Warum Sparbücher keine Vorsorge sind
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    Warum Sparbücher keine Vorsorge sind

    11 min Lesezeit
    Inhaltsverzeichnis
    17 Abschnitte

    Ihr Lieben Mamas,

    Stell dir vor, wir sitzen zusammen bei einer Tasse Kaffee, die Kinder spielen friedlich (oder auch nicht, wir kennen das ja!), und wir reden mal ganz offen über ein Thema, das uns oft Sorgen macht, aber über das wir viel zu selten sprechen: unser Geld. Genauer gesagt, über dein Sparbuch. Ich weiß, es fühlt sich sicher an, es ist vertraut, und vielleicht hast du es schon seit Ewigkeiten. Aber ich muss dir heute etwas Wichtiges erzählen, etwas, das dir vielleicht nicht sofort gefällt, aber das dir langfristig helfen wird, deine finanzielle Zukunft selbst in die Hand zu nehmen: Dein Sparbuch ist leider keine Vorsorge. Es ist eher eine Illusion von Sicherheit, die uns teuer zu stehen kommen kann.

    Ich verstehe dich total, wenn du jetzt denkst: "Oh Gott, schon wieder so ein Finanzthema, das ist mir zu kompliziert!" oder "Ich hab doch gar keine Zeit dafür, wenn ich nach der Arbeit noch drei Kinder versorgen muss und der Haushalt ruft!" Aber genau deshalb bin ich heute hier, um es dir so einfach wie möglich zu erklären, ohne Fachchinesisch, und dir zu zeigen, dass du das schaffen kannst. Es geht darum, dich und deine Familie abzusichern, damit du dir keine Sorgen machen musst, wenn du älter wirst oder wenn mal etwas Unerwartetes passiert.

    Die trügerische Sicherheit des Sparbuchs: Warum es dein Geld frisst

    Dein Sparbuch fühlt sich an wie ein sicherer Hafen, oder? Das Geld ist da, du kannst es jederzeit abheben. Aber lass uns mal genauer hinschauen, was in Wirklichkeit mit deinem hart ersparten Geld passiert.

    Der stille Dieb: Inflation

    Stell dir vor, du hast heute 100 Euro auf deinem Sparbuch. In einem Jahr gehst du damit einkaufen. Kannst du dafür noch genauso viel kaufen wie heute? Wahrscheinlich nicht. Das liegt an der Inflation. Die Inflation ist wie ein stiller Dieb, der über die Zeit die Kaufkraft deines Geldes mindert. Wenn die Preise steigen, aber dein Geld auf dem Sparbuch kaum Zinsen abwirft, wird es real weniger wert.

    • Beispiel: Wenn die Inflation bei 3 % liegt (was in den letzten Jahren oft der Fall war und auch höher sein kann), und dein Sparbuch nur 0,1 % Zinsen bringt, dann verliert dein Geld jedes Jahr real 2,9 % an Wert. Das bedeutet, nach 10 Jahren kannst du mit dem gleichen Betrag deutlich weniger kaufen. Dein Geld wird nicht mehr, sondern weniger.

    Zinsen, die keine sind

    Hand aufs Herz: Wie hoch sind die Zinsen auf deinem Sparbuch? Meistens sind sie verschwindend gering, oft nur im Bereich von 0,01 % bis 0,5 %. Das ist so wenig, dass es nicht einmal die Inflation ausgleichen kann. Es ist, als würdest du versuchen, einen Eimer mit einem Loch zu füllen – es läuft immer mehr raus, als reinkommt.

    Steuern knabbern auch noch mit

    Selbst von den wenigen Zinsen, die du bekommst, musst du in Deutschland noch Abgeltungssteuer zahlen. Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1.000 Euro für Alleinstehende und 2.000 Euro für Verheiratete (Stand 2024). Wenn deine Zinserträge diesen Betrag übersteigen, werden 25 % Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer fällig. Bei den aktuellen Sparbuchzinsen ist das zwar selten ein Problem, aber es zeigt, dass selbst die kleinsten Gewinne noch geschmälert werden.

