kannst.

      • Lebensmittel (Supermarkt, Bäcker)
      • Kleidung
      • Freizeit (Ausflüge, Hobbys, Restaurantbesuche)
      • Geschenke
      • Urlaub
      • Drogerieartikel
      • Taschengeld für die Kinder
      • Unvorhergesehenes (Reparaturen, Arztbesuche)

    Wichtiger Hinweis zu Steuern und Freibeträgen: Als Familie habt ihr oft Anspruch auf bestimmte Steuervorteile. Dazu gehören der Kinderfreibetrag (der alternativ zum Kindergeld berücksichtigt wird, je nachdem, was für euch günstiger ist) und die Möglichkeit, haushaltsnahe Dienstleistungen (z.B. Putzhilfe, Gärtner) oder Kinderbetreuungskosten von der Steuer abzusetzen. Auch hier lohnt sich ein Blick auf die offizielle Seite des Bundesfinanzministeriums oder ein kurzes Gespräch mit einem Steuerberater. Das klingt vielleicht nach Fachchinesisch, aber es kann euch bares Geld sparen!


    Dein Fahrplan zum Finanzüberblick: 6 Schritte, die wirklich funktionieren

    Jetzt, wo wir die Grundlagen kennen, geht es ans Eingemachte. Diese Schritte helfen dir, Ordnung ins Chaos zu bringen.

    Schritt 1: Einnahmen und Ausgaben erfassen – Die Bestandsaufnahme

    Das ist der wichtigste erste Schritt. Du kannst kein Budget planen, wenn du nicht weißt, wo dein Geld hingeht.

    • Sammle alle Unterlagen: Kontoauszüge der letzten 3-6 Monate, Gehaltsabrechnungen, Rechnungen.
    • Liste alles auf: Erstelle eine Liste mit allen Einnahmen und allen Ausgaben. Nutze dafür eine Excel-Tabelle, eine Finanz-App oder ein klassisches Haushaltsbuch. Wichtig ist, dass du es tust!
    • Sei ehrlich zu dir: Es geht nicht darum, dich selbst zu verurteilen, sondern ein realistisches Bild zu bekommen. Wo sind die "Geldfresser"? Die drei Kaffee to go am Tag? Die spontanen Online-Bestellungen?

    Praktischer Tipp: Viele Banken bieten in ihrem Online-Banking eine Kategorisierung der Ausgaben an. Das ist ein super Startpunkt!

    Schritt 2: Ein Budget erstellen – Dein finanzieller Fahrplan

    Ein Budget ist wie ein Navigationssystem für dein Geld. Es zeigt dir, wohin dein Geld fließen soll, bevor es überhaupt auf deinem Konto landet.

    • Die 50/30/20-Regel: Eine einfache Faustregel, die vielen Familien hilft:
      • 50% für Bedürfnisse: Miete, Lebensmittel, Versicherungen, Transport – alles, was ihr zum Leben braucht.
      • 30% für Wünsche: Hobbys, Ausflüge, Restaurantbesuche, neue Kleidung – Dinge, die das Leben schöner machen, aber nicht unbedingt notwendig sind.
      • 20% für Sparen & Schuldentilgung: Aufbau eines Notgroschens, Altersvorsorge, Kreditrückzahlung.
    • Realistisch bleiben: Setze dir keine unrealistischen Ziele. Wenn du weißt, dass ihr jeden Monat 500 Euro für Lebensmittel braucht, plane nicht nur 300 Euro ein. Das führt nur zu Frust.
    • Beispielrechnung:
      • Nettoeinkommen gesamt: 4.000 €
      • 50% Bedürfnisse: 2.000 € (Miete, Strom, Lebensmittel, Kita, Versicherungen)
      • 30% Wünsche: 1.200 € (Freizeit, Kleidung, Restaurant)
      • 20% Sparen/Schuldentilgung: 800 € (Notgroschen, Altersvorsorge, Bausparvertrag)

    Schritt 3: Regelmäßig überprüfen und anpassen

    Ein Budget ist kein starres Korsett, sondern ein lebendiges Dokument.

    • Monatlicher Check-up: Nimm dir einmal im Monat 30 Minuten Zeit, um eure Ausgaben zu überprüfen. Habt ihr das Budget eingehalten? Wo gab es Abweichungen?
    • Anpassen: Das Leben ändert sich! Ein Kind kommt in die Kita, ein Jobwechsel, eine unerwartete Reparatur. Dein Budget sollte sich anpassen können. Sei flexibel.

    Schritt 4: Finanzielle Ziele setzen – Wofür das Ganze?

    Ohne Ziele ist es schwer, motiviert zu bleiben. Was möchtet ihr als Familie erreichen?

    • Kurzfristige Ziele (bis 1 Jahr): Neuer Kinderwagen, Wochenendtrip, Reparatur am Auto.
    • Mittelfristige Ziele (1-5 Jahre): Familienurlaub, Anzahlung für ein Haus, neues Auto.
    • Langfristige Ziele (über 5 Jahre): Altersvorsorge, Ausbildung der Kinder, schuldenfrei sein.
    • SMART-Ziele: Mach deine Ziele Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch und Terminiert. Statt "Ich will sparen", sag: "Ich möchte bis Dezember 2.000 Euro für den Familienurlaub gespart haben."

