Warum Nicht-Vorsorgen das größte Risiko für Mütter ist
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    Warum Nicht-Vorsorgen das größte Risiko für Mütter ist

    10 min Lesezeit
    Inhaltsverzeichnis
    18 Abschnitte

    Ihr Lieben Mamas,

    Lasst uns mal ganz ehrlich sein: Zwischen Windeln wechseln, Wäschebergen, Spielplatzbesuchen und dem Versuch, noch ein warmes Essen auf den Tisch zu zaubern, ist das Thema Finanzen oft das Letzte, woran wir denken. Oder es fühlt sich einfach viel zu kompliziert an, viel zu weit weg, viel zu angsteinflößend. Ich verstehe das total! Aber genau deshalb sitze ich heute mit dir hier, bei einer virtuellen Tasse Kaffee, um über ein Thema zu sprechen, das uns alle betrifft und das, auch wenn es unbequem ist, unglaublich wichtig ist: Warum Nicht-Vorsorgen das größte Risiko für uns Mütter ist.

    Es geht nicht darum, dir Angst zu machen, sondern darum, dich zu stärken und dir zu zeigen, dass du die Kontrolle über deine finanzielle Zukunft hast – auch wenn es sich im Moment vielleicht nicht so anfühlt. Du musst keine Finanzexpertin werden, aber ein paar grundlegende Dinge zu wissen und anzupacken, kann einen riesigen Unterschied machen.

    Das unsichtbare Risiko: Warum finanzielle Abhängigkeit so gefährlich ist

    Stell dir vor, du bist in einem wunderschönen Haus, das dein Partner gebaut hat. Es ist gemütlich, sicher, und du fühlst dich geborgen. Aber was passiert, wenn das Fundament wackelt? Wenn sich die Wege trennen, der Partner seinen Job verliert oder krank wird? Plötzlich stehst du da, vielleicht mit den Kindern, und merkst, dass du selbst kein eigenes Fundament gebaut hast.

    Genau das ist die finanzielle Abhängigkeit, und sie ist für uns Mütter oft eine unsichtbare Falle. Durch Elternzeit, Teilzeitmodelle und die klassische Rollenverteilung im Haushalt tragen wir oft die Hauptlast der Care-Arbeit. Das ist wertvoll und wichtig, aber es hat einen Preis:

    • Karriereknick und geringere Einkommen: Jede Auszeit oder Reduzierung der Arbeitszeit bedeutet weniger Gehalt, weniger Aufstiegschancen und damit auch geringere Rentenansprüche.
    • Altersarmut: Das ist leider keine Seltenheit mehr. Viele Frauen, die sich um die Familie gekümmert haben, landen im Alter in der Grundsicherung, weil ihre eigene Rente nicht ausreicht.
    • Handlungsunfähigkeit in Krisen: Was, wenn du dich trennen willst, aber finanziell nicht auf eigenen Beinen stehen kannst? Was, wenn eine unerwartete Ausgabe kommt und kein Notgroschen da ist?

    Es geht nicht darum, deinem Partner zu misstrauen, sondern darum, dich selbst abzusichern. Es geht um deine Würde, deine Freiheit und deine Fähigkeit, für dich und deine Kinder zu sorgen, egal was das Leben bringt.

    Dein Finanz-Check-up 2024/2025: Was du jetzt wissen musst

    Die deutsche Finanzlandschaft ist nicht immer einfach zu durchschauen, aber ein paar Eckpunkte sind entscheidend, besonders für Mütter:

    Elterngeld: Die neuen Regeln im Blick

    Das Elterngeld ist eine tolle Unterstützung, aber die Regeln haben sich geändert und können Mütter besonders treffen. Seit dem 1. April 2024 gilt:

    • Die Einkommensgrenze für Paare, deren Kind ab dem 1. April 2024 geboren wird, liegt bei 150.000 Euro zu versteuerndem Einkommen. Überschreitet ihr diese Grenze, habt ihr keinen Anspruch mehr auf Elterngeld.
    • Für Alleinerziehende liegt die Grenze bei 120.000 Euro.
    • Ab dem 1. April 2025 werden die Grenzen nochmals angepasst: 175.000 Euro für Paare und 150.000 Euro für Alleinerziehende.

    Was bedeutet das für dich? Wenn ihr knapp über diesen Grenzen liegt, kann es sein, dass ihr plötzlich ohne Elterngeld dasteht. Das ist ein Schock, der die Haushaltskasse stark belasten kann. Es zeigt, wie wichtig es ist, sich nicht nur auf staatliche Leistungen zu verlassen.

