Vorsorge-Check für Familien: Das solltest du regelmäßig prüfen
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    Vorsorge-Check für Familien: Das solltest du regelmäßig prüfen

    10 min Lesezeit
    Inhaltsverzeichnis
    17 Abschnitte

    Ihr Lieben Mamas,

    Puh, ich weiß genau, wie das ist: Der Alltag mit Kindern ist ein Marathon, kein Sprint. Zwischen Windeln wechseln, Brei kochen, Spielplatz-Besuchen und dem Versuch, selbst noch ein bisschen Arbeit oder Me-Time unterzubringen, fühlt sich der Gedanke an "Finanzen checken" oft an wie ein weiterer riesiger Berg, den man erklimmen soll. Und ganz ehrlich, wer hat schon Lust, sich nach einem langen Tag noch durch komplizierte Versicherungsbedingungen oder Steuerformulare zu wühlen?

    Ich verstehe dich total, wenn du denkst: "Ich versteh nix von Geld!", "Das ist mir zu kompliziert!" oder "Das macht doch mein Mann." Aber genau hier möchte ich dich heute sanft an die Hand nehmen und dir zeigen: Du musst kein Finanzprofi werden! Es geht darum, ein paar wichtige Dinge im Blick zu haben, damit du und deine Familie finanziell sicher seid. Und das Beste? Du kannst das in kleinen, machbaren Schritten erledigen. Es geht um deine finanzielle Sicherheit, deine Unabhängigkeit und vor allem um dein ruhiges Gewissen. Lass uns das gemeinsam angehen, ganz entspannt, als würden wir beim Kaffee sitzen.

    Dein Fundament: Budget und Notgroschen – Die Basis für alles

    Stell dir vor, dein Familienleben ist ein Haus. Bevor du an die Einrichtung denkst, brauchst du ein solides Fundament. Das sind dein Budget und dein Notgroschen.

    Dein monatliches Budget: Wo geht das Geld hin?

    Ich weiß, das klingt nach Arbeit, aber es ist wirklich der erste und wichtigste Schritt. Ein Budget ist wie ein Fahrplan für dein Geld. Es zeigt dir, wohin es fließt und wo du vielleicht etwas ändern kannst.

    • Warum ist das wichtig? Du bekommst ein Gefühl dafür, was reinkommt und was rausgeht. Das gibt dir Kontrolle und nimmt dir die Angst vor unerwarteten Ausgaben.
    • Wie fange ich an?
      1. Einnahmen aufschreiben: Dein Gehalt, Kindergeld, Elterngeld, etc. – alles, was reinkommt.
      2. Feste Ausgaben notieren: Miete, Strom, Handy, Internet, Versicherungen, Abos. Das sind die Dinge, die jeden Monat gleich sind.
      3. Variable Ausgaben tracken: Lebensmittel, Freizeit, Kleidung, Hobbys. Hier hilft eine App oder ein Notizbuch, um ein paar Wochen lang alles zu erfassen.
      4. Übersicht schaffen: Am Ende des Monats siehst du, wo du stehst. Vielleicht merkst du, dass der Coffee-to-go öfter vorkommt, als dir lieb ist, oder dass du bei einem Abo sparen könntest.

    Dein Notgroschen: Dein finanzieller Airbag

    Stell dir vor, die Waschmaschine geht kaputt, das Auto streikt oder du musst unerwartet zum Zahnarzt. Ohne Notgroschen kann das schnell zur finanziellen Katastrophe werden.

    • Was ist das? Ein Puffer für unvorhergesehene Ausgaben.
    • Wie viel sollte es sein? Experten empfehlen 3 bis 6 Monatsausgaben. Ja, das klingt viel, aber fang klein an! Wenn du zum Beispiel monatlich 2.000€ Ausgaben hast, wären das 6.000€ bis 12.000€.
    • Wo lege ich es an? Auf einem separaten Tagesgeldkonto. So ist es schnell verfügbar, aber nicht direkt auf deinem Girokonto, wo du es aus Versehen ausgeben könntest. Wichtig: Es sollte nicht auf einem Sparbuch liegen, wo die Inflation es auffrisst.

    Dein Schutzschild: Die wichtigsten Versicherungen für deine Familie

    Versicherungen sind wie ein Regenschirm: Man braucht sie nicht jeden Tag, aber wenn es regnet, ist man froh, einen zu haben. Hier sind die absoluten Must-haves, besonders für Familien:

    1. Die private Haftpflichtversicherung: Absolutes Muss!

    Dein Kind malt mit Filzstift auf Nachbars neuem Sofa? Dein Mann stößt beim Einkaufen ein teures Regal um? Du selbst verursachst einen Fahrradunfall? Ohne Haftpflicht kann das richtig teuer werden und dich im schlimmsten Fall ruinieren.

