Warum finanzielle Bildung Teil guter Elternschaft ist
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    Warum finanzielle Bildung Teil guter Elternschaft ist

    10 min Lesezeit
    Inhaltsverzeichnis
    21 Abschnitte

    Ihr Lieben Mamas,

    Hand aufs Herz: Wenn du an deine Kinder denkst, dann siehst du wahrscheinlich strahlende Augen, kleine Händchen, die deine halten, und eine Zukunft voller Möglichkeiten. Du träumst davon, ihnen alles zu ermöglichen, sie zu beschützen und ihnen die besten Startbedingungen ins Leben zu geben. Und genau hier kommt ein Thema ins Spiel, das oft unterschätzt wird, aber ein absolutes Herzstück guter Elternschaft ist: finanzielle Bildung.

    Ich weiß, ich weiß. Allein das Wort "Finanzen" kann schon ein leichtes Ziehen in der Magengegend verursachen. Vielleicht denkst du: "Ich versteh nix von Geld!", "Das ist mir zu kompliziert!" oder "Dafür hab ich doch gar keine Zeit, wenn ich nach der Arbeit noch drei Kinder versorgen muss!" Und ich verstehe das total. Aber glaub mir, du musst kein Finanzprofi werden, um die Weichen für eine sichere Zukunft deiner Familie zu stellen. Es geht darum, ein paar grundlegende Dinge zu verstehen und umzusetzen – und genau dabei möchte ich dir heute helfen, ganz entspannt, so als würden wir beim Kaffee zusammensitzen.

    Warum finanzielle Bildung ein Herzstück guter Elternschaft ist

    Stell dir vor, du baust ein wunderschönes Haus für deine Familie. Du kümmerst dich um die Farbe der Wände, die Möbel, den Garten. Aber was ist mit dem Fundament? Wenn das Fundament brüchig ist, kann das schönste Haus ins Wanken geraten. Genauso ist es mit den Finanzen deiner Familie. Ein solides finanzielles Fundament gibt euch allen Sicherheit und Freiheit.

    1. Sicherheit und Unabhängigkeit für dich und deine Familie

    Das Leben ist unberechenbar. Eine unerwartete Autoreparatur, eine kaputte Waschmaschine, eine plötzliche Krankheit oder sogar ein Jobverlust – all das kann uns aus der Bahn werfen. Wenn du finanziell vorbereitet bist, können solche Ereignisse eure Familie nicht so leicht ins Wanken bringen. Du kannst ruhig schlafen, weil du weißt, dass ihr abgesichert seid.

    Gerade für uns Mamas ist finanzielle Unabhängigkeit so wichtig. Viele von uns reduzieren ihre Arbeitszeit oder legen eine berufliche Pause ein, um für die Kinder da zu sein. Das ist eine wundervolle Entscheidung, aber sie kann auch finanzielle Lücken reißen, besonders bei der Altersvorsorge. Wenn du dich mit euren Finanzen auskennst, kannst du diese Lücken erkennen und aktiv gegensteuern. Es geht darum, selbstbestimmt zu sein und nicht von anderen abhängig zu sein, falls sich die Lebensumstände mal ändern.

    2. Du bist ein Vorbild für deine Kinder

    Kinder lernen durch Nachahmung. Wenn du einen bewussten Umgang mit Geld vorlebst, lernen sie das auch. Du zeigst ihnen, wie man spart, wie man Prioritäten setzt und wie man verantwortungsvoll mit Ressourcen umgeht. Das ist eine der wertvollsten Lektionen, die du ihnen mit auf den Weg geben kannst – weit über das Taschengeld hinaus.

    3. Die Zukunft deiner Kinder aktiv gestalten

    Ob es um die Finanzierung eines Studiums, eines Auslandsjahres oder den Führerschein geht – mit einer guten Finanzplanung kannst du deinen Kindern später Türen öffnen, die sonst vielleicht verschlossen blieben. Du gibst ihnen die Chance, ihre Träume zu verwirklichen.

    Deutschland-Spezial: Was du als Mama wissen solltest

    Gerade in Deutschland gibt es einige Besonderheiten und staatliche Leistungen, die du kennen und nutzen solltest.

    Elterngeld: Wichtige Änderungen ab 2024/2025

    Das Elterngeld ist eine Lohnersatzleistung, die Müttern und Vätern nach der Geburt ihres Kindes finanziell unter die Arme greift. Es soll euch ermöglichen, in den ersten Lebensmonaten des Kindes für es da zu sein, ohne große finanzielle Einbußen zu haben. Aber Achtung: Es gibt wichtige Änderungen, die du unbedingt kennen solltest!