    Die "Ehegattensplitting-Falle": Ein zweischneidiges Schwert

    Das Ehegattensplitting klingt erstmal super: Ihr werdet als Paar gemeinsam veranlagt, und das kann eure Steuerlast senken. Oft wählt der Hauptverdiener (häufig der Mann) die Steuerklasse III und der geringer Verdienende (oft die Frau) die Steuerklasse V.

    Der Haken: In Steuerklasse V hast du einen sehr hohen Steuerabzug und damit ein viel geringeres Nettoeinkommen. Das fühlt sich im Monat vielleicht nicht so schlimm an, weil das gemeinsame Haushaltsbudget durch die Steuerklasse III des Partners profitiert. Aber:

    • Dein geringeres Netto bedeutet, dass du weniger in die Rentenkasse einzahlst.
    • Dein geringeres Netto kann sich negativ auf die Höhe von Lohnersatzleistungen wie Krankengeld oder Arbeitslosengeld auswirken, falls du sie mal brauchst.
    • Dein geringeres Netto bedeutet, dass du weniger eigenes Geld zum Sparen oder Investieren hast.

    Mein Tipp: Sprecht offen über die Steuerklassen. Manchmal ist die Kombination IV/IV mit Faktor die bessere Wahl, auch wenn ihr monatlich etwas mehr Steuern zahlt, weil es gerechter ist und deine eigenen Ansprüche sich nicht so stark reduzieren.

    Freibeträge: Dein Geld, das dir zusteht

    • Grundfreibetrag: Ein Teil deines Einkommens ist immer steuerfrei. Für 2024 liegt er bei 11.604 Euro. Das bedeutet, bis zu diesem Betrag zahlst du keine Einkommensteuer.
    • Kinderfreibetrag: Für jedes Kind gibt es einen Freibetrag, der das zu versteuernde Einkommen der Eltern mindert. Das ist wichtig, um zu prüfen, ob der Kinderfreibetrag oder das Kindergeld für euch vorteilhafter ist (das prüft das Finanzamt automatisch).

    Inflation und Rentenlücke: Die stillen Geld-Fresser

    • Inflation: Dein Geld wird jedes Jahr ein bisschen weniger wert. Wenn du 100 Euro unter dem Kopfkissen hast, kannst du dir in fünf Jahren dafür weniger kaufen. Deshalb ist es wichtig, dass dein Geld arbeitet und nicht nur herumliegt.
    • Rentenlücke: Die gesetzliche Rente wird für viele von uns nicht ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten. Besonders für Mütter mit Karrierepausen klafft hier oft eine riesige Lücke. Das ist die Rentenlücke, und sie zu schließen, ist eine deiner wichtigsten finanziellen Aufgaben.

    Typische Fehler, die wir Mamas machen (und wie du sie vermeidest)

    Es ist leicht, in diese Fallen zu tappen, weil wir oft andere Prioritäten haben oder uns einfach nicht auskennen. Aber keine Sorge, wir können das ändern!

    • "Mein Mann kümmert sich um die Finanzen." Das ist der Klassiker! Es ist toll, wenn ihr euch Aufgaben teilt, aber bei den Finanzen solltest du immer mit im Boot sein. Du musst die Zahlen nicht selbst buchen, aber du solltest wissen, was reinkommt, was rausgeht, welche Versicherungen ihr habt und wo das Ersparte liegt.
    • Die Rentenlücke ignorieren. "Ach, bis dahin ist noch so lange!" – Ja, aber je früher du anfängst, desto weniger musst du monatlich einzahlen, dank des Zinseszinseffekts.
    • Kein Notgroschen vorhanden. Wenn die Waschmaschine kaputtgeht, das Auto streikt oder du plötzlich eine Zahnarztrechnung bekommst, ist es Gold wert, ein Polster zu haben. Ohne Notgroschen gerät man schnell in die Schuldenfalle.
    • Steuerliche Auswirkungen nicht verstehen. Besonders die Steuerklasse V kann sich langfristig negativ auf deine Rente auswirken. Lass dich beraten!
    • Aufschieberitis. "Morgen fange ich an." – Kennen wir alle! Aber bei Finanzen ist jeder Tag, den du wartest, verlorenes Potenzial.
    • Mangelndes Finanzwissen. Du musst kein BWL-Studium absolvieren, aber die Basics zu verstehen, gibt dir Sicherheit und Selbstvertrauen.