    • Was sie leistet: Sie zahlt, wenn du oder deine Kinder (solange sie noch nicht deliktsfähig sind, also meist unter 7 Jahren) jemand anderem einen Schaden zufügt.
    • Wichtig: Achte darauf, dass "deliktsunfähige Kinder" mitversichert sind. Das ist nicht immer Standard!

    2. Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Dein wichtigster Schutz!

    Ich kann es nicht oft genug betonen: Die BU ist für dich als Mama, egal ob du Vollzeit, Teilzeit oder in Elternzeit bist, die wichtigste Versicherung überhaupt! Was passiert, wenn du wegen Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten kannst? Die staatliche Erwerbsminderungsrente ist oft viel zu gering, um davon leben zu können.

    • Warum so wichtig? Sie sichert dein Einkommen, wenn du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Das ist deine finanzielle Unabhängigkeit!
    • Typischer Fehler: Viele denken, das betrifft nur körperlich Arbeitende. Aber auch psychische Erkrankungen (Burnout, Depressionen) sind häufige Gründe für Berufsunfähigkeit.
    • Tipp: Schließe sie so früh wie möglich ab, denn je jünger und gesünder du bist, desto günstiger ist sie.

    3. Die Risikolebensversicherung: Für den Fall der Fälle

    Wenn du die Hauptverdienerin bist oder ihr als Paar ein gemeinsames Einkommen habt und Kinder versorgt werden müssen, ist diese Versicherung ein Muss.

    • Was sie leistet: Sie zahlt eine vereinbarte Summe an deine Familie, falls du stirbst. Das gibt deinen Liebsten Zeit, sich finanziell neu zu ordnen.
    • Wichtig: Die Versicherungssumme sollte so hoch sein, dass sie die Lebenshaltungskosten für mehrere Jahre deckt und eventuelle Kredite (z.B. für ein Haus) abzahlt.

    4. Die Rechtsschutzversicherung: Wenn's mal knirscht

    Manchmal kommt es zu Streitigkeiten, die man nicht alleine lösen kann – sei es mit dem Vermieter, dem Arbeitgeber oder nach einem Verkehrsunfall.

    • Was sie leistet: Sie übernimmt die Kosten für Anwälte und Gerichtsverfahren.

    Was du nicht unbedingt brauchst (oder erst später):

    • Hausratversicherung: Wichtig, wenn du viele wertvolle Dinge besitzt. Bei Mietwohnungen oft nicht so dringend wie die Haftpflicht.
    • Unfallversicherung: Kann sinnvoll sein, aber die BU ist meist wichtiger, da sie auch bei Krankheit zahlt.

    Deine Zukunft: Altersvorsorge und Kinder-Sparpläne

    Als Mama, die vielleicht in Teilzeit arbeitet oder eine längere Elternzeit hatte, hast du oft Lücken in deiner Rentenbiografie. Deshalb ist es umso wichtiger, dass du dich aktiv um deine Altersvorsorge kümmerst!

    Deine eigene Rente: Warum du als Mama besonders aufpassen musst

    Die gesetzliche Rente wird allein nicht reichen. Und jede Lücke durch Kindererziehung oder Teilzeitjob wirkt sich später aus.

    • Riester-Rente:
      • Vorteile: Staatliche Zulagen! Du bekommst eine Grundzulage von 175€ pro Jahr. Und das Beste: Für jedes Kind, das ab 2008 geboren wurde, gibt es 300€ pro Jahr extra, für ältere Kinder 185€. Wenn du unter 25 bist und deinen ersten Riester-Vertrag abschließt, gibt es sogar einmalig 200€ Berufseinsteiger-Bonus. Das ist geschenktes Geld!
      • Wichtig: Um die volle Zulage zu bekommen, musst du mindestens 4% deines Vorjahresbruttoeinkommens (abzüglich der Zulagen) einzahlen.
      • Achtung: Die Riester-Rente wird aktuell reformiert. Die genauen Änderungen für 2024/2025 stehen noch nicht fest, aber die bisherigen Zulagen sind weiterhin gültig und attraktiv. Es lohnt sich, die Entwicklungen im Blick zu behalten.
    • ETFs (Exchange Traded Funds): Einfach und effektiv
      • Was ist das? Stell dir vor, du kaufst nicht nur eine Aktie, sondern ein kleines Stück von ganz vielen Unternehmen auf einmal. Das macht ETFs so breit gestreut und weniger riskant als Einzelaktien.
      • Wie funktioniert's? Mit einem ETF-Sparplan zahlst du monatlich einen festen Betrag (z.B. 50€ oder 100€) in einen ETF ein. Das geht ganz einfach über deine Bank oder einen Online-Broker.
      • Vorteil: Geringe Kosten, gute Renditechancen auf lange Sicht.
    • Betriebliche Altersvorsorge (bAV):
      • Wenn dein Arbeitgeber eine bAV anbietet, nutze sie! Oft gibt es einen Arbeitgeberzuschuss, das ist quasi eine Gehaltserhöhung für deine Rente.

