Warum viele Familien ihre Vorsorge viel zu spät ernst nehmen
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    Warum viele Familien ihre Vorsorge viel zu spät ernst nehmen

    9 min Lesezeit
    Inhaltsverzeichnis
    21 Abschnitte

    Ihr Lieben Mamas,

    Ich weiß genau, wie dein Alltag aussieht: Aufstehen, Kinder versorgen, vielleicht arbeiten gehen, Haushalt, Abendessen, Gute-Nacht-Geschichten – und dann fällst du erschöpft ins Bett. Dein Kopf ist voll mit tausend Dingen, aber eines bleibt oft auf der Strecke: deine eigene finanzielle Vorsorge. Und genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen, ganz offen und ehrlich, so wie unter Freundinnen beim Kaffee.

    Es ist eine Tatsache, dass viele Familien – und besonders wir Mamas – das Thema Altersvorsorge und finanzielle Absicherung viel zu spät ernst nehmen. Und ich verstehe das total! Es fühlt sich oft kompliziert an, man hat keine Zeit, und manchmal macht es auch einfach Angst. Aber glaub mir, es ist so wichtig, dass wir uns dem stellen, denn es geht um deine Zukunft und die deiner Familie. Ich möchte dir heute zeigen, warum das so ist und wie du mit ganz einfachen Schritten anfangen kannst, ohne dich überfordert zu fühlen.

    Warum die Vorsorge oft auf der Strecke bleibt – und das ist völlig normal!

    Bevor wir ins Detail gehen, lass uns mal schauen, warum das Thema so oft hintenüberfällt. Vielleicht erkennst du dich in dem einen oder anderen Punkt wieder:

    "Kein Kopf dafür!" – Der Alltag frisst die Zeit

    Du jonglierst mit so vielen Bällen gleichzeitig, dass für komplexe Themen wie Finanzen einfach keine mentale Kapazität mehr übrig ist. Nach einem langen Tag mit Job und Kindern willst du einfach nur deine Ruhe haben, nicht über Rentenlücken nachdenken. Das ist absolut verständlich.

    "Mein Mann macht das schon." – Die Delegation der Verantwortung

    Oft ist es so, dass sich ein Partner – statistisch gesehen häufig der Mann – um die Finanzen kümmert. Das ist bequem, kann aber gefährlich werden. Was, wenn sich die Lebenssituation ändert? Es ist wichtig, dass du selbst den Überblick hast und mitentscheiden kannst.

    "Ich versteh nix von Geld!" – Die Angst vor dem Unbekannten

    Finanzthemen wirken oft wie ein Buch mit sieben Siegeln. Fachbegriffe, komplizierte Produkte, und die Angst, etwas falsch zu machen, lähmen viele. Aber keine Sorge, du musst keine Finanzexpertin werden, um kluge Entscheidungen zu treffen.

    "Ich verdiene doch eh nicht genug." – Der Glaube, dass es sich nicht lohnt

    Gerade wenn du in Teilzeit arbeitest oder Elterngeld beziehst, denkst du vielleicht, dass deine Beiträge so gering wären, dass sie kaum einen Unterschied machen. Aber genau das Gegenteil ist der Fall! Jeder Euro zählt, besonders wenn du früh anfängst.

    Die stillen Kosten des Wartens: Warum jede Verzögerung teuer ist

    Ich weiß, es ist unangenehm, darüber zu sprechen, aber es ist wichtig, die Fakten zu kennen. Jedes Jahr, das du wartest, kostet dich bares Geld.

    Die Inflation: Der heimliche Geldentwerter

    Stell dir vor, du hast heute 100 Euro. In zehn Jahren kannst du dir dafür wahrscheinlich weniger kaufen als heute. Das liegt an der Inflation. Dein Geld verliert über die Zeit an Kaufkraft. Wenn dein Erspartes nur auf dem Girokonto liegt, wird es von der Inflation aufgefressen.

    Der Zinseszinseffekt: Dein bester Freund – wenn du ihn früh triffst

    Das ist der absolute Gamechanger! Der Zinseszinseffekt bedeutet, dass du nicht nur auf dein ursprünglich gespartes Geld Zinsen bekommst, sondern auch auf die bereits erhaltenen Zinsen. Es ist wie ein Schneeball, der immer größer wird, je länger er rollt.

    Ein kleines Beispiel:

    • Wenn du 30 Jahre lang 50 Euro im Monat sparst (bei einer angenommenen Rendite von 5% pro Jahr), hast du am Ende über 41.000 Euro angespart. Davon sind nur 18.000 Euro deine eigenen Einzahlungen!
    • Wenn du aber erst 10 Jahre später anfängst und nur 20 Jahre lang 50 Euro im Monat sparst (bei gleicher Rendite), hast du am Ende nur etwa 20.000 Euro.
    • Der Unterschied von über 21.000 Euro kommt nur daher, dass du 10 Jahre früher angefangen hast! Das ist die Magie des Zinseszinses.

