Warum Familien trotz gutem Einkommen ständig Geldstress haben
    💰 Geld im Familienalltag

    Warum Familien trotz gutem Einkommen ständig Geldstress haben

    10 min Lesezeit
    Inhaltsverzeichnis
    5 Abschnitte

    Ihr Lieben Mamas,

    kennst du das Gefühl? Ihr arbeitet beide hart, das Einkommen ist eigentlich gut, und trotzdem fühlt sich der Kontostand am Monatsende oft an wie ein schlechter Witz? Du bist nicht allein! Viele Familien in Deutschland, auch die mit einem scheinbar komfortablen Einkommen, kämpfen mit ständigem Geldstress. Es ist ein Paradox, das uns alle beschäftigt und oft mit einem Gefühl der Überforderung und manchmal auch Scham einhergeht.

    Aber keine Sorge, meine Liebe. Heute nehmen wir dieses Thema mal ganz entspannt bei einer virtuellen Tasse Kaffee auseinander. Ich zeige dir, warum das so ist und wie du mit ein paar einfachen Schritten wieder mehr Ruhe und Kontrolle in eure Finanzen bringen kannst. Du musst kein Finanzprofi werden, um das zu verstehen – versprochen!

    Warum Familien trotz gutem Einkommen ständig Geldstress haben – Dein Weg aus der Falle

    Es ist ein weit verbreitetes Missverständnis, dass mehr Einkommen automatisch weniger Geldsorgen bedeutet. Gerade als Familie in Deutschland gibt es viele Faktoren, die dafür sorgen, dass das Geld schneller weg ist, als man "Kindergeburtstag" sagen kann. Lass uns mal schauen, welche das sind.

    Die unsichtbaren Geldfresser: Warum mehr Geld nicht immer mehr übrig lässt

    Manchmal fühlen wir uns wie in einem Hamsterrad: Wir verdienen mehr, aber am Ende des Monats bleibt trotzdem nichts übrig. Das liegt oft an Faktoren, die wir nicht immer direkt auf dem Schirm haben.

    Inflation und steigende Lebenshaltungskosten

    Erinnerst du dich noch, was der Wocheneinkauf vor ein paar Jahren gekostet hat? Oder die Kita-Gebühren? Die Inflation ist ein stiller Dieb, der unser Geld schleichend entwertet. Was heute 100 Euro wert ist, hat morgen vielleicht nur noch eine Kaufkraft von 95 Euro. Das spüren wir besonders bei:

    • Lebensmitteln: Die Preise im Supermarkt sind explodiert.
    • Energie: Heizkosten, Strom – alles teurer geworden.
    • Miete: Gerade in Ballungsräumen steigen die Mieten unaufhörlich.
    • Freizeit und Hobbys: Der Sportverein, der Musikunterricht, der Ausflug in den Freizeitpark – alles kostet mehr.

    Diese ständigen Preissteigerungen fressen einen großen Teil unseres Einkommens auf, noch bevor wir überhaupt über größere Ausgaben nachgedacht haben.

    Die Tücken des deutschen Steuersystems: Lohnsteuerklassen und Progression

    Das deutsche Steuersystem ist komplex, und das kann Familien ganz schön zu schaffen machen. Ein wichtiger Punkt ist die Steuerprogression: Je mehr du verdienst, desto höher ist der Prozentsatz deines Einkommens, den du an Steuern zahlen musst. Das bedeutet, dass jeder zusätzlich verdiente Euro überproportional stark besteuert wird.

    Ein weiterer Knackpunkt sind die Lohnsteuerklassen, besonders für verheiratete Paare:

    • Steuerklasse III/V: Oft wählt der höher verdienende Partner die Steuerklasse III und der geringer verdienende Partner die Steuerklasse V. Das führt dazu, dass monatlich mehr Netto auf dem Konto landet. Klingt super, oder? Der Haken: Am Jahresende kann es zu einer hohen Steuernachzahlung kommen, weil die Vorauszahlungen über das Jahr zu niedrig waren. Viele Familien sind dann überrascht und das Geld ist oft schon ausgegeben.
    • Steuerklasse IV/IV: Hier zahlen beide Partner anteilig gleich viel Steuern. Das monatliche Netto ist oft niedriger als bei III/V, aber die Wahrscheinlichkeit einer Nachzahlung ist geringer und man ist näher an der tatsächlichen Jahressteuerschuld.
    • Steuerklasse IV mit Faktor: Das ist oft die fairste und steuerlich genaueste Variante für Paare. Hier wird die Steuerlast anhand der individuellen Einkommen aufgeteilt, was meist zu einer geringeren Nachzahlung oder sogar einer Erstattung führt.

