Warum die gesetzliche Rente für Familien nicht reicht
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    Warum die gesetzliche Rente für Familien nicht reicht

    10 min Lesezeit
    Inhaltsverzeichnis
    17 Abschnitte

    Ihr Lieben Mamas,

    Ich weiß, dein Alltag ist ein Marathon. Zwischen Kita-Bringdienst, Job, Haushalt, Spielplatz-Besuchen und dem Versuch, abends noch fünf Minuten für dich zu finden, ist das Thema "Rente" wahrscheinlich so weit weg wie der nächste Urlaub auf den Malediven. Und ganz ehrlich, wer hat schon Lust, sich mit komplizierten Zahlen und Paragraphen herumzuschlagen, wenn das größte Problem gerade ist, ob das Abendessen allen schmeckt?

    Aber genau deshalb sitze ich heute mit dir bei einem virtuellen Kaffee und möchte über etwas sprechen, das uns alle betrifft, besonders uns Mamas: Warum die gesetzliche Rente für Familien oft nicht ausreicht und wie wir trotzdem entspannt in die Zukunft blicken können. Keine Sorge, ich erkläre dir alles ganz einfach, ohne Fachchinesisch und mit ganz viel Verständnis für deine Situation.

    Warum die gesetzliche Rente für Familien oft nicht reicht – Die harte Realität

    Du gibst jeden Tag alles für deine Familie. Aber hast du dir schon mal überlegt, was das für deine Rente bedeutet? Für viele von uns ist die gesetzliche Rente leider kein Garant für einen sorgenfreien Lebensabend. Und das hat mehrere Gründe:

    Die Teilzeitfalle: Weniger Arbeit, weniger Rente

    Viele von uns reduzieren nach der Geburt der Kinder ihre Arbeitszeit. Das ist absolut verständlich und oft notwendig, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Doch jede Stunde weniger Arbeit bedeutet in der Regel auch weniger Gehalt – und damit weniger Entgeltpunkte für deine Rente.

    Was sind Entgeltpunkte? Stell dir vor, die Deutsche Rentenversicherung führt für jeden von uns ein Punktekonto. Für jedes Jahr, in dem du genau so viel verdienst wie der Durchschnitt aller Versicherten in Deutschland, bekommst du einen Entgeltpunkt. Verdienst du weniger, bekommst du weniger Punkte. Verdienst du mehr, bekommst du mehr Punkte. Ein Entgeltpunkt ist aktuell (Stand 2024) in Westdeutschland etwa 37,60 Euro wert. Das ist der Betrag, den du später pro Monat für diesen einen Punkt als Rente bekommst.

    Ein Beispiel, das wehtut:

    • Vollzeit-Mama: Du verdienst 4.000 Euro brutto im Monat. Das entspricht ungefähr 1,2 Entgeltpunkten pro Jahr.
    • Teilzeit-Mama: Du verdienst 2.000 Euro brutto im Monat. Das entspricht nur etwa 0,6 Entgeltpunkten pro Jahr.

    Wenn du 10 Jahre lang in Teilzeit arbeitest, hast du in dieser Zeit nur 6 Entgeltpunkte gesammelt, während deine Vollzeit-Kollegin 12 Entgeltpunkte auf ihrem Konto hätte. Das macht am Ende des Monats einen Unterschied von über 225 Euro (6 Punkte * 37,60 Euro)! Und das ist nur ein kleiner Teil der Rechnung.

    Elternzeit & Elterngeld: Eine wichtige Zeit mit Lücken

    Die Elternzeit ist eine wunderschöne und wichtige Zeit, um für deine Kinder da zu sein. Auch während dieser Zeit werden dir Entgeltpunkte für die Rente gutgeschrieben, aber Achtung: Das geschieht nur für die ersten drei Lebensjahre deines Kindes und nur bis zu einem bestimmten Höchstwert.

    Wichtig zu wissen: Das Elterngeld selbst, das du während der Elternzeit bekommst, ist eine Lohnersatzleistung und wird nicht direkt für deine Rentenbeiträge herangezogen. Deine Rentenpunkte in der Elternzeit basieren auf dem Durchschnitt deines Einkommens vor der Geburt oder auf einem fiktiven Wert, wenn du vorher nicht gearbeitet hast. Das bedeutet, dass die Rentenpunkte in dieser Zeit oft deutlich geringer ausfallen können als in einer Vollzeitbeschäftigung.

    Besonders relevant für 2024/2025: Die Einkommensgrenzen für den Anspruch auf Elterngeld wurden gesenkt!

    • Ab 1. April 2024: Für Paare liegt die Grenze bei 200.000 Euro zu versteuerndem Einkommen im Jahr. Für Alleinerziehende bei 150.000 Euro.
    • Ab 1. April 2025: Die Grenze sinkt für Paare weiter auf 175.000 Euro.

    Das bedeutet, dass immer mehr Familien, die vielleicht vorher knapp über der Grenze lagen, nun keinen Anspruch mehr auf Elterngeld haben könnten. Und ohne Elterngeld fällt die finanzielle Lücke in der Elternzeit noch größer aus, was sich wiederum auf die Altersvorsorge auswirken kann.