    Die verpasste Chance: Opportunitätskosten

    Das größte Problem des Sparbuchs sind die Opportunitätskosten. Das ist ein schickes Wort dafür, was du verpasst, wenn du dein Geld nicht anders anlegst. Während dein Geld auf dem Sparbuch langsam an Wert verliert, könnten andere Anlageformen, wie zum Beispiel ETFs, über die wir gleich sprechen, dein Geld für dich arbeiten lassen und es vermehren. Du verzichtest auf mögliche Gewinne, die dein Vermögen wirklich wachsen lassen könnten.

    Die harte Realität für Mamas in Deutschland

    Gerade wir Mamas stehen oft vor besonderen finanziellen Herausforderungen, die das Thema Vorsorge noch dringlicher machen.

    Elterngeld: Eine wichtige Stütze, aber mit Tücken

    Das Elterngeld ist eine tolle Unterstützung in der ersten Zeit mit Baby, aber es ist eben nur eine Brücke und keine langfristige Lösung. Ab dem 1. April 2024 gibt es wichtige Änderungen, die viele Familien betreffen:

    • Die Einkommensgrenze für Paare, ab der der Anspruch auf Elterngeld entfällt, wurde von 300.000 Euro auf 200.000 Euro zu versteuerndes Einkommen gesenkt. Ab dem 1. April 2025 sinkt sie weiter auf 175.000 Euro.
    • Für Alleinerziehende liegt die Grenze ab dem 1. April 2024 bei 150.000 Euro.

    Das bedeutet, dass mehr Familien keinen Anspruch mehr haben oder sich neu orientieren müssen. Es zeigt uns aber auch: Wir müssen uns frühzeitig Gedanken machen, wie wir uns finanziell aufstellen, unabhängig von staatlichen Leistungen.

    Teilzeitfalle und Rentenlücke

    Viele von uns arbeiten nach der Elternzeit in Teilzeit, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Das ist absolut verständlich und oft notwendig. Aber es hat auch finanzielle Konsequenzen:

    • Geringere Rentenpunkte: Weniger Gehalt bedeutet weniger Beiträge in die Rentenkasse und damit eine geringere gesetzliche Rente im Alter. Die Rentenlücke wird größer.
    • Finanzielle Abhängigkeit: Wenn du weniger verdienst, bist du oft stärker vom Einkommen deines Partners abhängig. Das kann sich im Falle einer Trennung oder des Todes deines Partners als großes Risiko erweisen. Es ist so wichtig, dass du deine eigene finanzielle Basis schaffst!

    "Das ist mir zu viel!": Deine Ängste sind berechtigt, aber überwindbar

    Ich weiß, das alles kann sich überwältigend anfühlen. Vielleicht denkst du:

    • "Ich versteh nichts von Geld, das ist mir zu kompliziert."
    • "Ich habe keine Zeit, mich darum zu kümmern."
    • "Mein Mann kümmert sich um die Finanzen."

    Diese Gefühle sind absolut normal! Aber ich verspreche dir: Du musst kein Finanzprofi werden, um deine Vorsorge selbst in die Hand zu nehmen. Es geht darum, kleine, machbare Schritte zu gehen.

    Kleine Schritte gegen die Überforderung

    Du musst nicht alles auf einmal ändern. Fang klein an:

    1. Informiere dich: Lies diesen Artikel zu Ende, schau dir vielleicht ein kurzes Video an.
    2. Sprich darüber: Tausch dich mit Freundinnen aus oder sprich offen mit deinem Partner.
    3. Setze dir ein kleines Ziel: Zum Beispiel: "Ich schaue mir diese Woche 15 Minuten lang an, was ein Tagesgeldkonto ist."

    Deine finanzielle Unabhängigkeit ist wichtig

    Es ist wunderbar, wenn dein Partner sich um die Finanzen kümmert. Aber es ist entscheidend, dass du selbst verstehst, was mit eurem Geld passiert, und dass du deine eigene Vorsorge aufbaust. Was passiert, wenn sich eure Wege trennen oder dein Partner plötzlich nicht mehr da ist? Dann stehst du da und musst Entscheidungen treffen, von denen du vielleicht keine Ahnung hast. Dein eigenes Wissen und dein eigenes Vermögen geben dir Sicherheit und Freiheit.