    Ein konkretes Beispiel: Stell dir vor, dein Mann verdient 4.000 € brutto und du 2.000 € brutto.

    • Mit III/V habt ihr monatlich vielleicht 4.200 € netto zusammen. Aber am Jahresende kann eine Nachzahlung von mehreren Hundert oder sogar Tausend Euro fällig werden.
    • Mit IV/IV habt ihr vielleicht 3.800 € netto monatlich, dafür aber kaum eine Nachzahlung.

    Es ist super wichtig, dass ihr eure Steuerklassen regelmäßig prüft und anpasst, besonders wenn sich euer Einkommen oder eure Arbeitszeiten ändern. Sprich am besten mit einem Steuerberater oder nutze Online-Rechner, um die für euch optimale Kombination zu finden.

    Elterngeld-Änderungen 2024/2025: Eine neue Realität für viele Familien

    Die Elterngeld-Regeln haben sich geändert, und das betrifft viele Familien direkt. Ab dem 1. April 2024 (für Geburten ab diesem Datum) wurde die Einkommensgrenze für den Bezug von Elterngeld für Paare auf 175.000 Euro zu versteuerndes Einkommen gesenkt (vorher 300.000 Euro). Ab dem 1. April 2025 sinkt diese Grenze weiter auf 150.000 Euro.

    Noch wichtiger ist eine andere Änderung: Ab dem 1. April 2024 können Eltern Basiselterngeld nur noch für maximal einen Monat gleichzeitig beziehen (Ausnahmen für Frühchen oder Mehrlinge). Das bedeutet, dass die beliebte Praxis, dass beide Elternteile für zwei Monate gleichzeitig Basiselterngeld beziehen, um mehr Zeit mit dem Baby zu verbringen, für die meisten Familien nicht mehr möglich ist.

    Was bedeutet das für dich?

    • Frühzeitige Planung ist das A und O: Überlegt genau, wer wann Elterngeld beziehen soll und wie ihr die Monate aufteilt.
    • Einkommensverluste einkalkulieren: Wenn du und dein Partner gleichzeitig Elterngeld bezogen hättet, müsst ihr jetzt mit einem Monat weniger Elterngeldbezug planen oder die Zeit anders aufteilen, was sich auf euer monatliches Einkommen auswirken kann.

    Diese Änderungen können einen erheblichen Einfluss auf euer monatliches Budget haben und erfordern eine sorgfältige Planung, um finanzielle Engpässe zu vermeiden.

    Die typischen Familien-Geldfallen: Wo das Geld heimlich verschwindet

    Neben den äußeren Faktoren gibt es auch interne Mechanismen, die unser Geld schneller schmelzen lassen.

    Der Lifestyle-Creep: Mit dem Einkommen wachsen die Ausgaben

    Das ist ein Klassiker! Wenn das Einkommen steigt, passen wir unbewusst unseren Lebensstandard an. Wir gönnen uns eine größere Wohnung, das teurere Auto, den schöneren Urlaub, Markenkleidung für die Kinder oder essen öfter auswärts. Das ist der sogenannte "Lifestyle-Creep". Wir verdienen mehr, aber weil wir auch mehr ausgeben, bleibt am Ende genauso wenig übrig wie vorher. Es ist ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen ist.

    Die "kleinen" Ausgaben, die sich summieren

    Ein Kaffee to go hier, ein Lieferdienst da, ein Spontankauf im Supermarkt, ein paar Abos, die man gar nicht mehr nutzt – diese kleinen Beträge scheinen einzeln unbedeutend. Aber summiert man sie über einen Monat, kommt oft eine erstaunliche Summe zusammen.

    Beispiel: 5 € für einen Kaffee und ein Brötchen jeden Arbeitstag sind 100 € im Monat. Zwei Lieferdienste pro Woche für 30 € sind 240 € im Monat. Plötzlich sind 340 € weg, ohne dass du es wirklich gemerkt hast!

