Vorsorgen für später, ohne heute zu verzichten
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    Vorsorgen für später, ohne heute zu verzichten

    11 min Lesezeit
    Inhaltsverzeichnis
    18 Abschnitte

    Ihr Lieben Mamas,

    Hand aufs Herz: Kennst du das Gefühl? Du liegst abends im Bett, die Kinder schlafen endlich, und dein Kopf fängt an zu raten. "Wie soll das nur alles werden, wenn ich mal alt bin?", "Reicht unser Geld überhaupt?", "Ich sollte mich mal um meine Rente kümmern, aber wann bloß?" Ich verstehe dich so gut! Zwischen Windeln wechseln, Brei kochen, Job, Haushalt und dem Versuch, noch ein bisschen Me-Time zu finden, scheint das Thema Finanzen oft wie ein riesiger, unbezwingbarer Berg. Manchmal fühlt es sich an, als müsste man sich zwischen dem Hier und Jetzt und dem "Später" entscheiden.

    Aber was, wenn ich dir sage, dass das gar nicht stimmt? Was, wenn du für später vorsorgen kannst, ohne heute auf alles verzichten zu müssen? Ohne dich in kompliziertem Fachchinesisch zu verlieren? Ich möchte dir heute zeigen, wie du mit kleinen, smarten Schritten deine finanzielle Zukunft in die Hand nehmen kannst – ganz entspannt, als würden wir beim Kaffee zusammensitzen. Du musst keine Finanzexpertin werden, um kluge Entscheidungen zu treffen. Du musst nur anfangen. Und ich helfe dir dabei.

    Warum finanzielle Vorsorge gerade für uns Mamas so wichtig ist

    Ich weiß, das klingt vielleicht nach einer weiteren To-Do-Liste, aber gerade für uns Frauen ist das Thema Altersvorsorge und Vermögensaufbau so unglaublich wichtig.

    Die Realität: Karrierepausen und der Gender Pension Gap

    Viele von uns legen eine berufliche Pause ein oder arbeiten nach der Geburt Teilzeit. Das ist wunderschön und wichtig für die Familie, aber es hat leider auch finanzielle Konsequenzen. Weniger Arbeitsjahre, geringeres Einkommen – das alles führt dazu, dass wir Frauen im Schnitt deutlich weniger Rente bekommen als Männer. Man spricht hier vom Gender Pension Gap. Das ist kein Schicksal, dem du dich einfach ergeben musst! Es ist eine Herausforderung, die wir aktiv angehen können. Deine finanzielle Unabhängigkeit ist ein Geschenk, das du dir selbst machst – für heute und für später.

    Dein Startpunkt: Überblick schaffen und den Notgroschen aufbauen

    Bevor wir über komplizierte Dinge sprechen, lass uns bei den Basics anfangen. Das ist wie beim Hausbau: Erst kommt das Fundament.

    Schritt 1: Wo geht mein Geld hin? Dein Budget-Check

    Der erste Schritt ist oft der, vor dem wir uns am meisten fürchten, aber er ist der wichtigste: Schau dir an, wohin dein Geld fließt. Keine Sorge, du musst nicht jeden Cent aufschreiben, wenn das für dich zu viel ist.

    • Einfacher Start: Nimm dir einen Monat vor und schau dir deine Kontoauszüge an. Wo sind die großen Posten? Miete, Strom, Versicherungen, Einkäufe.
    • Kategorien bilden: Teile deine Ausgaben in "Fixkosten" (Miete, Abos) und "variable Kosten" (Essen, Freizeit, Kleidung) ein.
    • Sparpotenziale entdecken: Oft verstecken sich kleine Sparpotenziale. Brauchst du wirklich alle Streaming-Dienste? Kannst du den Wocheneinkauf besser planen? Es geht nicht darum, auf alles zu verzichten, sondern bewusster zu konsumieren.
    • Tools: Ein einfaches Haushaltsbuch (digital oder analog) oder eine Budget-App kann dir dabei helfen. Du musst kein Finanzprofi werden, um das zu tun!

    Schritt 2: Der Notgroschen – Dein Ruhepol

    Stell dir vor, die Waschmaschine geht kaputt, das Auto streikt oder du musst unerwartet zum Zahnarzt. Ohne einen Notgroschen können solche Situationen schnell zu einem riesigen Stressfaktor werden.