    Karrierepausen, Gender Pay Gap und das Risiko einer Scheidung

    Längere Karrierepausen, weil wir uns um die Kinder kümmern oder pflegebedürftige Angehörige haben, sind leider keine Seltenheit. Jede dieser Pausen reißt ein Loch in unser Rentenkonto. Hinzu kommt der immer noch existierende Gender Pay Gap, der besagt, dass Frauen im Durchschnitt für die gleiche Arbeit weniger verdienen als Männer. Weniger Gehalt bedeutet auch hier wieder: weniger Rentenpunkte.

    Und seien wir mal ehrlich: Auch wenn wir es uns nicht wünschen, ist das Risiko einer Scheidung real. Wenn du dich finanziell immer auf deinen Partner verlassen hast und selbst kaum Rentenpunkte gesammelt hast, kann das im Alter zu einer echten Armutsfalle werden. Finanzielle Unabhängigkeit ist daher ein absolutes Muss!

    Demografischer Wandel & Inflation: Die Zukunft ist ungewiss

    Unsere gesetzliche Rente funktioniert nach dem Generationenvertrag: Die Jungen zahlen ein, die Alten bekommen Rente. Aber was passiert, wenn es immer weniger junge Beitragszahler gibt und die Menschen immer älter werden? Das System gerät unter Druck. Hinzu kommt die Inflation, die unsere Kaufkraft über die Jahre hinweg stark schmälert. Was heute 1.000 Euro wert ist, hat in 20 oder 30 Jahren eine deutlich geringere Kaufkraft. Deine zukünftige Rente muss also nicht nur nominal hoch genug sein, sondern auch real, um dir einen guten Lebensstandard zu ermöglichen.

    Typische Fehler, die wir Mamas oft machen – Aber keine Sorge, das ändern wir!

    Ich verstehe das total. Wenn du nach der Arbeit noch drei Kinder versorgen musst, ist der Gedanke an deine Rente wahrscheinlich das Letzte, worüber du nachdenken möchtest. Aber genau diese Gedanken sind wichtig.

    Hier sind ein paar typische Fallen, in die wir oft tappen:

    • Kopf in den Sand stecken: "Das ist mir zu kompliziert", "Ich versteh nix von Geld", "Ich hab keine Zeit dafür." – Das sind Sätze, die wir uns oft sagen. Aber Ignorieren macht das Problem nicht kleiner, nur größer.
    • Blind auf den Partner verlassen: "Mein Mann kümmert sich um die Finanzen." Das ist bequem, aber gefährlich. Was, wenn er krank wird, arbeitslos oder ihr euch trennt? Du musst immer wissen, wo du stehst.
    • Staatliche Förderungen ignorieren: Der Staat hilft uns, vorzusorgen! Aber viele wissen nichts davon oder nutzen die Möglichkeiten nicht.
    • Langfristige Auswirkungen unterschätzen: Ein paar Jahre Teilzeit oder Elternzeit scheinen kurzfristig nicht viel auszumachen. Aber über 30 oder 40 Berufsjahre summiert sich das zu einer riesigen Rentenlücke.
    • Fehlende Finanzbildung & gemeinsame Planung: Geld ist oft ein Tabuthema, selbst in der Partnerschaft. Aber offene Gespräche sind der Schlüssel zu einer gemeinsamen, sicheren Zukunft.

    Was du JETZT tun kannst – Deine Schritt-für-Schritt-Anleitung

    Du musst kein Finanzprofi werden, um deine Zukunft in die Hand zu nehmen. Es geht um kleine, machbare Schritte, die sich über die Zeit zu etwas Großem entwickeln.

    1. Reden, reden, reden: Das Finanzgespräch mit deinem Partner

    Setzt euch zusammen und sprecht offen über eure Finanzen und eure Rentenpläne. Wer verdient wie viel? Wer zahlt wie viel in die Rente ein? Wie wollt ihr die Rentenlücke schließen? Es ist wichtig, dass ihr das als Team angeht.

    2. Deine Renteninformation anfordern & verstehen

    Die Deutsche Rentenversicherung schickt dir ab 27 Jahren jährlich eine Renteninformation zu. Das ist dein wichtigstes Dokument! Dort steht, wie viele Entgeltpunkte du schon hast und mit welcher Rente du aktuell rechnen kannst, wenn du bis zum Rentenalter so weiterarbeitest wie bisher.

    Schau dir an:

    • Die Höhe deiner voraussichtlichen Regelaltersrente.
    • Die Höhe deiner Rente bei voller Erwerbsminderung (ganz wichtig!).

    Wenn du das Gefühl hast, die Zahlen sind zu niedrig, ist das der Startschuss, um aktiv zu werden!

    3. Die Rentenlücke berechnen (vereinfacht)

    Nimm deine voraussichtliche gesetzliche Rente aus der Renteninformation. Überlege dir, wie viel Geld du im Alter wirklich zum Leben brauchst. Sei dabei realistisch: Miete, Essen, Hobbys, Reisen. Ziehe deine voraussichtliche Rente davon ab. Der Betrag, der übrig bleibt, ist deine Rentenlücke. Diesen Betrag musst du zusätzlich privat ansparen.