    Fehlende Finanzplanung und Notgroschen

    Viele Familien haben kein klares Budget und wissen nicht genau, wohin ihr Geld fließt. Ohne einen Überblick ist es unmöglich, Sparpotenziale zu erkennen oder finanzielle Ziele zu erreichen. Und wenn dann unerwartete Ausgaben kommen – die Waschmaschine geht kaputt, das Auto muss in die Werkstatt – gibt es keinen Notgroschen. Dann muss man vielleicht ins Dispo oder einen Kredit aufnehmen, was zusätzlichen Stress verursacht. Ein Notgroschen sollte idealerweise 3 bis 6 Monatsausgaben abdecken.

    Die versteckten Kosten des Familienlebens

    Kinder sind ein Segen, aber sie sind auch teuer. Und viele Kosten sind nicht sofort offensichtlich:

    • Kinderbetreuung: Kita, Tagesmutter, Hort – die Kosten können je nach Bundesland und Einkommen stark variieren.
    • Hobbys und Freizeit: Sportverein, Musikschule, Reitunterricht – das summiert sich schnell auf mehrere Hundert Euro im Monat.
    • Geburtstagsgeschenke und -partys: Für die eigenen Kinder und die Freunde.
    • Klassenfahrten und Ausflüge: Regelmäßige Posten, die ins Budget schlagen.
    • Nachhilfe oder Förderunterricht.
    • Kleidung und Spielzeug: Kinder wachsen schnell und Wünsche gibt es immer.

    Die emotionalen Hürden: Warum wir uns so schwertun mit Geld

    Geld ist nicht nur eine Zahl auf dem Konto, sondern oft auch mit vielen Emotionen verbunden. Gerade wir Mamas tragen hier oft eine große Last.

    Angst vor Knappheit und Überforderung

    "Ich versteh nix von Geld", "Das ist mir zu kompliziert" – diese Sätze höre ich oft. Die Angst, nicht genug zu haben, oder die schiere Überforderung, sich mit Zahlen und Tabellen auseinanderzusetzen, kann lähmend sein. Wenn du nach der Arbeit noch drei Kinder versorgen, den Haushalt schmeißen und dann auch noch die Finanzen regeln sollst, ist es kein Wunder, dass du dich überfordert fühlst.

    Mangelnde Kommunikation in der Partnerschaft

    Manchmal ist es das "Mein Mann macht das"-Syndrom, manchmal die Angst vor Konflikten. Aber wenn nur einer die Finanzen überblickt oder man nicht offen über Geld spricht, können Missverständnisse und Frust entstehen. Geld ist ein Gemeinschaftsprojekt in der Familie!

    Der Druck der Perfektion und soziale Vergleiche

    Wir wollen unseren Kindern alles ermöglichen und ihnen nichts vorenthalten. Der Druck, dass die Kinder die "richtige" Markenkleidung tragen, die teuersten Spielzeuge haben oder an allen Hobbys teilnehmen, die auch die Freunde machen, ist enorm. Und dann sind da noch die sozialen Medien, die uns ständig zeigen, was andere Familien angeblich alles haben und machen. Das kann zu einem Gefühl des Mangels führen, selbst wenn objektiv genug Geld da ist.

    Dein Weg raus aus dem Geldstress: Praktische Schritte für den Familienalltag

    Jetzt, wo wir die Ursachen kennen, lass uns über Lösungen sprechen. Du musst nicht alles auf einmal ändern. Kleine Schritte machen einen großen Unterschied!

    Schritt 1: Die Bestandsaufnahme – Wo stehst du wirklich?

    Das ist der wichtigste erste Schritt. Du kannst nur ändern, was du kennst.

    1. Budget erstellen: Nimm dir einen Monat Zeit und schreibe jeden einzelnen Euro auf, der reinkommt und rausgeht. Nutze eine App (z.B. Finanzguru, Outbank), eine Excel-Tabelle oder einfach ein Notizbuch.
      • Einnahmen: Gehälter, Elterngeld, Kindergeld, Mieteinnahmen etc.
      • Feste Ausgaben: Miete, Kredite, Versicherungen, Abos, Kita-Gebühren.
      • Variable Ausgaben: Lebensmittel, Freizeit, Kleidung, Restaurantbesuche, Hobbys.
    2. Konten-Check: Schau dir eure Kontoauszüge der letzten drei Monate an. Wo geht das Geld hin? Gibt es Abos, die ihr nicht mehr nutzt? Doppelte Versicherungen?

    Schritt 2: Bewusst planen und sparen

    Wenn du weißt, wohin dein Geld fließt, kannst du bewusst steuern.