    Sparpläne für deine Kinder: Getrennt von deiner Rente

    Es ist eine tolle Idee, schon früh für deine Kinder zu sparen, sei es für den Führerschein, das Studium oder den Start ins Berufsleben.

    • Tipp: Lege das Geld für deine Kinder getrennt von deiner eigenen Altersvorsorge an. Ein ETF-Sparplan auf den Namen des Kindes (oder auf deinen, falls du die Kontrolle behalten möchtest) ist hier eine beliebte und flexible Option.
    • Wichtig: Achte auf den Sparerpauschbetrag (aktuell 1.000€ pro Person pro Jahr). Wenn du das Depot auf den Namen deines Kindes eröffnest, kann es diesen Freibetrag nutzen und muss auf Gewinne bis zu dieser Höhe keine Steuern zahlen.

    Dein Plan B: Erbe, Vollmachten und Steuern optimieren

    Diese Themen klingen vielleicht trocken, aber sie sind unglaublich wichtig für die Sicherheit deiner Familie.

    Vorsorgevollmacht & Testament: Nicht nur für Reiche!

    Was passiert, wenn du oder dein Partner durch einen Unfall oder eine Krankheit handlungsunfähig werdet? Ohne Vorsorgevollmacht kann niemand für dich entscheiden, nicht einmal dein Partner.

    • Vorsorgevollmacht: Ermächtigt eine Person deines Vertrauens, in deinem Namen zu handeln (finanziell, medizinisch).
    • Patientenverfügung: Legt fest, welche medizinischen Maßnahmen du wünschst oder ablehnst, falls du dich nicht mehr äußern kannst.
    • Testament: Regelt, wer dein Vermögen erbt. Ohne Testament tritt die gesetzliche Erbfolge ein, die nicht immer deinen Wünschen entspricht. Besonders wichtig, wenn ihr unverheiratet seid oder Patchwork-Familien seid.

    Staatliche Unterstützung & Steuervorteile nutzen:

    Der Staat unterstützt Familien – du musst nur wissen, wo du ansetzen kannst!

    • Kindergeld & Kinderfreibetrag:
      • Du bekommst aktuell 250€ pro Kind pro Monat.
      • Der Kinderfreibetrag (für 2024: 6.384€ pro Kind) wird bei der Einkommensteuererklärung berücksichtigt.
      • Die Günstigerprüfung: Das Finanzamt prüft automatisch, ob für dich das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag vorteilhafter ist. Du musst dich um nichts kümmern, außer die Anlage Kind auszufüllen.
    • **Elterngeld: Die neuen Regeln 2024/2025 – KRITISCH!
      • Wichtigste Änderung für Geburten ab dem 1. April 2024: Die Einkommensgrenze für Paare, die Elterngeld beziehen wollen, wurde auf 150.000€ zu versteuerndes Einkommen gesenkt. Ab dem 1. April 2025 sinkt sie weiter auf 120.000€. Liegt euer Einkommen darüber, habt ihr keinen Anspruch mehr.
      • Gleichzeitiger Bezug von Basiselterngeld: Ab dem 1. April 2024 können Eltern das Basiselterngeld nur noch für maximal einen Monat gleichzeitig beziehen (innerhalb der ersten 12 Lebensmonate des Kindes). Ausnahmen gibt es bei Mehrlingsgeburten, Frühgeburten oder Behinderung des Kindes.
      • Was das für dich bedeutet: Prüfe unbedingt, ob und wie diese Änderungen eure Familienplanung und euer Elterngeld beeinflussen!
    • Steuerklassen optimieren:
      • Als verheiratetes Paar könnt ihr zwischen den Steuerklassenkombinationen III/V oder IV/IV wählen.
      • Tipp: Wenn einer von euch deutlich mehr verdient, kann die Kombination III/V sinnvoll sein, um monatlich mehr Netto zu haben. Für die Elterngeldberechnung ist es oft vorteilhaft, wenn derjenige, der Elterngeld beziehen wird, frühzeitig in die günstigere Steuerklasse (meist III) wechselt, da das Elterngeld vom Nettoeinkommen vor der Geburt berechnet wird. Sprecht hier am besten mit einem Steuerberater.

