Ihr Lieben Mamas,
Ich weiß, dass euer Alltag oft einem Hochseilakt gleicht. Zwischen Windeln wechseln, Brei kochen, Spielplatz-Besuchen, dem Job und dem Versuch, noch ein paar Minuten für euch selbst zu finden, ist der Kopf oft voll. Da klingt "Finanzvorsorge" vielleicht wie ein weiteres To-Do auf einer schon viel zu langen Liste, oder sogar wie ein Luxusproblem, das man angeht, wenn "mal Zeit ist". Aber genau hier möchte ich dich heute sanft, aber bestimmt, an die Hand nehmen und dir erklären, warum das Thema Vorsorge für uns Mamas kein Luxus, sondern eine absolute Pflicht ist – und zwar für dich selbst und für deine Familie.
Warum deine finanzielle Unabhängigkeit jetzt wichtiger ist denn je
Vielleicht denkst du: "Mein Partner kümmert sich doch um die Finanzen" oder "Wir haben ein gemeinsames Konto, das passt schon." Das ist super, wenn ihr ein tolles Team seid! Aber das Leben ist unberechenbar, und es gibt einige ganz reale Gründe, warum jede Mama ihre eigenen Finanzen im Blick haben und aktiv mitgestalten sollte.
Die "Teilzeitfalle" und ihre Folgen
Viele von uns reduzieren nach der Geburt die Arbeitszeit oder gehen in Elternzeit. Das ist eine wundervolle Zeit, die wir mit unseren Kindern verbringen können. Aber wir müssen uns auch der finanziellen Kehrseite bewusst sein:
- Weniger Einkommen jetzt: Klar, in Teilzeit verdienst du weniger. Das ist erstmal offensichtlich.
- Geringere Rentenansprüche später: Was viele vergessen: Weniger Einkommen heute bedeutet auch weniger Einzahlungen in die Rentenkasse. Das führt zu einer Rentenlücke, die im Alter richtig wehtun kann. Stell dir vor, du hast 10 oder 15 Jahre lang nur Teilzeit gearbeitet oder warst in Elternzeit – diese fehlenden Beitragsjahre summieren sich.
- Schlechtere Karrierechancen: Manchmal ist der Wiedereinstieg in Vollzeit nach Jahren der Teilzeit schwieriger, und auch Gehaltserhöhungen fallen geringer aus.
Das Elterngeld 2024/2025: Eine wichtige Brücke, aber keine Dauerlösung
Das Elterngeld ist eine tolle Unterstützung, um die Einkommenslücke nach der Geburt zu überbrücken. Aber es ist eben nur eine Brücke, die nach 12 oder 14 Monaten (oder länger, wenn ihr ElterngeldPlus wählt) endet.
Was du wissen solltest: Seit dem 1. April 2024 gibt es neue Einkommensgrenzen für den Anspruch auf Elterngeld. Für Geburten ab dem 1. April 2024 liegt die Grenze für Paare bei einem zu versteuernden Einkommen von 200.000 Euro. Ab dem 1. April 2025 sinkt diese Grenze weiter auf 175.000 Euro. Für Alleinerziehende liegt die Grenze bei 150.000 Euro. Liegt euer Einkommen darüber, habt ihr leider keinen Anspruch mehr.
Ein Beispiel zur Berechnung (vereinfacht): Nehmen wir an, du hast vor der Geburt 2.000 Euro brutto verdient. Nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben bleiben dir vielleicht 1.400 Euro netto. Das Elterngeld ersetzt in der Regel 65-67% deines vorherigen Nettoeinkommens. In diesem Fall wären das etwa 910 bis 938 Euro Elterngeld pro Monat. Das ist eine große Hilfe, aber es ist eben auch deutlich weniger als dein vorheriges Gehalt. Und nach der Elterngeldzeit? Dann fällt auch dieser Betrag weg.
Unvorhergesehenes: Scheidung, Krankheit oder Tod des Partners
Ich weiß, niemand denkt gerne über solche Dinge nach. Aber es ist wichtig, realistisch zu sein:
- Scheidung: Fast jede dritte Ehe in Deutschland wird geschieden. Wenn du jahrelang weniger oder gar nicht gearbeitet hast, stehst du im Falle einer Trennung oft mit leeren Händen da, besonders was die Altersvorsorge angeht. Der Versorgungsausgleich gleicht zwar Rentenansprüche aus, aber das ist oft nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
- Krankheit oder Tod des Partners: Was, wenn dein Partner plötzlich nicht mehr arbeiten kann oder verstirbt? Kannst du dann alleine die Familie und die laufenden Kosten stemmen? Ohne eigene Rücklagen und eine gute Absicherung kann das existenzbedrohend sein.
Deine eigene finanzielle Vorsorge ist also ein Sicherheitsnetz für dich und deine Kinder, egal was das Leben bringt.