    Für Geburten ab dem 1. April 2024 gelten neue Regeln:

    • Einkommensgrenze: Die Grenze, ab der Paare keinen Anspruch mehr auf Elterngeld haben, wird gesenkt.
      • Für Geburten ab dem 1. April 2024: 200.000€ zu versteuerndes Einkommen für Paare, 150.000€ für Alleinerziehende.
      • Für Geburten ab dem 1. April 2025: 175.000€ zu versteuerndes Einkommen für Paare, 150.000€ für Alleinerziehende.
    • Parallelbezug: Bisher konnten beide Elternteile gleichzeitig Elterngeld beziehen. Für Geburten ab dem 1. April 2024 ist der gleichzeitige Bezug von Basiselterngeld für beide Elternteile nur noch für einen Monat und nur innerhalb der ersten 12 Lebensmonate des Kindes möglich. Es gibt Ausnahmen für Frühchen, Mehrlinge oder Kinder mit Behinderung.

    Mein Tipp: Informiere dich frühzeitig auf der Webseite des Bundesfamilienministeriums oder bei deiner Elterngeldstelle, wie die genauen Regeln für eure Situation aussehen und plant euren Elterngeldbezug sorgfältig!

    Steuern: Kein Buch mit sieben Siegeln

    Auch wenn das deutsche Steuersystem komplex wirken mag, gibt es ein paar Basics, die du kennen solltest:

    • Steuerklassen: Als verheiratetes Paar habt ihr oft die Wahl zwischen Steuerklasse IV/IV oder III/V. Klasse III bringt dem Hauptverdiener mehr Netto, was sich positiv auf das Elterngeld auswirken kann, während Klasse V weniger Netto bedeutet. Klasse IV/IV ist oft ausgeglichener. Lasst euch hierzu beraten, denn die Wahl kann sich auf die Höhe des Elterngeldes auswirken!
    • Ehegattensplitting: Für verheiratete Paare ist das ein großer Vorteil, da es die Steuerlast senken kann, wenn ein Partner deutlich mehr verdient als der andere.
    • Kinderfreibetrag vs. Kindergeld: Das Finanzamt prüft automatisch, was für euch günstiger ist. In den allermeisten Fällen ist das Kindergeld die bessere Option, da es direkt ausgezahlt wird. Aktuell sind das 250€ pro Kind im Monat.

    Andere staatliche Leistungen

    Es gibt noch weitere Hilfen, die Familien unterstützen können:

    • Kinderzuschlag: Für Familien mit geringem Einkommen, die zwar ihren eigenen Bedarf decken können, aber nicht den ihrer Kinder.
    • Wohngeld: Ein Zuschuss zu den Mietkosten, wenn das Einkommen nicht ausreicht.

    Mein Tipp: Prüfe online mit den entsprechenden Rechnern (z.B. auf der Webseite des Bundesfamilienministeriums), ob ihr Anspruch auf diese Leistungen habt. Es ist kein Almosen, sondern eine Unterstützung, die euch zusteht!

    Inflation: Der stille Geldentwerter

    Du hast es sicher schon im Supermarkt gemerkt: Alles wird teurer. Das ist die Inflation. Dein Geld verliert mit der Zeit an Kaufkraft. Was heute 100€ wert ist, kann in ein paar Jahren nur noch 90€ wert sein, weil du dafür weniger kaufen kannst. Das ist wichtig zu wissen, besonders wenn es um Sparen und Altersvorsorge geht. Dein Geld auf dem Sparbuch verliert durch die Inflation an Wert, wenn die Zinsen niedriger sind als die Inflationsrate.