    Schritt 5: Den Notgroschen aufbauen – Dein Sicherheitsnetz

    Das ist ein absolutes MUSS für jede Familie! Ein Notgroschen ist Geld, das du für unvorhergesehene Ausgaben zurücklegst (kaputte Waschmaschine, Autoreparatur, Jobverlust).

    • Ziel: Baue einen Puffer von 3 bis 6 Monatsausgaben auf. Wenn eure monatlichen Fixkosten 2.000 Euro betragen, solltest du 6.000 bis 12.000 Euro auf einem separaten, leicht zugänglichen Konto (Tagesgeldkonto) haben.
    • Priorität: Behandle den Notgroschen wie eine feste Ausgabe. Überweise jeden Monat einen festen Betrag, bis das Ziel erreicht ist.

    Schritt 6: Die Finanzkommunikation mit deinem Partner – Das "Geld-Date"

    Das ist vielleicht der wichtigste Schritt von allen. Transparenz und Teamwork sind der Schlüssel zu gesunden Familienfinanzen.

    • Regelmäßige "Geld-Dates": Setzt euch einmal im Monat für 30-60 Minuten zusammen. Bei einem Kaffee oder einem Glas Wein. Sprecht über:
      • Eure aktuelle Finanzsituation
      • Das Budget des letzten Monats
      • Anstehende Ausgaben
      • Eure finanziellen Ziele
      • Mögliche Anpassungen
    • Keine Vorwürfe: Es geht nicht darum, Schuldige zu suchen, sondern Lösungen zu finden.
    • Gemeinsames Konto: Überlegt, ob ein gemeinsames Konto für die Fixkosten und den Lebensmitteleinkauf für euch sinnvoll ist. Viele Paare finden das sehr praktisch, um den Überblick zu behalten.

    Typische Fehler, die Familien machen (und wie ihr sie vermeidet!)

    • Keine Transparenz: Wenn nur einer den Überblick hat, ist das Risiko für Missverständnisse und Frust hoch. -> Lösung: Regelmäßige Geld-Dates und gemeinsamer Zugriff auf wichtige Infos.
    • Kein Notgroschen: Unerwartete Ausgaben können schnell zu Schulden führen. -> Lösung: Priorität auf den Aufbau des Notgroschens legen.
    • Keine Ziele: Ohne zu wissen, wofür man spart, fehlt die Motivation. -> Lösung: SMART-Ziele definieren und visualisieren.
    • Sich selbst überfordern: Das Budget zu eng schnüren oder zu viele Dinge auf einmal ändern wollen. -> Lösung: Kleine Schritte gehen, realistisch bleiben und sich auch mal etwas gönnen.
    • Ausgaben nicht tracken: Das Gefühl haben, man wüsste schon, wohin das Geld geht, aber es nicht wirklich überprüfen. -> Lösung: Konsequent für 3 Monate alles erfassen.
    • Keine Kommunikation: Finanzen sind ein Tabuthema. -> Lösung: Offen und ehrlich miteinander sprechen, ohne Angst vor Verurteilung.

    Praktische Tools, die dir helfen

    Du musst das Rad nicht neu erfinden! Es gibt tolle Hilfsmittel:

    • Finanz-Apps: Viele Apps (z.B. Finanzguru, Outbank, YNAB) helfen dir, Einnahmen und Ausgaben zu kategorisieren und Budgets zu erstellen.
    • Excel-Vorlagen: Für den Anfang ist eine einfache Excel-Tabelle oft schon ausreichend. Es gibt viele kostenlose Vorlagen online.
    • Klassisches Haushaltsbuch: Wenn du lieber handschriftlich arbeitest, ist ein Notizbuch perfekt.
    • Mehrere Konten: Ein Girokonto für Einnahmen/Fixkosten, ein Tagesgeldkonto für den Notgroschen, ein weiteres Tagesgeldkonto für Sparziele (Urlaub, Auto). Das schafft Klarheit.

    Fazit: Du hast das in der Hand!

    Ihr Lieben Mamas, ich weiß, das klingt jetzt vielleicht nach viel auf einmal. Aber denk daran: Jeder kleine Schritt zählt! Fang einfach an. Vielleicht mit der Bestandsaufnahme für einen Monat. Oder mit einem ersten "Geld-Date" mit deinem Partner.

    Du musst nicht perfekt sein. Es geht darum, ein System zu finden, das für EUCH als Familie funktioniert und euch ein gutes Gefühl gibt. Ein Gefühl von Sicherheit, Kontrolle und der Gewissheit, dass ihr eure finanziellen Träume gemeinsam verwirklichen könnt.

    Geld ist nicht nur eine Zahl auf dem Konto. Es ist ein Werkzeug, das euch helfen kann, das Leben zu leben, das ihr euch wünscht. Und du hast alle Fähigkeiten, dieses Werkzeug zu meistern.

    Du schaffst das!

    Alles Liebe, Eure Anja 💚

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    Anja Fischer
    Geschrieben von

    Anja Fischer

    Mama von drei Jungs (2019, 2021, 2023) und ganz nebenbei auch noch Gästehaus-Betreiberin und Content-Creatorin. Oder in kurz: Mama und Unternehmerin. Ich teile das, was für uns funktioniert - von Tipps & Tricks aus dem Mama-Alltag über Rezepte, Bastelideen, Orga- und Finanz-Tipps und vieles vieles mehr.

    Zuletzt aktualisiert: 31. August 2024

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