Ihr Lieben Mamas,
heute sprechen wir über ein Thema, das vielen von uns Kopfzerbrechen bereitet, aber so unglaublich wichtig ist: unsere Finanzen! Genauer gesagt, über die richtige Reihenfolge beim Aufbau unserer finanziellen Sicherheit und unseres Vermögens. Ich weiß, das klingt vielleicht erstmal kompliziert oder nach etwas, das man "später" mal angeht. Aber glaubt mir, wenn wir das Fundament richtig legen, wird alles andere viel einfacher und stabiler.
Stell dir vor, du möchtest ein wunderschönes Haus bauen. Würdest du zuerst das Dach aufsetzen oder die Fenster einbauen, bevor das Fundament steht? Natürlich nicht! Genauso ist es mit unseren Finanzen: Es gibt eine logische Reihenfolge, die uns vor bösen Überraschungen schützt und uns langfristig Freiheit schenkt. Und diese Reihenfolge lautet ganz klar: Vorsorge vor Vermögen.
Gerade wir Mamas, die oft in Teilzeit arbeiten, eine Elternzeit einlegen oder die Hauptlast der Care-Arbeit tragen, sind finanziell besonders gefordert. Wir müssen uns absichern, damit wir und unsere Kinder auch in schwierigen Zeiten gut dastehen. Es geht nicht darum, Finanzprofis zu werden, sondern darum, die wichtigsten Schritte zu kennen und umzusetzen. Lass uns das gemeinsam angehen, Schritt für Schritt, ganz ohne Fachchinesisch!
Warum Vorsorge an erster Stelle steht: Dein finanzielles Fundament
Vorsorge bedeutet, dich und deine Familie gegen unvorhergesehene Ereignisse abzusichern. Es ist dein Sicherheitsnetz, das dich auffängt, wenn mal etwas schiefgeht. Erst wenn dieses Netz stabil ist, können wir uns dem Vermögensaufbau widmen – also dem "Hausbau" auf diesem Fundament.
Schritt 1: Dein Notgroschen – Der Retter in der Not
Der Notgroschen ist dein allererster und wichtigster Schritt. Er ist das Geldpolster, das dir hilft, wenn die Waschmaschine kaputtgeht, das Auto eine teure Reparatur braucht oder du unerwartet deinen Job verlierst. Ohne Notgroschen müsstest du im Ernstfall Kredite aufnehmen, was dich nur noch tiefer in die Bredouille bringen würde.
Wie viel sollte es sein? Als Faustregel gilt: Lege drei bis sechs Netto-Monatsausgaben beiseite. Für Familien ist es oft ratsam, eher sechs Monate anzustreben, da die Ausgaben meist höher und unvorhersehbarer sind.
- Beispielrechnung für eine Familie:
- Eure monatlichen Fixkosten (Miete/Kredit, Strom, Internet, Handy, Versicherungen, Kita, Lebensmittel, Auto, etc.) betragen beispielsweise 3.000 Euro.
- Dein Notgroschen sollte dann zwischen 9.000 Euro (3 Monate) und 18.000 Euro (6 Monate) liegen.
Wo bewahrst du ihn auf? Dein Notgroschen gehört auf ein Tagesgeldkonto. Das ist ein separates Konto, auf das du jederzeit zugreifen kannst, aber das nicht mit deinem Girokonto vermischt ist. So kommst du nicht in Versuchung, es für spontane Ausgaben anzuzapfen, und es bringt dir vielleicht sogar ein paar Zinsen.
Dein erster Schritt:
- Liste alle eure monatlichen Ausgaben auf.
- Multipliziere diese Summe mit 3 und dann mit 6. Das ist deine Zielspanne.
- Eröffne ein Tagesgeldkonto, falls du noch keins hast.
- Richte einen Dauerauftrag ein, um jeden Monat einen festen Betrag auf dieses Konto zu überweisen, bis dein Notgroschen voll ist. Auch kleine Beträge helfen!
Schritt 2: Schulden abbauen – Die schweren Rucksäcke ablegen
Bevor wir ans Investieren denken, sollten wir uns von teuren Schulden befreien. Das sind vor allem Konsumschulden mit hohen Zinsen, wie Ratenkredite für Fernseher, Dispokredite oder Kreditkartenschulden. Diese Zinsen fressen dein Geld auf und verhindern, dass du finanziell vorankommst.
- Priorität: Konzentriere dich zuerst auf Schulden mit den höchsten Zinsen.
- Strategie: Zahle so viel wie möglich auf diese Schulden ein, während du die Mindestraten für andere Schulden begleichst. Wenn die teuerste Schuld weg ist, nimm das frei gewordene Geld und nutze es, um die nächste Schuld zu tilgen (Schneeball- oder Lawinenmethode).
Wichtig: Ein Immobilienkredit ist in der Regel eine "gute" Schuld, da er oft niedrigere Zinsen hat und du damit Vermögen aufbaust. Hier geht es wirklich um die teuren Konsumschulden.
Schritt 3: Die wichtigsten Versicherungen – Dein Schutzschild
Versicherungen sind wie ein Schutzschild für deine Familie. Sie bewahren dich vor finanziellen Katastrophen, die deinen Notgroschen sofort aufzehren oder dich sogar in den Ruin treiben könnten. Aber Achtung: Nicht jede Versicherung ist sinnvoll! Konzentriere dich auf die wirklich wichtigen.
- Private Haftpflichtversicherung (PHV): Ein absolutes MUSS! Sie zahlt, wenn du oder deine Kinder unbeabsichtigt jemand anderem Schaden zufügen (z.B. dein Kind wirft einen Ball durch die Fensterscheibe des Nachbarn). Die Kosten sind gering, der Schutz enorm.
- Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV): Besonders wichtig für Mamas! Was passiert, wenn du durch Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten kannst? Die staatliche Erwerbsminderungsrente ist oft viel zu gering. Eine BUV sichert dein Einkommen ab, selbst wenn du "nur" in Teilzeit arbeitest. Sie ist dein finanzieller Lebensretter, wenn du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst.
- Risikolebensversicherung (RLV): Wenn deine Familie finanziell von deinem Einkommen (oder dem deines Partners) abhängig ist, ist eine RLV unverzichtbar. Sie zahlt eine vereinbarte Summe an deine Hinterbliebenen aus, falls du (oder dein Partner) stirbst. Das gibt deinen Kindern und deinem Partner die finanzielle Sicherheit, die sie brauchen, um den Verlust zu verarbeiten, ohne sich zusätzlich um Geld sorgen zu müssen.
Wann ist eine RLV besonders wichtig?
- Wenn ihr einen Immobilienkredit habt.
- Wenn du Alleinerziehende bist und deine Kinder finanziell von dir abhängig sind.
- Wenn dein Einkommen (auch in Teilzeit) einen wichtigen Beitrag zum Familieneinkommen leistet.
Checkliste Versicherungen:
- Private Haftpflichtversicherung vorhanden und aktuell?
- Berufsunfähigkeitsversicherung geprüft und ggf. abgeschlossen?
- Risikolebensversicherung in Betracht gezogen und ggf. abgeschlossen?




