Ihr Lieben Mamas,
Ich weiß, dein Alltag ist ein Marathon. Zwischen Kita-Bringdienst, Job, Haushalt, Spielplatz-Besuchen und dem Versuch, abends noch fünf Minuten für dich zu finden, ist das Thema "Rente" wahrscheinlich so weit weg wie der nächste Urlaub auf den Malediven. Und ganz ehrlich, wer hat schon Lust, sich mit komplizierten Zahlen und Paragraphen herumzuschlagen, wenn das größte Problem gerade ist, ob das Abendessen allen schmeckt?
Aber genau deshalb sitze ich heute mit dir bei einem virtuellen Kaffee und möchte über etwas sprechen, das uns alle betrifft, besonders uns Mamas: Warum die gesetzliche Rente für Familien oft nicht ausreicht und wie wir trotzdem entspannt in die Zukunft blicken können. Keine Sorge, ich erkläre dir alles ganz einfach, ohne Fachchinesisch und mit ganz viel Verständnis für deine Situation.
Warum die gesetzliche Rente für Familien oft nicht reicht – Die harte Realität
Du gibst jeden Tag alles für deine Familie. Aber hast du dir schon mal überlegt, was das für deine Rente bedeutet? Für viele von uns ist die gesetzliche Rente leider kein Garant für einen sorgenfreien Lebensabend. Und das hat mehrere Gründe:
Die Teilzeitfalle: Weniger Arbeit, weniger Rente
Viele von uns reduzieren nach der Geburt der Kinder ihre Arbeitszeit. Das ist absolut verständlich und oft notwendig, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Doch jede Stunde weniger Arbeit bedeutet in der Regel auch weniger Gehalt – und damit weniger Entgeltpunkte für deine Rente.
Was sind Entgeltpunkte? Stell dir vor, die Deutsche Rentenversicherung führt für jeden von uns ein Punktekonto. Für jedes Jahr, in dem du genau so viel verdienst wie der Durchschnitt aller Versicherten in Deutschland, bekommst du einen Entgeltpunkt. Verdienst du weniger, bekommst du weniger Punkte. Verdienst du mehr, bekommst du mehr Punkte. Ein Entgeltpunkt ist aktuell (Stand 2024) in Westdeutschland etwa 37,60 Euro wert. Das ist der Betrag, den du später pro Monat für diesen einen Punkt als Rente bekommst.
Ein Beispiel, das wehtut:
- Vollzeit-Mama: Du verdienst 4.000 Euro brutto im Monat. Das entspricht ungefähr 1,2 Entgeltpunkten pro Jahr.
- Teilzeit-Mama: Du verdienst 2.000 Euro brutto im Monat. Das entspricht nur etwa 0,6 Entgeltpunkten pro Jahr.
Wenn du 10 Jahre lang in Teilzeit arbeitest, hast du in dieser Zeit nur 6 Entgeltpunkte gesammelt, während deine Vollzeit-Kollegin 12 Entgeltpunkte auf ihrem Konto hätte. Das macht am Ende des Monats einen Unterschied von über 225 Euro (6 Punkte * 37,60 Euro)! Und das ist nur ein kleiner Teil der Rechnung.
Elternzeit & Elterngeld: Eine wichtige Zeit mit Lücken
Die Elternzeit ist eine wunderschöne und wichtige Zeit, um für deine Kinder da zu sein. Auch während dieser Zeit werden dir Entgeltpunkte für die Rente gutgeschrieben, aber Achtung: Das geschieht nur für die ersten drei Lebensjahre deines Kindes und nur bis zu einem bestimmten Höchstwert.
Wichtig zu wissen: Das Elterngeld selbst, das du während der Elternzeit bekommst, ist eine Lohnersatzleistung und wird nicht direkt für deine Rentenbeiträge herangezogen. Deine Rentenpunkte in der Elternzeit basieren auf dem Durchschnitt deines Einkommens vor der Geburt oder auf einem fiktiven Wert, wenn du vorher nicht gearbeitet hast. Das bedeutet, dass die Rentenpunkte in dieser Zeit oft deutlich geringer ausfallen können als in einer Vollzeitbeschäftigung.
Besonders relevant für 2024/2025: Die Einkommensgrenzen für den Anspruch auf Elterngeld wurden gesenkt!
- Ab 1. April 2024: Für Paare liegt die Grenze bei 200.000 Euro zu versteuerndem Einkommen im Jahr. Für Alleinerziehende bei 150.000 Euro.
- Ab 1. April 2025: Die Grenze sinkt für Paare weiter auf 175.000 Euro.
Das bedeutet, dass immer mehr Familien, die vielleicht vorher knapp über der Grenze lagen, nun keinen Anspruch mehr auf Elterngeld haben könnten. Und ohne Elterngeld fällt die finanzielle Lücke in der Elternzeit noch größer aus, was sich wiederum auf die Altersvorsorge auswirken kann.
Karrierepausen, Gender Pay Gap und das Risiko einer Scheidung
Längere Karrierepausen, weil wir uns um die Kinder kümmern oder pflegebedürftige Angehörige haben, sind leider keine Seltenheit. Jede dieser Pausen reißt ein Loch in unser Rentenkonto. Hinzu kommt der immer noch existierende Gender Pay Gap, der besagt, dass Frauen im Durchschnitt für die gleiche Arbeit weniger verdienen als Männer. Weniger Gehalt bedeutet auch hier wieder: weniger Rentenpunkte.
Und seien wir mal ehrlich: Auch wenn wir es uns nicht wünschen, ist das Risiko einer Scheidung real. Wenn du dich finanziell immer auf deinen Partner verlassen hast und selbst kaum Rentenpunkte gesammelt hast, kann das im Alter zu einer echten Armutsfalle werden. Finanzielle Unabhängigkeit ist daher ein absolutes Muss!
Demografischer Wandel & Inflation: Die Zukunft ist ungewiss
Unsere gesetzliche Rente funktioniert nach dem Generationenvertrag: Die Jungen zahlen ein, die Alten bekommen Rente. Aber was passiert, wenn es immer weniger junge Beitragszahler gibt und die Menschen immer älter werden? Das System gerät unter Druck. Hinzu kommt die Inflation, die unsere Kaufkraft über die Jahre hinweg stark schmälert. Was heute 1.000 Euro wert ist, hat in 20 oder 30 Jahren eine deutlich geringere Kaufkraft. Deine zukünftige Rente muss also nicht nur nominal hoch genug sein, sondern auch real, um dir einen guten Lebensstandard zu ermöglichen.