    • Was ist das? Ein Notgroschen ist Geld, das du auf einem separaten, leicht zugänglichen Konto (z.B. Tagesgeldkonto) parkst. Es ist nur für Notfälle gedacht.
    • Wie viel? Als Faustregel gilt: Drei bis sechs Monatsausgaben sollten auf deinem Notgroschenkonto liegen. Wenn du dich damit sicherer fühlst, auch mehr.
    • Wie baue ich ihn auf? Fang klein an! Überweise jeden Monat 50 Euro oder 100 Euro auf dieses Konto. Oder nutze das Kindergeld (dazu gleich mehr!). Jeder Euro zählt und gibt dir ein Gefühl von Sicherheit. Das ist dein finanzieller Puffer, der dir ruhigere Nächte beschert.

    Clever nutzen, was dir zusteht: Elterngeld & Kindergeld als Booster

    Gerade als Mama stehen dir staatliche Leistungen zu, die du clever für deine Vorsorge nutzen kannst.

    Elterngeld 2024/2025: Was sich ändert und wie du es optimal nutzt

    Das Elterngeld ist eine tolle Unterstützung, aber es gibt wichtige Änderungen, die du kennen solltest, besonders wenn dein Kind ab dem 1. April 2024 geboren wird.

    • Neue Einkommensgrenze (Kappungsgrenze): Bisher lag die Grenze für den Anspruch auf Elterngeld bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 300.000 Euro für Paare. Für Geburten ab dem 1. April 2024 sinkt diese Grenze auf 200.000 Euro. Ab dem 1. April 2025 wird sie nochmals auf 180.000 Euro für Paare und 150.000 Euro für Alleinerziehende gesenkt. Wenn euer gemeinsames zu versteuerndes Einkommen über dieser Grenze liegt, habt ihr keinen Anspruch mehr auf Elterngeld. Das ist eine wichtige Information für eure Planung!
    • Partnermonate: Eine weitere große Änderung betrifft die Partnermonate. Für Geburten ab dem 1. April 2024 können Eltern nur noch einen Monat gleichzeitig Elterngeld beziehen, anstatt wie bisher zwei. Eine Ausnahme gibt es für Eltern von Frühchen oder Mehrlingen. Das bedeutet, ihr müsst euren Elterngeldbezug noch strategischer planen, um die maximale Dauer von 12 Monaten (oder 14 Monaten mit Partnermonaten) auszunutzen.
    • Dein Vorteil: Auch wenn die Grenzen sinken, ist das Elterngeld eine Chance, dein Einkommen in der Elternzeit zu sichern. Plane genau, wann wer wie viel Elterngeld beantragt. Das kann dir helfen, in dieser Phase trotzdem etwas für den Notgroschen oder die Altersvorsorge beiseitezulegen.

    Kindergeld: Nicht nur für die Windeln!

    Das Kindergeld beträgt aktuell 250 Euro pro Kind und Monat. Das ist eine Menge Geld, das du nicht nur für die laufenden Kosten nutzen kannst.

    • Clever investieren: Stell dir vor, du legst nur einen kleinen Teil des Kindergeldes, zum Beispiel 50 Euro pro Monat, für dein Kind oder für deine eigene Altersvorsorge an. Über 18 Jahre hinweg und mit dem Zinseszinseffekt kann daraus ein beachtliches Sümmchen werden.
      • Beispiel: Wenn du 50 Euro pro Monat über 18 Jahre mit einer durchschnittlichen Rendite von 6% anlegst, kommen dabei über 20.000 Euro zusammen! Ohne, dass du heute auf viel verzichten musstest.

    Erste Schritte in die Geldanlage: Klein anfangen, groß rauskommen

    "Geldanlage? Das ist doch nur was für Reiche oder Finanzexperten!" – Falsch gedacht! Auch du kannst mit kleinen Beträgen anfangen und den Zinseszinseffekt für dich arbeiten lassen.

    Du musst kein Finanzprofi sein: ETFs für Anfänger

    ETFs (Exchange Traded Funds) sind eine super einfache und günstige Möglichkeit, in den Aktienmarkt zu investieren, ohne einzelne Aktien kaufen zu müssen.