    Typische Fehler und wie du sie vermeidest

    Manche Dinge machen wir aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit. Lass uns die häufigsten Fallen gemeinsam anschauen:

    • Kein Notgroschen: Das ist der absolute Klassiker! Viele Familien haben keine Rücklagen für unerwartete Ausgaben.
    • Altersvorsorge ignorieren: Gerade wir Frauen, die oft Teilzeit arbeiten oder Elternzeit nehmen, haben später eine größere Rentenlücke. Das ist ein ernstes Thema, das wir nicht verdrängen dürfen.
    • Alles dem Partner überlassen ("Mein Mann macht das"): Oh, dieser Satz! Ich höre ihn so oft. Und ich verstehe, dass es bequem ist, wenn sich jemand anderes um die Finanzen kümmert. Aber stell dir vor, was passiert, wenn dein Partner plötzlich krank wird, arbeitslos wird oder ihr euch trennt. Wenn du dann keinen Überblick hast, stehst du im Regen. Es geht nicht darum, deinem Partner zu misstrauen, sondern darum, selbst handlungsfähig und unabhängig zu sein. Du hast ein Recht darauf, zu wissen, wie es um eure Finanzen steht!
    • Staatliche Hilfen nicht nutzen: Viele wissen nicht, welche Leistungen ihnen zustehen, und verschenken so bares Geld.
    • Den Kindern keinen Umgang mit Geld beibringen: Eine verpasste Chance, die sie später teuer bezahlen müssen.

    Emotionale Hürden überwinden: Du schaffst das!

    Ich weiß, dass diese Themen Ängste auslösen können. Vielleicht denkst du:

    • "Ich versteh nix von Geld": Du musst keine komplexe Aktienanalyse machen. Es geht um Basics: Einnahmen, Ausgaben, Sparen, Notgroschen. Das ist wie Kochen lernen – du fängst auch nicht mit einem 5-Gänge-Menü an.
    • "Das ist mir zu kompliziert": Wir brechen es in kleine, verdauliche Schritte herunter. Ein Schritt nach dem anderen.
    • "Keine Zeit": Ich weiß, dein Alltag ist voll. Aber 15 Minuten pro Woche können schon einen riesigen Unterschied machen. Das ist weniger Zeit als eine Folge deiner Lieblingsserie!
    • Angst vor Fehlern oder Scham: Jeder macht Fehler, besonders am Anfang. Wichtig ist, daraus zu lernen. Es gibt keinen Grund, sich zu schämen. Du bist nicht allein!

    Dein Fahrplan zur finanziellen Stärke: Praktische Schritte

    Bereit? Dann lass uns loslegen! Hier sind ein paar konkrete Schritte, die du sofort umsetzen kannst:

    1. Verschaffe dir einen Überblick (15 Minuten)

    • Einnahmen: Was kommt jeden Monat rein (Gehalt, Kindergeld, Elterngeld etc.)?
    • Ausgaben: Was geht jeden Monat raus (Miete, Strom, Handy, Versicherungen, Lebensmitteleinkauf, Hobbys)?
      • Tipp: Schau dir deine Kontoauszüge der letzten 3 Monate an. Du wirst überrascht sein, wohin dein Geld fließt!

    2. Baue einen Notgroschen auf (Das A und O!)

    Ein Notgroschen ist dein finanzielles Sicherheitsnetz. Er sollte auf einem separaten, leicht zugänglichen Konto liegen (Tagesgeldkonto) und 3 bis 6 Monatsausgaben abdecken.

    • Beispiel: Wenn deine Familie monatlich 2.500€ an Ausgaben hat, solltest du 7.500€ bis 15.000€ als Notgroschen ansparen.
    • Warum? Stell dir vor, die Waschmaschine geht kaputt (500-800€), das Auto muss in die Werkstatt (1.000-2.000€) oder du musst unerwartet zum Zahnarzt. Ohne Notgroschen müsstest du vielleicht einen Kredit aufnehmen oder ins Dispo rutschen, was teuer ist. Mit Notgroschen bleibst du entspannt.
    • Wie starten? Fang klein an! Lege jeden Monat 50€ oder 100€ beiseite. Jeder Euro zählt.

    3. Lege ein Budget fest

    Sobald du den Überblick hast, teile dein Geld in Kategorien ein.

    • Fixkosten: Miete, Versicherungen, Abos
    • Variable Kosten: Lebensmittel, Freizeit, Kleidung
    • Sparziele: Notgroschen, Urlaub, Altersvorsorge
    • Tipp: Nutze kostenlose Budget-Apps, Excel-Tabellen oder einfach ein Notizbuch. Hauptsache, du bleibst dran!

    4. Setze dir klare Finanzziele

    Was möchtest du erreichen?

    • Kurzfristig (bis 1 Jahr): Notgroschen aufbauen, Schulden abbauen.
    • Mittelfristig (1-5 Jahre): Urlaub, neues Auto, Anzahlung für ein Haus.
    • Langfristig (5+ Jahre): Altersvorsorge, Studium der Kinder.
    • SMART-Prinzip: Mach deine Ziele Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch und Terminiert.