    • Monatliche "Geld-Dates" mit dem Partner: Setzt euch einmal im Monat für 30 Minuten zusammen. Sprecht offen über eure Finanzen, plant größere Ausgaben, besprecht Sparziele. Ohne Vorwürfe, einfach als Team.
    • Automatisches Sparen: Richte Daueraufträge ein! Sobald das Gehalt kommt, gehen feste Beträge auf verschiedene Sparkonten:
      • Notgroschen-Konto
      • Altersvorsorge-Konto
      • Wunsch-Konto (Urlaub, neues Auto, etc.)
    • Meal Prepping und Wochenplanung: Plane eure Mahlzeiten für die Woche. Das spart nicht nur Geld im Supermarkt (weniger Impulskäufe), sondern auch Zeit und Nerven im Alltag.
    • "No-Spend"-Tage oder -Wochen: Versucht, an bestimmten Tagen oder sogar einer ganzen Woche kein Geld auszugeben (außer für das Nötigste wie Lebensmittel). Das schärft das Bewusstsein für Ausgaben.

    Schritt 3: Optimierung und smarte Entscheidungen

    Hier geht es darum, das Beste aus eurem Geld herauszuholen.

    • Steuerklassen prüfen und anpassen: Wie oben besprochen, ist die Wahl der richtigen Steuerklasse entscheidend. Lass dich beraten und überlege, ob IV/IV oder IV mit Faktor für euch besser ist, um Nachzahlungen zu vermeiden.
    • Elterngeld frühzeitig planen: Informiert euch genau über die aktuellen Regeln und plant euren Bezug sorgfältig, um keine Nachteile zu haben. Die Elterngeldstellen bieten kostenlose Beratung an!
    • Versicherungen checken: Habt ihr alle wichtigen Versicherungen (Haftpflicht, Berufsunfähigkeit)? Gibt es doppelte oder unnötige Policen, die ihr kündigen könnt? Ein unabhängiger Berater kann hier helfen.
    • Kinder in den Umgang mit Geld einbeziehen: Gib deinen Kindern Taschengeld und lass sie lernen, damit umzugehen. Sie sollen für größere Wünsche selbst sparen. Das fördert Finanzkompetenz von klein auf.

    Schritt 4: Dein Mindset ändern

    Geld ist auch Kopfsache.

    • Weg vom Perfektionismus: Es muss nicht immer das Teuerste sein. Gebrauchtes Spielzeug, Second-Hand-Kleidung, selbstgebackener Kuchen statt teurem Catering – das ist oft nachhaltiger und genauso schön.
    • Dankbarkeit und Wertschätzung: Konzentriere dich auf das, was du hast, anstatt auf das, was dir fehlt. Das nimmt viel Druck raus.
    • Wissen aneignen: Lies Finanzartikel, höre Podcasts, tausche dich mit Freundinnen aus. Du musst kein Finanzprofi werden, aber ein Grundwissen gibt dir Sicherheit und Selbstvertrauen.

    Du siehst, liebe Mama, du bist diesem Geldstress nicht hilflos ausgeliefert. Mit ein paar bewussten Entscheidungen und kleinen Veränderungen im Alltag kannst du schon viel bewirken. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern darum, anzufangen und Schritt für Schritt mehr Kontrolle über eure Finanzen zu gewinnen. Du schaffst das!

    Alles Liebe, Eure Anja 💚

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    Kommentare (1)

    Kommentare werden vor Veröffentlichung geprüft.

    T. Martinvor mehr als 1 Jahr

    Genau das is es! Wir verdienen gut, aber am Ende des Monats bleibt trotzdem nix übrig. Die Inflation frisst echt alles auf. Danke für diesen Artikel!

    Anja• Antwort

    Das Gefühl teilen wirklich viele! Freut mich sehr, dass der Artikel dir hilft, das zu verstehen. 🙏

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    Anja Fischer
    Geschrieben von

    Anja Fischer

    Mama von drei Jungs (2019, 2021, 2023) und ganz nebenbei auch noch Gästehaus-Betreiberin und Content-Creatorin. Oder in kurz: Mama und Unternehmerin. Ich teile das, was für uns funktioniert - von Tipps & Tricks aus dem Mama-Alltag über Rezepte, Bastelideen, Orga- und Finanz-Tipps und vieles vieles mehr.

    Zuletzt aktualisiert: 24. September 2024

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