Typische Fehler, die Mamas machen (und wie du sie vermeidest)
Es ist völlig normal, dass wir in Sachen Finanzen manchmal danebengreifen oder Dinge aufschieben. Aber lass uns mal schauen, welche typischen Fallen wir gemeinsam umgehen können:
- Kein Überblick: Du weißt nicht genau, wie viel Geld reinkommt und wohin es jeden Monat verschwindet? Das ist der Klassiker! Ohne Überblick ist es schwer, bewusste Entscheidungen zu treffen.
- Aufschieberitis: "Mache ich morgen", "Habe ich keine Zeit für", "Ist mir zu kompliziert" – diese Sätze kennen wir alle. Aber je länger du wartest, desto mehr verpasst du die Chance, dass dein Geld für dich arbeitet.
- Alles dem Partner überlassen: Dein Partner kümmert sich um die Finanzen? Das ist bequem, aber gefährlich. Was, wenn ihr euch trennt oder ihm etwas zustößt? Deine finanzielle Bildung ist deine Absicherung.
- Angst vor Fehlern: Viele trauen sich nicht, mit dem Investieren anzufangen, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen. Aber kleine Schritte sind besser als gar keine!
- Kein Notgroschen: Wenn das Auto kaputtgeht oder die Waschmaschine den Geist aufgibt, wird es ohne Notgroschen schnell eng.
Dein Weg zum Vermögensaufbau – Schritt für Schritt (ohne Gurusprech)
Jetzt kommen wir zum spannenden Teil! Ich zeige dir, wie du ganz einfach und verständlich deine Finanzen in den Griff bekommst und anfängst, Vermögen aufzubauen.
Schritt 1: Kassensturz – Wo stehst du gerade?
Das ist der erste und wichtigste Schritt. Keine Sorge, das ist kein Hexenwerk!
- Einnahmen aufschreiben: Was kommt jeden Monat rein? Dein Gehalt, Elterngeld, Kindergeld, vielleicht Mieteinnahmen oder andere Einkünfte.
- Ausgaben erfassen: Das ist der kniffligere Teil. Schau dir deine Kontoauszüge der letzten drei Monate an. Was gibst du wofür aus?
- Feste Ausgaben: Miete, Strom, Handy, Internet, Versicherungen, Abos (Netflix, Spotify etc.), Kita-Gebühren, Kreditraten.
- Variable Ausgaben: Lebensmittel, Drogerie, Kleidung, Freizeit, Hobbys, Geschenke.
Tipp: Nutze ein einfaches Haushaltsbuch (es gibt tolle Apps wie Finanzguru oder kostenlose Excel-Vorlagen) oder notiere es einfach in einem Notizbuch. Mach das für ein bis zwei Monate. Du wirst staunen, wohin dein Geld fließt!
Dein Ziel: Einen klaren Überblick bekommen und Sparpotenziale erkennen. Vielleicht brauchst du das eine Abo gar nicht mehr? Oder du kannst beim Lebensmitteleinkauf ein bisschen optimieren?
Schritt 2: Schulden abbauen – Die Bremse lösen
Wenn du Schulden hast (Kreditkarten, Dispo, Konsumkredite), sollten diese deine Priorität sein.
- Priorisiere Schulden mit hohen Zinsen: Diese fressen dein Geld am schnellsten auf. Versuche, diese zuerst zu tilgen.
- Zahle mehr als die Mindestrate: Wenn es irgendwie geht, zahle jeden Monat etwas mehr zurück, um schneller schuldenfrei zu sein.
Warum das so wichtig ist: Jeder Euro, den du für Zinsen ausgibst, kann nicht für deinen Vermögensaufbau genutzt werden. Schulden sind wie eine Bremse.
Schritt 3: Dein Notgroschen – Dein Ruhepolster
Stell dir vor, die Waschmaschine geht kaputt, das Auto streikt oder du musst unerwartet zum Zahnarzt. Ohne Notgroschen wird das schnell zum Stressfaktor.
- Was ist ein Notgroschen? Das ist Geld, das du für unerwartete Ausgaben zur Seite legst.
- Wie viel sollte es sein? Experten empfehlen 3 bis 6 Monatsausgaben. Rechne aus, wie viel das bei dir ist. Bei 2.000€ monatlichen Ausgaben wären das 6.000€ bis 12.000€.
- Wo soll das Geld hin? Auf ein separates Tagesgeldkonto. Das ist sicher, du kommst jederzeit ran und bekommst sogar ein paar Zinsen. Wichtig: Es sollte nicht auf deinem Girokonto liegen, damit du es nicht versehentlich ausgibst.