    5. Prüfe und nutze staatliche Leistungen

    • Elterngeld: Planen und beantragen (beachte die neuen Regeln!).
    • Kindergeld: Wird automatisch gezahlt, aber prüfe, ob es korrekt ist.
    • Kinderzuschlag/Wohngeld: Nutze Online-Rechner, um deinen Anspruch zu prüfen und beantrage es, wenn es dir zusteht.

    6. Automatisiere dein Sparen

    Richte Daueraufträge ein, die direkt nach Gehaltseingang einen festen Betrag auf dein Notgroschen- oder Sparkonto überweisen. "Pay yourself first!" – zahle zuerst dich selbst.

    7. Beziehe deine Familie mit ein

    • Taschengeld: Gib deinen Kindern Taschengeld und lass sie lernen, damit umzugehen.
    • Wünsche sparen: Erkläre ihnen, dass man für größere Wünsche sparen muss.
    • Offen über Geld sprechen: Enttabuisiere das Thema.

    8. Bilde dich weiter

    Du musst keine Finanzexpertin werden, aber ein paar gute Ressourcen können dir helfen:

    • Bücher: "Der reichste Mann von Babylon" (zeitlos!), "Rich Dad Poor Dad" (Grundlagen).
    • Podcasts: Es gibt viele tolle Podcasts für Finanzanfängerinnen.
    • Blogs/Webseiten: Seriöse Finanzblogs, Verbraucherzentralen.

    Alles Liebe, Eure Anja 💚

    Liebe Mama, ich weiß, das war jetzt eine Menge Input. Aber ich hoffe, du fühlst dich jetzt nicht überfordert, sondern ermutigt. Du musst nicht alles auf einmal machen. Fang mit einem kleinen Schritt an. Vielleicht ist es der Überblick über deine Ausgaben, vielleicht ist es der erste Dauerauftrag für deinen Notgroschen.

    Jeder Schritt, den du gehst, ist ein Schritt in Richtung mehr Sicherheit, mehr Freiheit und mehr Frieden für dich und deine Familie. Du bist stark, du bist klug, und du hast die Fähigkeit, diese wichtigen Entscheidungen für deine Zukunft zu treffen. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern darum, anzufangen und dranzubleiben.

    Du bist die Heldin deiner Familie – und das auch in finanziellen Dingen!

    Alles Liebe, Eure Anja 💚

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    Kommentare (4)

    Kommentare werden vor Veröffentlichung geprüft.

    Majavor mehr als 1 Jahr

    YES! So wichtig, unseren Kindern da was mitzugeben. Die Sicherheit is unbezahlbar.

    Anja• Antwort

    Da stimme ich dir voll zu! Es ist wirklich ein Geschenk fürs Leben.

    Michellevor mehr als 1 Jahr

    Das kenn ich! Dieses Bauchziehen bei 'Finanzen' 🙈 Aber dein Punkt mit dem Fundament is so wahr. Macht total Sinn.

    Anja• Antwort

    Absolut! Viele fühlen sich so am Anfang. Schön, dass der Vergleich hilft!

    A. Wernervor mehr als 1 Jahr

    Stimmt, das Fundament ist entscheidend. Bin gespannt, welche grundlegenden Dinge du uns noch zeigst!

    Anja• Antwort

    Umfassend vorbereitet! Bald kommen konkrete Schritte. Bleib dran! ✨

    Zeynep V.vor mehr als 1 Jahr

    Genau das brauchte ich! Gerade der Punkt mit der finanziellen Unabhängigkeit für uns Mamas trifft es total. Manchmal fühlt man sich echt hilflos. Danke für die Ermutigung, dass es nicht super kompliziert sein muss!

    Anja• Antwort

    Freut mich sehr, dass es dir Mut macht! Das ist genau mein Ziel 💕

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    Anja Fischer
    Geschrieben von

    Anja Fischer

    Mama von drei Jungs (2019, 2021, 2023) und ganz nebenbei auch noch Gästehaus-Betreiberin und Content-Creatorin. Oder in kurz: Mama und Unternehmerin. Ich teile das, was für uns funktioniert - von Tipps & Tricks aus dem Mama-Alltag über Rezepte, Bastelideen, Orga- und Finanz-Tipps und vieles vieles mehr.

    Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2024

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