Warum finanzielle Sicherheit nichts mit hohem Einkommen zu tun hat
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    Warum finanzielle Sicherheit nichts mit hohem Einkommen zu tun hat

    10 min Lesezeit
    Inhaltsverzeichnis
    12 Abschnitte

    Ihr Lieben Mamas,

    kennt ihr das Gefühl? Man scrollt durch Social Media, sieht scheinbar perfekte Leben und denkt: „Wenn ich nur mehr verdienen würde, dann wären all meine Geldsorgen weg und ich hätte endlich finanzielle Sicherheit.“ Ich verstehe das nur zu gut. Gerade als Mama, vielleicht in Teilzeit oder während der Elternzeit, mit dem Spagat zwischen Familie, Job und dem Wunsch, für die Zukunft deiner Kinder vorzusorgen, kann das Thema Geld schnell überwältigend wirken.

    Aber ich verrate dir ein Geheimnis, das dein Leben verändern kann: Finanzielle Sicherheit hat absolut nichts mit einem hohen Einkommen zu tun. Ja, du hast richtig gehört! Es geht nicht darum, wie viel Geld auf deinem Konto landet, sondern darum, wie du damit umgehst. Lass uns das mal ganz entspannt bei einer Tasse Kaffee besprechen, so wie unter Freundinnen.

    Finanzielle Sicherheit: Warum es nicht auf dein Gehalt ankommt

    Viele von uns glauben, dass ein hohes Gehalt automatisch finanzielle Freiheit bedeutet. Doch die Realität sieht oft anders aus. Ich kenne Menschen, die ein Top-Gehalt verdienen, aber trotzdem am Monatsende kaum etwas übrig haben, weil ihre Ausgaben mit ihrem Einkommen mitwachsen – das nennt man Lifestyle-Inflation. Ein größeres Auto, ein teurerer Urlaub, mehr Designerklamotten. Plötzlich reichen selbst 5.000 Euro netto nicht mehr aus, um Rücklagen zu bilden oder entspannt in die Zukunft zu blicken.

    Auf der anderen Seite gibt es Frauen, die mit einem durchschnittlichen Einkommen eine beeindruckende finanzielle Basis aufbauen. Sie leben nicht im Überfluss, aber sie haben einen Notgroschen, sind schuldenfrei und investieren regelmäßig. Sie schlafen nachts ruhig, weil sie wissen, dass sie für unerwartete Ausgaben gewappnet sind und ihre Altersvorsorge im Blick haben.

    Der Mythos vom "reichen" Leben

    Der größte Mythos ist, dass Reichtum gleichbedeutend mit finanzieller Sicherheit ist. Das ist falsch. Reichtum ist, was du verdienst. Finanzielle Sicherheit ist, was du behältst und wie du es verwaltest. Es geht um deine finanzielle Bildung, deine Gewohnheiten und deine Disziplin, nicht um die Zahl auf deinem Gehaltszettel.

    Dein Alltag als Mama in Deutschland: Elterngeld, Teilzeit & Co.

    Gerade in Deutschland gibt es viele Besonderheiten, die unseren finanziellen Alltag als Mamas prägen. Das Elterngeld ist eine tolle Unterstützung, aber es ist eben auch zeitlich begrenzt und an Einkommensgrenzen gekoppelt. Für Geburten ab dem 1. April 2024 liegt die Einkommensgrenze für Paare und Alleinerziehende bei 150.000 Euro zu versteuerndem Einkommen. Ab dem 1. April 2025 sinkt diese Grenze sogar auf 120.000 Euro. Das zeigt: Selbst wenn du früher viel verdient hast, kann sich deine finanzielle Situation schnell ändern.

    Viele von uns arbeiten nach der Geburt in Teilzeit, um Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Das bedeutet oft weniger Einkommen, aber auch mehr Flexibilität. Und genau hier liegt die Chance: Es zwingt uns, bewusster mit unserem Geld umzugehen und smarte Strategien zu entwickeln.