Dein Ziel: Ein finanzielles Polster, das dir Sicherheit und Ruhe gibt.
Schritt 4: Investieren lernen – Dein Geld für dich arbeiten lassen
Jetzt kommt der Schritt, der vielen Mamas am meisten Angst macht, aber auch das größte Potenzial hat: Dein Geld für dich arbeiten lassen! Und keine Sorge, wir machen das ganz einfach.
Vergiss komplizierte Einzelaktien oder windige Finanzprodukte. Für uns Mamas, die wenig Zeit und viel zu tun haben, gibt es eine geniale Lösung: ETFs.
- Was sind ETFs? Stell dir einen ETF wie einen großen Korb vor, in dem ganz viele verschiedene Aktien von Unternehmen aus aller Welt liegen. Wenn du einen Anteil an diesem Korb kaufst, investierst du automatisch in Hunderte oder Tausende von Unternehmen gleichzeitig.
- Warum sind ETFs so toll für dich?
- Einfach: Du musst dich nicht um einzelne Unternehmen kümmern.
- Günstig: Die Gebühren sind super niedrig.
- Breit gestreut: Dein Risiko ist viel geringer, weil du nicht alles auf eine Karte setzt. Wenn es einem Unternehmen schlecht geht, fangen die anderen das auf.
- Langfristig: Über viele Jahre hinweg haben ETFs immer eine gute Rendite erzielt.
- Wie fange ich an?
- Eröffne ein Depot: Das ist ein spezielles Konto für deine Wertpapiere bei einer Online-Bank (z.B. Scalable Capital, Trade Republic, Comdirect). Das geht online in wenigen Minuten.
- Richte einen Sparplan ein: Du kannst festlegen, dass zum Beispiel jeden Monat 25€, 50€ oder 100€ automatisch in einen ETF deiner Wahl investiert werden. Das ist das Beste daran: Du musst dich nicht mehr darum kümmern!
- Wähle einen Welt-ETF: Für den Anfang ist ein sogenannter "Welt-ETF" (z.B. auf den MSCI World Index) ideal. Er investiert in Unternehmen aus der ganzen Welt und ist super breit gestreut.
Der Zinseszinseffekt – Dein bester Freund:
Das ist der absolute Game Changer! Stell dir vor, du legst jeden Monat 50€ in einen ETF-Sparplan an.
- Nach 1 Jahr: 600€
- Nach 5 Jahren: 3.000€ (plus Zinsen auf die Zinsen!)
- Nach 15 Jahren: Bei einer realistischen Rendite von 7% pro Jahr hättest du aus deinen eingezahlten 9.000€ (15 Jahre x 12 Monate x 50€) über 15.000€ gemacht! Dein Geld arbeitet für dich, während du schläfst, arbeitest oder mit deinen Kindern spielst. Das ist Magie!
Schritt 5: Zusätzliches Einkommen – Jede Kleinigkeit zählt
Manchmal ist es schwer, aus dem bestehenden Budget etwas abzuzweigen. Dann kann ein kleines Zusatzeinkommen Wunder wirken:
- Verkaufe ungenutzte Dinge: Auf Vinted, eBay Kleinanzeigen oder Flohmärkten kannst du Kleidung, Spielzeug oder Haushaltsgegenstände verkaufen, die du nicht mehr brauchst.
- Biete deine Fähigkeiten an: Kannst du gut backen, nähen, Texte schreiben, Fotos bearbeiten oder Nachhilfe geben? Vielleicht gibt es einen kleinen Nebenverdienst.
- Minijob: Wenn es zeitlich passt, kann ein Minijob bis zu 538€ im Monat (Stand 2024) steuer- und abgabenfrei sein.
Jeder zusätzliche Euro kann in deinen Notgroschen oder in deinen ETF-Sparplan fließen!
Schritt 6: Mit dem Partner sprechen – Ein Team sein
Finanzen sind Familiensache! Es ist super wichtig, dass du mit deinem Partner offen über Geld sprichst.
- Gemeinsame Ziele definieren: Wofür spart ihr? Urlaub, Haus, Altersvorsorge?
- Transparenz schaffen: Sprecht über Einnahmen, Ausgaben und eure Sparpläne.
- Gerechte Aufteilung: Gerade wenn einer von euch wegen der Kinder weniger arbeitet, ist es wichtig, über eine faire Aufteilung der Kosten und des Vermögensaufbaus zu sprechen. Vielleicht zahlt der Partner mehr in deinen ETF-Sparplan ein, um deine Rentenlücke auszugleichen?