    Emotionale Hürden überwinden: Du bist nicht allein!

    Ich weiß, dass das Thema Geld oft mit vielen Emotionen verbunden ist:

    • "Geldangst": Die Angst, Fehler zu machen, nicht genug zu haben oder das Thema nicht zu verstehen.
    • Überforderung: Wenn du nach der Arbeit noch drei Kinder versorgen und den Haushalt managen musst, fühlt sich das zusätzliche Thema Finanzen wie ein riesiger Berg an.
    • "Das ist Männersache": Ein tief verwurzeltes Klischee, das uns Frauen oft die Verantwortung abnimmt, aber auch die Kontrolle.
    • Geringes Selbstwertgefühl: Manchmal fühlen wir uns nicht "berechtigt", über Geld zu sprechen oder eigene finanzielle Entscheidungen zu treffen, besonders wenn wir gerade nicht oder weniger verdienen.

    Meine liebe Mama, ich verstehe dich! Es ist absolut okay, diese Gefühle zu haben. Aber ich verspreche dir: Du musst kein Finanzprofi werden, um deine Finanzen in den Griff zu bekommen. Es geht um kleine, machbare Schritte. Und du bist es wert, finanziell unabhängig und sicher zu sein!

    Dein Action Plan: Kleine Schritte zu großer Sicherheit

    Bereit, das Ruder in die Hand zu nehmen? Hier ist dein Fahrplan, den du Schritt für Schritt abarbeiten kannst:

    1. Überblick verschaffen: Wo stehst du?

    • Einnahmen & Ausgaben checken: Nimm dir einen Monat Zeit und schreib alles auf, was reinkommt und rausgeht. Nutze eine App, eine Excel-Tabelle oder einfach ein Notizbuch.
    • Budget erstellen: Wo kannst du sparen? Wo gibt es "Lecks"? Ein Budget gibt dir Kontrolle.
    • Konten checken: Welche Konten habt ihr? Wer hat Zugriff? Sind die Passwörter sicher?

    2. Der Notgroschen: Dein finanzielles Sicherheitsnetz

    • Ziel: Baue ein Polster von 3 bis 6 Monatsausgaben auf einem separaten Tagesgeldkonto auf.
    • Wie: Fang klein an! Lege jeden Monat 50 Euro zur Seite, dann 100 Euro, dann mehr, wenn möglich. Automatisiere die Überweisung.
    • Warum: Für unerwartete Ausgaben, Jobverlust oder andere Notfälle. Das gibt dir unglaubliche Ruhe.

    3. Absicherung schaffen: Was wirklich wichtig ist

    • Haftpflichtversicherung: Ein Muss für jeden! Schützt dich vor Schäden, die du anderen zufügst.
    • Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Wenn du durch Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten kannst, zahlt die BU eine Rente. Gerade für Mütter, die oft in Teilzeit arbeiten und weniger Rentenansprüche haben, ist das extrem wichtig.
    • Risikolebensversicherung: Wenn ihr ein Haus oder Kredite habt und ein Partner stirbt, sichert diese Versicherung die Familie ab.

    4. Altersvorsorge starten: Deine Rente von morgen

    • Riester-Rente: Staatlich gefördert, besonders attraktiv für Familien mit Kindern durch Zulagen. Prüfe, ob sie für dich Sinn macht.
    • Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Wenn dein Arbeitgeber das anbietet, ist das oft eine gute Option, da der Arbeitgeber mitzahlt und du Steuern sparst.
    • ETFs (Exchange Traded Funds): Das ist keine Raketenwissenschaft! ETFs sind wie ein Korb voller Aktien, die einen Index (z.B. den MSCI World) abbilden. Du investierst breit gestreut und profitierst von der Entwicklung der Weltwirtschaft. Das ist langfristig eine der besten Möglichkeiten, Vermögen aufzubauen und deine Rentenlücke zu schließen.

    5. Vermögensaufbau mit ETFs: Dein Geld arbeitet für dich

    • Sparplan einrichten: Schon mit 25 Euro im Monat kannst du einen ETF-Sparplan starten.
    • Langfristig denken: Je länger dein Geld investiert ist, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt.
    • Diversifikation: Mit einem Welt-ETF (z.B. MSCI World) bist du breit aufgestellt und minimierst das Risiko.