    Was tun statt Sparbuch? Deine Gamechanger für die Vorsorge

    Jetzt kommen wir zum spannenden Teil: Was kannst du konkret tun, um dein Geld für dich arbeiten zu lassen?

    Schritt 1: Die Basis schaffen – Dein Finanz-Fundament

    Bevor du ans Investieren denkst, brauchst du ein solides Fundament:

    1. Budget aufstellen: Verschaffe dir einen Überblick über Einnahmen und Ausgaben. Wo geht dein Geld hin? Wo kannst du vielleicht etwas einsparen? Es gibt tolle Apps, die dir dabei helfen.
    2. Finanzielle Ziele definieren: Wofür sparst du? Ein Notgroschen? Ein neues Auto? Die Ausbildung der Kinder? Deine Rente? Klare Ziele motivieren!
    3. Notgroschen aufbauen: Das ist das A und O! Lege drei bis sechs Monatsausgaben auf einem separaten Konto zurück, auf das du im Notfall schnell zugreifen kannst (z.B. bei Jobverlust, Reparaturen). Dieses Geld gehört nicht auf ein Sparbuch, sondern auf ein Tagesgeldkonto.

    Schritt 2: Dein Geld arbeiten lassen – Die Alternativen

    Wenn dein Notgroschen steht, kannst du anfangen, dein Geld cleverer anzulegen.

    a) Tagesgeldkonto: Dein flexibler Zwischenstopp

    Ein Tagesgeldkonto ist wie ein Sparbuch, aber mit besseren Zinsen und trotzdem flexibel. Du kannst jederzeit Geld ein- und auszahlen, und die Zinsen sind oft deutlich höher als beim Sparbuch (aktuell gibt es Angebote mit 3-4 % Zinsen p.a.). Es ist perfekt für deinen Notgroschen oder Geld, das du mittelfristig brauchst (z.B. für den nächsten Urlaub).

    b) ETFs: Dein einfacher Weg zur Geldanlage

    Jetzt wird's spannend! ETFs (Exchange Traded Funds) sind der absolute Gamechanger für uns Mamas, die keine Zeit für komplizierte Börsenanalysen haben.

    • Was ist ein ETF? Stell dir vor, du kaufst nicht nur eine Aktie einer Firma, sondern einen ganzen Korb voller Aktien von vielen verschiedenen Firmen. Ein ETF bildet einen Index ab, zum Beispiel den MSCI World, der über 1.500 Unternehmen aus Industrieländern enthält. Du bist also sofort breit gestreut und minimierst dein Risiko.

    • Warum ETFs?

      • Einfach: Du musst kein Experte sein. Du kaufst einfach einen ETF, der einen breiten Markt abbildet.
      • Günstig: Die Gebühren sind extrem niedrig im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds.
      • Transparent: Du weißt immer, worin du investiert bist.
      • Renditestark: Historisch gesehen haben breit gestreute ETFs wie der MSCI World langfristig durchschnittlich 6-8 % Rendite pro Jahr erzielt. Das ist ein riesiger Unterschied zu den Sparbuchzinsen!
      • Flexibel: Du kannst mit einem Sparplan schon ab 25 Euro im Monat starten. Das ist perfekt, um regelmäßig und automatisiert Vermögen aufzubauen.
    • Wie fange ich an?

      1. Depot eröffnen: Bei einer Online-Bank oder einem Broker (z.B. Scalable Capital, Trade Republic, Comdirect, DKB). Das geht online und ist meist kostenlos.
      2. ETF auswählen: Für den Anfang ist ein weltweit gestreuter ETF auf den MSCI World oder den FTSE All-World eine hervorragende Wahl.
      3. Sparplan einrichten: Lege fest, wie viel du monatlich investieren möchtest. Der Betrag wird dann automatisch eingezogen und investiert.

    c) Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Dein Arbeitgeber hilft mit

    Wenn dein Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge anbietet, nutze sie! Oft gibt es hier einen Arbeitgeberzuschuss, was bedeutet, dass dein Chef Geld zu deiner Rente dazugibt. Das ist geschenktes Geld, das du dir nicht entgehen lassen solltest! Sprich mit deiner Personalabteilung darüber.