    Lass uns auch kurz über ein paar wichtige deutsche Finanzbegriffe sprechen, die dir begegnen werden, aber keine Angst, ich erklär sie dir ganz einfach:

    • Grundfreibetrag (2024: 11.604 Euro): Das ist der Teil deines Einkommens, auf den du keine Steuern zahlen musst. Er sorgt dafür, dass jeder ein Existenzminimum steuerfrei zur Verfügung hat.
    • Kinderfreibetrag (2024: 6.384 Euro pro Kind für beide Eltern): Dieser Betrag mindert das zu versteuernde Einkommen der Eltern. Das Finanzamt prüft automatisch, ob Kindergeld oder Kinderfreibetrag für dich vorteilhafter ist.
    • Werbungskostenpauschale (2024: 1.230 Euro): Wenn du angestellt bist, kannst du diese Pauschale von deinem zu versteuernden Einkommen abziehen, ohne Belege einreichen zu müssen. Das sind quasi Kosten, die dir durch deinen Job entstehen.
    • Sparer-Pauschbetrag (2024: 1.000 Euro für Singles, 2.000 Euro für Paare): Das ist der Betrag an Kapitalerträgen (Zinsen, Dividenden), den du pro Jahr steuerfrei einnehmen darfst. Alles darüber wird mit der Abgeltungssteuer belegt.

    Und dann ist da noch die Inflation. Die macht unser Geld mit der Zeit weniger wert. Was heute 100 Euro wert ist, kann in zehn Jahren nur noch die Kaufkraft von 80 Euro haben. Deshalb ist es so wichtig, dass dein Geld nicht nur auf dem Girokonto liegt, sondern für dich arbeitet.

    Die wahren Säulen deiner finanziellen Sicherheit

    Vergiss den Mythos vom hohen Einkommen. Hier sind die Dinge, die wirklich zählen:

    1. Dein Wissen ist Macht: Finanzielle Bildung

    Du musst keine Finanzexpertin werden, aber ein grundlegendes Verständnis für Geld ist Gold wert. Wie funktioniert ein Budget? Was ist ein Notgroschen? Wie kann ich mein Geld anlegen? Wenn du diese Basics verstehst, fühlst du dich sicherer und triffst bessere Entscheidungen.

    2. Dein Geld im Griff: Budgetierung

    Das ist der absolute Kern! Ein Budget ist wie ein Fahrplan für dein Geld. Es zeigt dir, wohin dein Einkommen fließt und wo du vielleicht unnötig Geld ausgibst. Es hilft dir, bewusste Entscheidungen zu treffen und Sparziele zu erreichen.

    3. Dein Schutzschild: Der Notgroschen

    Stell dir vor, die Waschmaschine geht kaputt, das Auto streikt oder du musst unerwartet zum Zahnarzt. Ohne Notgroschen kann so etwas schnell zur Katastrophe werden. Ein Notgroschen ist ein Puffer von drei bis sechs Monatsausgaben auf einem separaten, leicht zugänglichen Konto. Er gibt dir Sicherheit und verhindert, dass du bei unerwarteten Ausgaben Schulden machen musst.

    4. Deine Zukunft: Schulden abbauen & Investieren

    Schulden, vor allem Konsumschulden mit hohen Zinsen, sind wie Anker, die dich festhalten. Sie rauben dir finanzielle Freiheit. Der Abbau dieser Schulden sollte Priorität haben. Und sobald du schuldenfrei bist und einen Notgroschen hast, ist es Zeit, dein Geld für dich arbeiten zu lassen – durch kluges Investieren.

    Stolperfallen auf dem Weg zur finanziellen Freiheit

    Ich weiß, es gibt viele Hürden, die uns Mamas davon abhalten, uns um unsere Finanzen zu kümmern.

    • "Ich versteh nix von Geld, das ist mir zu kompliziert!" Das ist eine der häufigsten Ängste. Aber du musst keine komplizierten Finanzprodukte verstehen. Es geht um die Grundlagen. Fang klein an, lies einen einfachen Blogartikel oder ein Buch für Einsteiger.
    • "Ich habe keine Zeit dafür!" Wenn du nach der Arbeit noch drei Kinder versorgen, den Haushalt schmeißen und ein offenes Ohr für alle haben musst, ist der Gedanke an Finanzplanung oft der letzte auf der Liste. Aber schon 15-30 Minuten pro Woche können einen riesigen Unterschied machen.
    • "Mein Partner macht das schon." Das ist eine gefährliche Falle! Auch wenn dein Partner sich um die Finanzen kümmert, solltest du immer den Überblick behalten. Was passiert bei einer Trennung oder im schlimmsten Fall bei einem Todesfall? Finanzielle Unabhängigkeit ist auch eine Form der Absicherung für dich und deine Kinder.
    • Lifestyle-Inflation: Wie schon erwähnt, wachsen die Ausgaben oft mit dem Einkommen. Achte bewusst darauf, dass du nicht automatisch mehr ausgibst, nur weil du mehr verdienst.
    • Angst vor Fehlern: Niemand ist perfekt. Es ist okay, Fehler zu machen. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen.