    Die Gender Pension Gap: Die Rentenlücke, die uns Frauen besonders trifft

    Leider ist es eine traurige Realität in Deutschland: Frauen bekommen im Schnitt deutlich weniger Rente als Männer. Das nennt man die Gender Pension Gap. Gründe dafür sind oft:

    • Teilzeitarbeit: Viele Mütter reduzieren ihre Arbeitszeit, um Familie und Beruf zu vereinbaren. Das führt zu geringeren Einzahlungen in die Rentenkasse.
    • Elternzeit: Die Jahre, in denen wir uns um unsere Kinder kümmern, sind zwar wertvoll, aber sie bedeuten auch eine Unterbrechung oder Reduzierung der Rentenbeiträge.
    • Geringere Gehälter: Frauen verdienen im Schnitt immer noch weniger als Männer.

    All das summiert sich und führt dazu, dass viele Mütter im Alter finanziell schlechter dastehen.

    Die neuen Elterngeld-Regeln 2024/2025: Eine wichtige Änderung

    Achtung, hier gibt es eine wichtige Neuerung, die viele Familien betrifft! Ab dem 1. April 2024 gilt eine neue Einkommensgrenze für den Anspruch auf Elterngeld für Paare. Lag sie vorher bei 300.000 Euro zu versteuerndem Einkommen, sind es jetzt nur noch 150.000 Euro. Ab dem 1. April 2025 wird diese Grenze sogar noch weiter auf 120.000 Euro gesenkt. Für Alleinerziehende liegt die Grenze ab 2024 bei 150.000 Euro und ab 2025 bei 120.000 Euro.

    Das bedeutet, dass viele Familien mit höherem Einkommen, die bisher Elterngeld bezogen haben, ab diesen Stichtagen keinen Anspruch mehr darauf haben werden. Das ist eine finanzielle Lücke, die du unbedingt in deiner Planung berücksichtigen musst, falls du davon betroffen bist oder sein könntest.

    Typische Fehler, die wir Mamas machen – und wie du sie vermeidest

    1. Den Kopf in den Sand stecken: Das Problem ignorieren, in der Hoffnung, es verschwindet von selbst. Tut es leider nicht.
    2. Alles auf eine Karte setzen: Sich ausschließlich auf das Einkommen des Partners verlassen. Was, wenn der Job wegfällt oder es zur Trennung kommt?
    3. Staatliche Förderungen ignorieren: Es gibt tolle Möglichkeiten, wie Riester-Rente oder betriebliche Altersvorsorge, die dir der Staat bezuschusst. Viele nutzen sie nicht!
    4. Keinen Notgroschen haben: Wenn das Auto kaputtgeht oder die Waschmaschine den Geist aufgibt, muss das Geld da sein, sonst drohen teure Kredite.

    Dein Schritt-für-Schritt-Plan: So fängst du jetzt ganz einfach an!

    Ich weiß, das klingt jetzt vielleicht nach viel, aber ich verspreche dir: Du musst kein Finanzprofi werden. Fang einfach mit kleinen Schritten an.

    1. Verschaffe dir einen Überblick & erstelle ein Budget

    Das ist der wichtigste erste Schritt. Du musst wissen, wohin dein Geld fließt.

    • Einnahmen: Was kommt jeden Monat rein (Gehalt, Kindergeld, Elterngeld etc.)?
    • Ausgaben: Was gibst du aus?
      • Fixkosten: Miete, Strom, Handy, Internet, Versicherungen, Abos, Kreditraten.
      • Variable Kosten: Lebensmittel, Freizeit, Kleidung, Hobbys.

    Tipp: Nutze Apps wie Finanzguru oder Outbank, die deine Kontobewegungen automatisch kategorisieren. Das spart Zeit und zeigt dir, wo dein Geld bleibt. Du wirst überrascht sein, wie viel du vielleicht für Dinge ausgibst, die dir gar nicht so wichtig sind.

    Beispielrechnung (vereinfacht):

    • Einnahmen:
      • Dein Netto-Gehalt (z.B. bei 2.000€ brutto in Steuerklasse 1 ca. 1.400€ netto)
      • Kindergeld (aktuell 250€ pro Kind)
      • Summe: z.B. 1.650€
    • Ausgaben:
      • Miete/Kredit: 600€
      • Nebenkosten: 150€
      • Versicherungen: 80€
      • Internet/Telefon: 50€
      • Lebensmittel: 400€
      • Freizeit/Kleidung: 200€
      • Summe: 1.480€
    • Übrig zum Sparen: 170€ – und das ist schon ein super Start!