    Konkrete Beispiele: Lass die Zahlen sprechen

    Lass uns mal schauen, was der Unterschied in der Praxis bedeutet:

    Szenario: Du sparst 100 Euro im Monat über 20 Jahre.

    • Auf dem Sparbuch (0,1 % Zinsen):

      • Nach 20 Jahren hast du 24.000 Euro eingezahlt.
      • Dein Endkapital wäre etwa 24.024 Euro.
      • Die Inflation von durchschnittlich 3 % würde dein Geld in dieser Zeit aber massiv entwerten. Deine Kaufkraft wäre deutlich geringer als die ursprünglichen 24.000 Euro.
    • In einem breit gestreuten ETF (angenommene 7 % Rendite p.a.):

      • Nach 20 Jahren hast du 24.000 Euro eingezahlt.
      • Dein Endkapital könnte bei etwa 52.000 Euro liegen!
      • Das ist mehr als das Doppelte deines eingezahlten Betrags und schlägt die Inflation locker.

    Siehst du den Unterschied? Dein Geld arbeitet im ETF für dich und vermehrt sich, während es auf dem Sparbuch an Wert verliert. Das ist der Zinseszinseffekt – dein Geld verdient Geld, und dieses Geld verdient wieder Geld. Ein echter Turbo für dein Vermögen!

    Typische Fehler vermeiden – Deine Checkliste

    Damit du nicht in die gleichen Fallen tappst, hier ein paar wichtige Tipps:

    • Kein Notgroschen: Lege immer zuerst deinen Notgroschen an, bevor du investierst.
    • Alles auf ein Pferd setzen: Setze nicht alles auf eine Karte (z.B. nur eine Aktie). Mit ETFs bist du breit gestreut.
    • Panikverkäufe: Lass dich nicht von kurzfristigen Schwankungen an der Börse verunsichern. Bleib langfristig investiert.
    • Zu spät anfangen: Je früher du startest, desto länger kann der Zinseszinseffekt wirken. Jeder Monat zählt!
    • Nicht informieren: Du musst kein Experte werden, aber ein Grundverständnis ist wichtig. Lies dich ein, frag nach.
    • "Das macht mein Mann": Übernimm Verantwortung für deine eigene finanzielle Zukunft.

    Fazit: Deine finanzielle Freiheit beginnt jetzt!

    Ihr Lieben Mamas, ich weiß, das war jetzt viel Input. Aber ich hoffe, ich konnte dir zeigen, dass es gar nicht so kompliziert ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Dein Sparbuch ist vielleicht vertraut, aber es ist keine Vorsorge für dich und deine Familie. Es ist Zeit, dass dein Geld für dich arbeitet, statt von der Inflation aufgefressen zu werden.

    Du musst kein Finanzprofi werden. Fang klein an, informiere dich, und trau dich, die ersten Schritte zu gehen. Schon mit einem kleinen monatlichen Betrag kannst du über die Jahre ein beachtliches Vermögen aufbauen und deine finanzielle Zukunft sichern. Es geht um deine Unabhängigkeit, deine Sicherheit und darum, dass du dir keine Sorgen machen musst, wenn du älter wirst.

    Du bist stark, du bist klug, und du kannst das schaffen! Nimm deine Finanzen selbst in die Hand. Es ist die beste Investition, die du für dich und deine Familie tätigen kannst.

    Alles Liebe, Eure Anja 💚

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    Anja Fischer
    Geschrieben von

    Anja Fischer

    Mama von drei Jungs (2019, 2021, 2023) und ganz nebenbei auch noch Gästehaus-Betreiberin und Content-Creatorin. Oder in kurz: Mama und Unternehmerin. Ich teile das, was für uns funktioniert - von Tipps & Tricks aus dem Mama-Alltag über Rezepte, Bastelideen, Orga- und Finanz-Tipps und vieles vieles mehr.

    Zuletzt aktualisiert: 16. November 2023

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