    • Stell dir vor: Ein ETF ist wie ein großer Korb, in dem ganz viele verschiedene Aktien stecken. Du kaufst einen Anteil an diesem Korb und bist so automatisch an vielen Unternehmen beteiligt.
    • Vorteile:
      • Breit gestreut: Dein Risiko ist geringer, weil du nicht nur auf ein Unternehmen setzt.
      • Günstig: Die Gebühren sind viel niedriger als bei aktiv gemanagten Fonds.
      • Flexibel: Du kannst schon mit kleinen Beträgen starten.
    • Wie fange ich an? Viele Online-Broker bieten ETF-Sparpläne an. Du kannst schon ab 25 Euro pro Monat starten und das Geld wird automatisch investiert. Das ist der perfekte Weg, um den Zinseszinseffekt zu nutzen, bei dem deine Gewinne wiederum Gewinne abwerfen.

    Den Sparer-Pauschbetrag nutzen

    Wenn du Geld anlegst und Gewinne erzielst (z.B. durch Dividenden oder den Verkauf von ETFs), musst du darauf Steuern zahlen. Aber es gibt eine gute Nachricht: Den Sparer-Pauschbetrag!

    • Was ist das? Das ist ein Freibetrag, bis zu dessen Höhe deine Kapitalerträge steuerfrei bleiben. Er beträgt aktuell 1.000 Euro pro Jahr für Singles und 2.000 Euro für Ehepaare.
    • Wie nutze ich ihn? Du kannst bei deiner Bank oder deinem Broker einen Freistellungsauftrag einrichten. So werden Gewinne bis zu dieser Grenze direkt steuerfrei ausgezahlt und du musst dich nicht um die Versteuerung kümmern. Gerade am Anfang ist das super hilfreich!

    Deine Altersvorsorge: Weil du es dir wert bist!

    Neben dem Notgroschen und dem Vermögensaufbau ist die Altersvorsorge ein absolutes Muss. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken!

    Die Säulen der Altersvorsorge in Deutschland

    Ganz vereinfacht gesagt, ruht deine Altersvorsorge auf drei Säulen:

    1. Gesetzliche Rentenversicherung: Das ist die Rente, die du durch deine Arbeit einzahlst.
    2. Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Wenn dein Arbeitgeber dir das anbietet.
    3. Private Altersvorsorge: Das ist der Bereich, den du selbst in die Hand nehmen kannst.

    Private Vorsorge: Riester, Rürup oder private Rentenversicherung?

    Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, die je nach deiner Situation besser passen.

    • Riester-Rente: Besonders attraktiv für Mütter! Du bekommst staatliche Zulagen, eine Grundzulage und vor allem eine Kinderzulage für jedes Kind. Wenn du ein Kind hast, das nach 2008 geboren wurde, bekommst du 300 Euro pro Jahr zusätzlich. Das ist geschenktes Geld!
    • Rürup-Rente (Basisrente): Eher für Selbstständige oder Angestellte mit hohem Einkommen interessant, da die Beiträge steuerlich stark absetzbar sind.
    • Private Rentenversicherung: Hier zahlst du regelmäßig ein und bekommst im Alter eine garantierte Rente. Sie ist flexibler als Riester oder Rürup, bietet aber weniger staatliche Förderung.

    Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Dein Chef zahlt mit!

    Wenn dein Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge anbietet, solltest du das unbedingt prüfen!

    • Das Prinzip: Du wandelst einen Teil deines Bruttogehalts um (Entgeltumwandlung), und dieser Betrag wird direkt in deine Altersvorsorge eingezahlt.
    • Die Vorteile:
      • Deine Beiträge sind steuer- und sozialabgabenfrei.
      • Dein Arbeitgeber muss einen Zuschuss zahlen (mindestens 15%, oft mehr!). Das ist quasi eine Gehaltserhöhung, die direkt in deine Rente fließt.
    • Mein Tipp: Sprich mit deiner Personalabteilung oder einem Finanzberater darüber. Das ist eine der einfachsten Möglichkeiten, mit wenig Aufwand viel für deine Rente zu tun.