    Inflation: Der stille Geldvernichter

    Du hast fleißig gespart, aber das Geld liegt nur auf dem Sparbuch? Dann verliert es durch die Inflation stetig an Wert.

    • Was tun? Dein Notgroschen gehört auf ein Tagesgeldkonto. Alles, was darüber hinausgeht und längerfristig nicht benötigt wird, sollte investiert werden (z.B. in ETFs), um die Inflation auszugleichen und dein Vermögen wachsen zu lassen.

    Dein jährlicher Check-up: Dranbleiben ist alles!

    Finanzen sind keine einmalige Sache. Dein Leben ändert sich, die Gesetze ändern sich – deshalb ist ein regelmäßiger Check-up wichtig.

    • Wann prüfen? Mindestens einmal im Jahr, zum Beispiel nach der Steuererklärung oder zum Jahreswechsel.
    • Was prüfen?
      • Passt dein Budget noch?
      • Ist dein Notgroschen ausreichend?
      • Sind deine Versicherungen noch aktuell (z.B. neue Lebenssituation, neues Auto)?
      • Wie entwickeln sich deine Altersvorsorge-Sparpläne?
      • Gibt es neue staatliche Förderungen oder Gesetzesänderungen (wie beim Elterngeld)?
    • Praktische Tipps für den Alltag:
      • Finanz-Date: Lege einen festen Termin im Kalender fest, z.B. einmal im Monat 30 Minuten oder einmal im Quartal eine Stunde. Mach es dir gemütlich, vielleicht mit einem Kaffee oder Tee.
      • Kleine Schritte: Du musst nicht alles auf einmal machen. Nimm dir jeden Monat eine Sache vor. Diesen Monat das Budget, nächsten Monat die Versicherungen.
      • Digitale Tools: Viele Banking-Apps bieten Budget-Funktionen. Es gibt auch spezielle Finanz-Apps, die dir helfen können.
      • Professionelle Hilfe: Wenn du dich überfordert fühlst, scheue dich nicht, einen unabhängigen Finanzberater oder Steuerberater zu Rate zu ziehen. Eine gute Beratung ist eine Investition in deine Zukunft.

    Du siehst, es ist kein Hexenwerk. Es sind viele kleine Schritte, die in Summe einen großen Unterschied machen. Jeder Schritt, den du heute gehst, ist ein Schritt in Richtung mehr Sicherheit und Gelassenheit für dich und deine Familie. Du bist eine starke Mama, und du schaffst das!

    Alles Liebe, Eure Anja 💚

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    Kommentare (2)

    Kommentare werden vor Veröffentlichung geprüft.

    Lisavor etwa 1 Jahr

    Puh, der Finanz-Berg! 😅 Genau das brauchte ich, um endlich das Budget anzugehen. Mein Mann machts sonst immer. Danke für den Reminder!

    Anja• Antwort

    Freut mich total, dass der Artikel dich motiviert! 😊 Du schaffst das, auch in kleinen Schritten. Das ruhige Gewissen ist Gold wert!

    Patriciavor mehr als 1 Jahr

    Oh ja, der Finanz-Berg! 😅 Fühl mich so oft überfordert damit. Die Idee mit dem Fundament find ich super, muss das Budget echt mal angehn.

    Anja• Antwort

    Genau das Gefühl kenn ich! Schön, dass die Metapher dir hilft. Fang einfach an, es muss nicht perfekt sein. 💪

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    Anja Fischer
    Geschrieben von

    Anja Fischer

    Mama von drei Jungs (2019, 2021, 2023) und ganz nebenbei auch noch Gästehaus-Betreiberin und Content-Creatorin. Oder in kurz: Mama und Unternehmerin. Ich teile das, was für uns funktioniert - von Tipps & Tricks aus dem Mama-Alltag über Rezepte, Bastelideen, Orga- und Finanz-Tipps und vieles vieles mehr.

    Zuletzt aktualisiert: 14. November 2024

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