    2. Baue einen Notgroschen auf

    Bevor du an die Altersvorsorge denkst, sorge für ein finanzielles Polster für unerwartete Ausgaben.

    • Ziel: 3 bis 6 Monatsausgaben auf einem separaten, leicht zugänglichen Konto (Tagesgeldkonto).
    • Warum: Wenn die Waschmaschine kaputtgeht, das Auto eine Reparatur braucht oder du unerwartet eine Rechnung bekommst, musst du nicht an deine Altersvorsorge oder an einen teuren Kredit.

    3. Definiere deine Ziele

    Was möchtest du erreichen?

    • Kurzfristig (1-3 Jahre): Neuer Laptop, Familienurlaub, Rücklagen für Weihnachtsgeschenke.
    • Mittelfristig (3-10 Jahre): Neues Auto, Anzahlung für ein Haus, Weiterbildung.
    • Langfristig (über 10 Jahre): Altersvorsorge, Studium der Kinder.

    4. Fang klein an & automatisiere!

    Jeder Euro zählt!

    • Starte mit 25 Euro oder 50 Euro im Monat. Sobald du deinen Überblick hast, siehst du, was realistisch ist.
    • Richte einen Dauerauftrag ein: Lass das Geld direkt nach Gehaltseingang auf dein Sparkonto oder in deinen Sparplan fließen. So ist es "weg", bevor du es ausgeben kannst.
    • Nutze das Kindergeld: Überlege, ob du einen Teil des Kindergeldes (z.B. 50 Euro) direkt für die Zukunft deiner Kinder oder deine eigene Altersvorsorge anlegst. Ein ETF-Sparplan ist hier eine super einfache und kostengünstige Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen. Ein ETF ist einfach ein Korb voller Aktien, der einen Index (wie den DAX oder den MSCI World) abbildet. Du kaufst also nicht eine einzelne Aktie, sondern streust dein Risiko automatisch.

    5. Nutze staatliche Förderungen

    Der Staat möchte, dass du vorsorgst – und belohnt dich dafür!

    • Riester-Rente: Besonders für Mütter mit Kindern sehr attraktiv, da es hohe Zulagen gibt. Du bekommst eine Grundzulage und für jedes Kind, das nach 2008 geboren wurde, eine Kinderzulage von 300 Euro pro Jahr. Das kann sich richtig lohnen!
    • Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Wenn dein Arbeitgeber das anbietet, ist das eine tolle Sache. Du wandelst einen Teil deines Bruttogehalts um, sparst Steuern und Sozialabgaben, und oft schießt der Arbeitgeber auch noch etwas dazu.

    6. Beziehe deinen Partner ein

    Finanzen sind Teamsport! Setzt euch regelmäßig zusammen und sprecht über eure finanzielle Situation, eure Ziele und wie ihr sie gemeinsam erreichen könnt. Das schafft Transparenz und stärkt eure Partnerschaft.

    7. Plane deinen Wiedereinstieg

    Wenn du in Elternzeit bist oder Teilzeit arbeitest, überlege dir, wie dein beruflicher Wiedereinstieg aussehen könnte. Jedes Jahr, das du länger oder mit höherer Stundenzahl arbeitest, wirkt sich positiv auf deine spätere Rente aus.

    Deine Checkliste für den Start:

    • Überblick verschaffen: Einnahmen und Ausgaben notieren (App nutzen!).
    • Notgroschen aufbauen: 3-6 Monatsausgaben auf Tagesgeldkonto sparen.
    • Ziele definieren: Was möchtest du wann erreichen?
    • Sparbetrag festlegen: Auch kleine Beträge machen einen Unterschied!
    • Dauerauftrag einrichten: Automatisiere dein Sparen.
    • Förderungen prüfen: Riester-Rente und bAV anschauen.
    • Mit Partner sprechen: Gemeinsame Finanzplanung.

    Du schaffst das!

    Ich weiß, das ist ein großes Thema. Aber ich möchte dir Mut machen: Du bist nicht allein, und du musst nicht alles auf einmal perfekt machen. Fang einfach an, auch mit kleinen Schritten. Jeder Euro, den du heute für deine Zukunft beiseitelegst, ist eine Investition in deine Freiheit und Sicherheit von morgen. Du bist eine starke Mama, die so vieles meistert – und das Thema Finanzen wirst du auch rocken!

    Alles Liebe, Eure Anja 💚

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    Anja Fischer
    Geschrieben von

    Anja Fischer

    Mama von drei Jungs (2019, 2021, 2023) und ganz nebenbei auch noch Gästehaus-Betreiberin und Content-Creatorin. Oder in kurz: Mama und Unternehmerin. Ich teile das, was für uns funktioniert - von Tipps & Tricks aus dem Mama-Alltag über Rezepte, Bastelideen, Orga- und Finanz-Tipps und vieles vieles mehr.

    Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2023

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