    Dein Fahrplan zur finanziellen Sicherheit – Schritt für Schritt

    Du musst kein Finanzprofi werden, um deine Finanzen in den Griff zu bekommen. Hier ist ein einfacher Plan, mit dem du sofort starten kannst:

    1. Der Kassensturz: Wo stehst du gerade?

      • Verschaffe dir einen Überblick über all deine Einnahmen (Gehalt, Elterngeld, Kindergeld etc.) und Ausgaben (Miete, Strom, Lebensmittel, Hobbys, Abos).
      • Nutze dafür eine einfache Excel-Tabelle, eine App oder ein Notizbuch. Sei ehrlich zu dir selbst!
      • Aktion: Sammle alle Kontoauszüge und Belege der letzten 2-3 Monate.
    2. Dein Budget erstellen: Dein Geld unter Kontrolle

      • Wähle eine einfache Methode, z.B. die 50/30/20-Regel:
        • 50% deines Nettoeinkommens für Fixkosten (Miete, Strom, Internet, Lebensmittel).
        • 30% deines Nettoeinkommens für Wünsche (Hobbys, Ausgehen, Kleidung, Urlaub).
        • 20% deines Nettoeinkommens für Sparen und Schuldentilgung.
      • Oder das Zero-Based Budgeting: Jedem Euro eine Aufgabe zuweisen. Am Ende des Monats sollte dein Konto auf Null stehen (nicht im Sinne von leer, sondern im Sinne von "alles Geld wurde verplant").
      • Aktion: Lege ein Budget fest und halte dich einen Monat lang daran.
    3. Den Notgroschen aufbauen: Dein Sicherheitsnetz

      • Setze dir das Ziel, 3-6 Monatsausgaben auf einem separaten Tagesgeldkonto anzusparen.
      • Richte einen automatischen Dauerauftrag ein, der jeden Monat einen festen Betrag auf dieses Konto überweist. Schon 50 Euro im Monat sind ein guter Anfang!
      • Aktion: Eröffne ein Tagesgeldkonto und richte einen Dauerauftrag ein.
    4. Schulden in Angriff nehmen: Freiheit gewinnen

      • Liste alle deine Schulden auf (Kreditkarten, Ratenkredite etc.) und sortiere sie nach Zinssatz.
      • Konzentriere dich zuerst auf die Schulden mit den höchsten Zinsen (Schneeball- oder Lawinenmethode).
      • Aktion: Erstelle einen Plan zum Schuldenabbau und zahle jeden Monat mehr als die Mindestrate.
    5. Deine Zukunft gestalten: Sparen & Investieren

      • Sobald Notgroschen und Schulden im Griff sind, geht es ans Investieren.
      • Für Einsteiger sind ETFs (Exchange Traded Funds) ideal. Das sind börsengehandelte Indexfonds, die breit gestreut sind und geringe Kosten haben. Du kannst schon mit 25 Euro pro Monat über einen Sparplan starten.
      • Denk an den Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro (bzw. 2.000 Euro für Paare), den du jährlich steuerfrei anlegen kannst.
      • Aktion: Informiere dich über ETFs und eröffne ein Depot bei einer Online-Bank, um einen Sparplan einzurichten.
    6. Finanzielle Bildung weiterführen: Bleib neugierig

      • Lies Bücher, höre Podcasts oder folge Finanzblogs, die du verstehst und die dich inspirieren. Es gibt so viele tolle Ressourcen, die dir helfen, dein Wissen zu erweitern.
      • Aktion: Nimm dir jeden Monat eine Stunde Zeit für deine Finanzbildung.
    7. Geldgespräche in der Familie: Offenheit schafft Vertrauen

      • Sprich offen mit deinem Partner über eure Finanzen, eure Ziele und eure Ängste.
      • Beziehe auch ältere Kinder altersgerecht mit ein, um ihnen einen gesunden Umgang mit Geld beizubringen.
      • Aktion: Vereinbare einen festen Termin pro Monat für ein "Finanz-Date" mit deinem Partner.

    Ein Rechenbeispiel, das Mut macht

    Lass uns das mal an einem einfachen Beispiel verdeutlichen:

    Szenario A: Hohes Einkommen, wenig Planung

    • Nettoeinkommen: 3.500 Euro
    • Ausgaben (inkl. Lifestyle-Inflation): 3.300 Euro
    • Ergebnis: Nur 200 Euro bleiben am Monatsende übrig. Der Notgroschen wächst langsam, Investitionen sind kaum möglich. Bei unerwarteten Ausgaben drohen Schulden.