    4. Die 3 Säulen der Altersvorsorge nutzen

    In Deutschland haben wir ein 3-Säulen-Modell der Altersvorsorge. Die gesetzliche Rente ist nur die erste Säule. Du brauchst die anderen beiden, um wirklich gut dazustehen:

    • Säule 1: Die gesetzliche Rente (Basis): Das ist das, was wir gerade besprochen haben.

    • Säule 2: Betriebliche Altersvorsorge (BAV): Frag deinen Arbeitgeber, ob er eine betriebliche Altersvorsorge anbietet. Oft gibt es hier einen Arbeitgeberzuschuss, der bares Geld wert ist! Das ist quasi geschenktes Geld, das du unbedingt mitnehmen solltest.

    • Säule 3: Private Vorsorge: Hier hast du die größte Freiheit und kannst am meisten bewirken.

      • Riester-Rente: Besonders für Familien mit Kindern attraktiv, da es staatliche Zulagen gibt (Grundzulage für dich, Kinderzulage für jedes Kind). Die Kinderzulage ist ein echter Booster!
      • ETFs (Exchange Traded Funds): Das ist meine absolute Empfehlung für die meisten Mamas. ETFs sind wie ein Korb voller Aktien von vielen verschiedenen Unternehmen. Sie sind einfach zu verstehen, kostengünstig und breit gestreut. Du kannst mit einem ETF-Sparplan schon mit kleinen Beträgen (z.B. 25 Euro oder 50 Euro im Monat) anfangen und das Geld automatisch vom Konto abbuchen lassen. Das ist der Zinseszinseffekt in Reinform!
      • Immobilien: Wenn ihr Wohneigentum habt, kann das im Alter mietfreies Wohnen bedeuten. Das ist eine enorme Entlastung.

    5. Kleine Schritte, große Wirkung: Automatisierung ist dein Freund

    Du musst nicht sofort riesige Summen anlegen. Fang klein an! Das Wichtigste ist die Regelmäßigkeit. Richte einen Dauerauftrag für deinen Sparplan ein, der direkt nach Gehaltseingang abbucht. So siehst du das Geld gar nicht erst und es wird automatisch für deine Zukunft gearbeitet.

    6. Budget erstellen: Wo geht dein Geld hin?

    Einmal im Monat einen Überblick über Einnahmen und Ausgaben zu bekommen, ist Gold wert. Wo kannst du vielleicht ein bisschen sparen? Brauchst du wirklich alle Abos? Jede gesparte Kleinigkeit kann in deinen Sparplan fließen.

    7. Versicherungen prüfen: Absicherung für den Ernstfall

    Gerade als Mama ist eine gute Absicherung wichtig. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt dich, wenn du durch Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten kannst. Eine Risikolebensversicherung sichert deine Familie finanziell ab, falls dir etwas zustoßen sollte.

    8. Weiterbildung & Karriereplanung: Auch in Teilzeit

    Auch wenn du in Teilzeit arbeitest, überlege, wie du deine Karriere vorantreiben kannst. Weiterbildungen, neue Qualifikationen – all das kann zu einem höheren Gehalt führen und damit zu mehr Rentenpunkten.

    9. Elterngeld-Strategie optimieren: Steuerklasse wechseln?

    Wenn ihr als Paar plant, dass ein Partner Elterngeld beziehen wird, kann es sich lohnen, die Steuerklasse rechtzeitig vor der Geburt zu wechseln (z.B. in Steuerklasse III für den Partner, der Elterngeld beziehen wird, um das Nettoeinkommen und damit das Elterngeld zu maximieren). Besprecht das unbedingt mit einem Steuerberater!

    Du schaffst das!

    Ich weiß, das klingt jetzt vielleicht nach viel Information. Aber denk dran: Du musst nicht alles auf einmal umsetzen. Fang mit einem kleinen Schritt an. Sprich mit deinem Partner. Schau dir deine Renteninformation an. Und dann überlege, ob du vielleicht schon mit 25 Euro im Monat in einen ETF-Sparplan starten kannst.

    Du bist eine starke Mama, die jeden Tag so viel managt. Du bist absolut in der Lage, auch deine finanzielle Zukunft in die Hand zu nehmen. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern darum, anzufangen. Für dich, für deine Kinder, für ein sorgenfreies Alter.

    Du hast das verdient!

    Alles Liebe, Eure Anja 💚

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    Anja Fischer
    Geschrieben von

    Anja Fischer

    Mama von drei Jungs (2019, 2021, 2023) und ganz nebenbei auch noch Gästehaus-Betreiberin und Content-Creatorin. Oder in kurz: Mama und Unternehmerin. Ich teile das, was für uns funktioniert - von Tipps & Tricks aus dem Mama-Alltag über Rezepte, Bastelideen, Orga- und Finanz-Tipps und vieles vieles mehr.

    Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2023

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