    6. Finanzwissen aufbauen: Dein Schlüssel zur Unabhängigkeit

    • Bücher, Podcasts, Blogs: Es gibt so viele tolle Ressourcen, die Finanzthemen einfach erklären. Fang mit kleinen Häppchen an.
    • Kurse für Frauen: Es gibt immer mehr Angebote speziell für Frauen, die Finanzen verständlich machen.
    • Fragen stellen: Scheue dich nicht, Freunde, Familie oder auch Finanzberater zu fragen.

    7. Kommunikation in der Partnerschaft: Ein Team sein

    • Regelmäßige Finanz-Meetings: Setzt euch einmal im Monat zusammen und sprecht über eure Finanzen.
    • Transparenz: Beide sollten wissen, was auf den Konten ist, welche Versicherungen laufen und wo die Sparpläne sind.
    • Gemeinsame Ziele: Was wollt ihr erreichen? Ein Haus? Die Ausbildung der Kinder? Die eigene Altersvorsorge?

    Die Macht des frühen Starts: Ein Rechenbeispiel

    Stell dir vor, du fängst heute an, 50 Euro im Monat in einen breit gestreuten Welt-ETF zu investieren. Bei einer realistischen durchschnittlichen Rendite von 6% pro Jahr (historisch waren es oft mehr):

    • Nach 10 Jahren hättest du etwa 8.194 Euro angespart (davon ca. 2.194 Euro Zinsen!).
    • Nach 20 Jahren wären es schon 23.102 Euro (davon ca. 11.102 Euro Zinsen!).
    • Nach 30 Jahren hättest du unglaubliche 50.226 Euro (davon ca. 32.226 Euro Zinsen!).

    Und das alles nur mit 50 Euro im Monat! Stell dir vor, was passiert, wenn du später 100 Euro oder mehr sparen kannst. Der Zinseszinseffekt ist dein bester Freund. Jeder Tag, den du früher anfängst, zählt doppelt.

    Fazit: Deine finanzielle Zukunft liegt in deinen Händen

    Ihr Lieben Mamas, ich weiß, das war jetzt viel Information. Aber ich hoffe, es hat dir gezeigt, dass das Thema Finanzen nicht beängstigend sein muss, sondern eine riesige Chance ist. Eine Chance, dir selbst und deinen Kindern ein sicheres Fundament zu bauen. Eine Chance, unabhängig zu sein und die Freiheit zu haben, Entscheidungen zu treffen, die gut für dich sind.

    Du musst nicht alles auf einmal machen. Fang mit einem kleinen Schritt an. Schau dir deine Ausgaben an. Richte einen Sparplan für deinen Notgroschen ein. Lies einen Artikel über ETFs. Jede kleine Handlung bringt dich näher an deine finanzielle Sicherheit.

    Du bist stark, du bist klug, und du schaffst das! Deine finanzielle Unabhängigkeit ist ein Geschenk, das du dir selbst machst.

    Alles Liebe, Eure Anja 💚

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    Kommentare (3)

    Kommentare werden vor Veröffentlichung geprüft.

    Alinavor mehr als 1 Jahr

    Das mit dem Fundament is so treffend! Finanzielle Abhängigkeit is echt ne große Angst von mir. Gut, dass du uns das so ehrlich zeigst. 🙏

    Anja• Antwort

    Danke dir! Das Gefühl kenne ich von vielen Mamas. Es ist so wichtig, sich dieser Herausforderung zu stellen. 💖

    K. Meyervor mehr als 1 Jahr

    Das unsichtbare Risiko... da hab ich mich total wiedergefunden. Is echt ne Falle. 🙈

    Anja• Antwort

    Das höre ich leider viel zu oft! Aber wir können das ändern. Gemeinsam geht das! 💪

    Marlene Hartmannvor mehr als 1 Jahr

    Uff das mit der finanziellen Abhängigkeit is wirklich so ein Punkt. Fühl mich da so oft gefangen wenn ich über die Zukunft nachdenk. Muss echt mehr drauf achten! 😳

    Anja• Antwort

    Danke für deine Offenheit! Dieses Gefühl kennen viele Mütter. Der erste Schritt is oft der schwerste, aber er lohnt sich! Du schaffst das 💪

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    Anja Fischer
    Geschrieben von

    Anja Fischer

    Mama von drei Jungs (2019, 2021, 2023) und ganz nebenbei auch noch Gästehaus-Betreiberin und Content-Creatorin. Oder in kurz: Mama und Unternehmerin. Ich teile das, was für uns funktioniert - von Tipps & Tricks aus dem Mama-Alltag über Rezepte, Bastelideen, Orga- und Finanz-Tipps und vieles vieles mehr.

    Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2024

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