    Szenario B: Moderates Einkommen, smarte Planung

    • Nettoeinkommen: 2.000 Euro
    • Ausgaben (bewusst geplant): 1.500 Euro
    • Ergebnis: Es bleiben 500 Euro übrig!
      • Davon gehen 200 Euro in den Notgroschen.
      • 100 Euro werden für den Schuldenabbau genutzt.
      • 200 Euro werden in einen ETF-Sparplan investiert.
    • Langfristige Wirkung: Der Notgroschen ist schnell aufgebaut, Schulden sind schneller getilgt und durch den Zinseszinseffekt wächst das investierte Kapital über die Jahre enorm.

    Dieses Beispiel zeigt, dass es nicht darum geht, wie viel Geld du verdienst, sondern wie du es managst. Mit einem moderaten Einkommen und bewusster Planung kannst du eine viel größere finanzielle Sicherheit aufbauen als jemand mit einem hohen Einkommen, der unachtsam mit seinem Geld umgeht.

    Du schaffst das!

    Ich weiß, das klingt vielleicht nach viel auf einmal. Aber denk daran: Jeder kleine Schritt zählt. Du musst nicht alles sofort perfekt machen. Fang einfach an. Nimm dir einen Punkt von der Liste vor, der sich für dich am machbarsten anfühlt.

    Du bist eine starke Mama, die jeden Tag so viel managt. Deine Finanzen in den Griff zu bekommen, ist nur eine weitere Superkraft, die du entwickeln kannst. Es geht darum, dir selbst und deiner Familie ein Gefühl von Sicherheit und Freiheit zu geben. Du bist nicht allein auf diesem Weg, und ich bin überzeugt, dass du das schaffen wirst!

    Alles Liebe, Eure Anja 💚

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    Kommentare (6)

    Kommentare werden vor Veröffentlichung geprüft.

    Noemi Bergervor fast 2 Jahren

    Genau das brauchte ich! Dieser Gedanke is so befreiend. Man fühlt sich sonst schnell überfordert. Danke für die Perspektive! 🙏

    Anja• Antwort

    Freut mich wenn's hilft! Das ist auch mein Ziel, Mama's zu entlasten. 💕

    L. Hofmannvor fast 2 Jahren

    Schön das mal jemand so klar sagt. Hab mich immer schlecht gefühlt, weil mein Einkommen nicht so hoch ist. Aber die Ruhe nachts, die hab ich. Und das is viel wert!

    Anja• Antwort

    Genau darum geht es doch! Dein Gefühl ist die beste Bestätigung. Finanzielle Sicherheit ist so individuell.

    Patriciavor fast 2 Jahren

    Genau das! Man denkt echt immer mehr geld is die lösung. Aber der punkt mit lifestyle-inflation trifft es total. hab ich bei uns auch schon gemerkt 🙈

    Anja• Antwort

    Danke dir! Das Gefühl kenne ich nur zu gut. Wichtig, dass man da dranbleibt. 💪

    Carolinevor fast 2 Jahren

    So wahr! Dachte immer höheres Gehalt löst alles. Aber das mit der Lifestyle-Inflation is der Knackpunkt. Genau das brauchte ich heut! 💸

    Anja• Antwort

    Freut mich total, dass es dir genau das gibt was du brauchst! Das ist wirklich ein Game Changer 💕

    Tatjana Kuhnvor fast 2 Jahren

    Das mit der Lifestyle-Inflation is so wahr. Man denkt echt, mehr Gehalt löst alles, aber schwups sind die Ansprüche auch höher. Wie geht ihr damit um?

    Anja• Antwort

    Ja, total! Ist ein Teufelskreis. Da hilft nur bewusste Budgetplanung und sich immer wieder fragen: Brauch ich das wirklich?

    Vanessa Engelvor fast 2 Jahren

    Die Sache mit dem Notgroschen beschäftigt mich auch. Wir versuchen da grad was aufzubauen, aber der Alltag machts einem echt schwer. Habt ihr da konkrete Tipps, wie ihr anfangt?

    Anja• Antwort

    Absolut! Das is der erste Schritt. Starte klein, z.B. mit 50€ monatlich per Dauerauftrag. Jede Kleinigkeit hilft! 💪

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    Anja Fischer
    Geschrieben von

    Anja Fischer

    Mama von drei Jungs (2019, 2021, 2023) und ganz nebenbei auch noch Gästehaus-Betreiberin und Content-Creatorin. Oder in kurz: Mama und Unternehmerin. Ich teile das, was für uns funktioniert - von Tipps & Tricks aus dem Mama-Alltag über Rezepte, Bastelideen, Orga- und Finanz-Tipps und vieles vieles mehr.

    Zuletzt aktualisiert: 12. April 2024

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