    Typische Fehler vermeiden: Damit deine Vorsorge nicht ins Stocken gerät

    Ich kenne die Ängste und Ausreden. Aber lass uns diese gemeinsam entkräften!

    • Aufschieben: "Ich mach das später, wenn ich mehr Zeit/Geld habe." – Der beste Zeitpunkt, um anzufangen, war gestern. Der zweitbeste ist heute! Der Zinseszinseffekt braucht Zeit, um seine volle Wirkung zu entfalten. Jeder Monat, den du wartest, kostet dich bares Geld.
    • Alles dem Partner überlassen: "Mein Mann kümmert sich um die Finanzen." – Das ist bequem, aber gefährlich. Was, wenn ihr euch trennt oder deinem Partner etwas zustößt? Deine finanzielle Unabhängigkeit ist Gold wert. Du musst nicht alles wissen, aber du solltest einen Überblick haben und mitentscheiden können.
    • Kleckerbeträge unterschätzen: "Was bringen schon 25 Euro im Monat?" – Sie bringen eine Menge! Wie das Kindergeld-Beispiel zeigt, können kleine, regelmäßige Beträge über die Zeit riesig werden.
    • Keine Notfallplanung: Ohne Notgroschen bist du bei unvorhergesehenen Ausgaben schnell im Dispo oder musst deine langfristigen Anlagen antasten. Das ist Stress pur.
    • Angst vor dem Unbekannten: "Das ist mir zu kompliziert, ich versteh nix von Geld." – Das ist völlig normal! Aber du musst kein Finanzprofi werden. Fang mit den Basics an, lies dich ein, frag Freundinnen oder einen vertrauenswürdigen Berater. Du bist schlauer, als du denkst!

    Deine Checkliste für den Start: So legst du los!

    Du siehst, es gibt viele Möglichkeiten, und du musst nicht alles auf einmal machen. Hier ist eine kleine Checkliste, mit der du starten kannst:

    1. Budget-Check machen: Verschaffe dir einen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben. Wo geht dein Geld hin?
    2. Notgroschen aufbauen: Lege monatlich einen festen Betrag auf ein Tagesgeldkonto, bis du 3-6 Monatsausgaben gespart hast.
    3. Elterngeld-Plan prüfen: Informiere dich über die Änderungen 2024/2025 und plane euren Elterngeldbezug strategisch.
    4. Kindergeld-Nutzung überdenken: Kannst du einen Teil davon für die langfristige Vorsorge nutzen?
    5. ETF-Sparplan starten: Schon ab 25 Euro im Monat kannst du in einen breit gestreuten ETF investieren.
    6. Altersvorsorge prüfen: Hast du eine Riester-Rente? Nutzt du die betriebliche Altersvorsorge deines Arbeitgebers?
    7. Offen mit dem Partner sprechen: Setzt euch regelmäßig zusammen und sprecht über eure Finanzen und gemeinsamen Ziele.

    Fazit: Du hast das Steuer in der Hand!

    Liebe Mama, ich weiß, dass dein Alltag oft ein Spagat ist. Aber deine finanzielle Zukunft ist zu wichtig, um sie dem Zufall zu überlassen. Du musst nicht perfekt sein. Fang einfach an, mach kleine Schritte, und sei stolz auf jeden Fortschritt. Du bist stark, du bist klug, und du hast das Steuer in der Hand. Du kannst für später vorsorgen, ohne heute zu verzichten. Es geht darum, bewusste Entscheidungen zu treffen und dir selbst die Sicherheit zu geben, die du verdienst.

    Du bist nicht allein auf diesem Weg.

    Alles Liebe, Eure Anja 💚

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    Anja Fischer
    Geschrieben von

    Anja Fischer

    Mama von drei Jungs (2019, 2021, 2023) und ganz nebenbei auch noch Gästehaus-Betreiberin und Content-Creatorin. Oder in kurz: Mama und Unternehmerin. Ich teile das, was für uns funktioniert - von Tipps & Tricks aus dem Mama-Alltag über Rezepte, Bastelideen, Orga- und Finanz-Tipps und vieles vieles mehr.

    Zuletzt aktualisiert: 4. August 2023

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