Diese Sparprodukte für Kinder solltest du meiden
    💰 Sparen für dein Kind

    Diese Sparprodukte für Kinder solltest du meiden

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    Inhaltsverzeichnis
    13 Abschnitte

    Ihr Lieben Mamas,

    ich weiß genau, wie es ist. Du jonglierst mit Windeln, Brei, Spielplatzbesuchen und dem Wunsch, für dein Kind nur das Allerbeste zu tun. Und irgendwo dazwischen taucht die Frage auf: "Wie spare ich eigentlich richtig für die Zukunft meines Kindes?" Es ist ein Thema, das viele von uns überfordert, weil es sich so kompliziert anfühlt und wir Angst haben, etwas falsch zu machen. Gerade wenn man nach der Arbeit noch drei Kinder versorgen muss oder gerade in der Elternzeit steckt und das Geld knapper ist, scheinen Finanzthemen oft zu viel.

    Aber keine Sorge, meine Liebe! Du musst kein Finanzprofi werden, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ich bin hier, um dir zu zeigen, welche Sparprodukte für deine Kleinen du lieber meiden solltest und warum. Stell dir vor, wir sitzen bei einer Tasse Kaffee zusammen und ich erkläre dir alles ganz einfach, ohne Fachchinesisch. Denn am Ende des Tages wollen wir doch alle nur eins: unseren Kindern einen guten Start ins Leben ermöglichen, oder?

    Warum das "richtige" Sparen so wichtig ist – und was Inflation damit zu tun hat

    Bevor wir uns die "No-Go"-Liste ansehen, lass uns kurz über etwas Wichtiges sprechen: die Inflation. Das ist ein schickes Wort dafür, dass dein Geld mit der Zeit an Wert verliert. Was heute 100 Euro wert ist, kannst du dir in 10 oder 15 Jahren vielleicht nicht mehr leisten. Stell dir vor, ein Eis hat früher 50 Cent gekostet, heute sind es 2 Euro. Das ist Inflation!

    Wenn du Geld für dein Kind sparst, willst du ja, dass es in der Zukunft mehr wert ist, nicht weniger. Deshalb ist es so wichtig, Sparprodukte zu wählen, die nicht nur dein Geld aufbewahren, sondern es auch für dich arbeiten lassen – und zwar so, dass es die Inflation schlägt. Viele traditionelle Sparprodukte schaffen das leider nicht.

    Diese Sparprodukte für Kinder solltest du meiden

    Jetzt kommen wir zum Kern der Sache. Diese Produkte klingen oft harmlos oder sogar traditionell, aber für den langfristigen Vermögensaufbau deines Kindes sind sie leider oft eine schlechte Wahl.

    1. Das gute alte Sparbuch (oder Tagesgeldkonto für langfristiges Sparen)

    Ach, das Sparbuch! Viele von uns kennen es noch aus der eigenen Kindheit. Es fühlt sich sicher an, ist einfach zu verstehen. Aber hier kommt die bittere Wahrheit:

    • Mini-Zinsen: Die Zinsen auf einem Sparbuch oder einem reinen Tagesgeldkonto sind heutzutage oft so niedrig (teilweise nur 0,01% bis 0,5% pro Jahr), dass sie nicht einmal die Inflation ausgleichen. Dein Geld verliert also real an Wert.
    • Kein Wachstum: Stell dir vor, du legst 50 Euro im Monat für dein Kind auf ein Sparbuch. Nach 18 Jahren hast du zwar 10.800 Euro eingezahlt, aber durch die Mini-Zinsen ist kaum etwas dazugekommen. Die Kaufkraft dieses Geldes ist dann aber deutlich geringer als heute.

    Warum meiden? Es ist bequem, aber es ist kein Sparprodukt, das dein Geld für dich arbeiten lässt. Es ist eher ein "Geld-Parkplatz", der nicht mal vor der Inflation schützt.

    2. Der Bausparvertrag für Kinder

    Ein Bausparvertrag ist eigentlich dafür gedacht, dass man irgendwann ein Haus baut oder kauft. Er besteht aus zwei Phasen: Sparen und Darlehen. Für Kinder wird er oft als "gute Altersvorsorge" oder "Startkapital für die erste Wohnung" verkauft. Klingt gut, oder? Leider hat die Sache ein paar Haken:

    • Hohe Gebühren: Oft fallen Abschlussgebühren an (meist 1% der Bausparsumme), die direkt von deinen ersten Einzahlungen abgezogen werden. Das Geld ist also weg, bevor es überhaupt anfangen kann zu arbeiten.
    • Geringe Zinsen in der Sparphase: Ähnlich wie beim Sparbuch sind die Zinsen in der Sparphase oft sehr niedrig.
    • Inflexibilität: Das Geld ist an den Zweck "Wohnungsbau" gebunden. Wenn dein Kind später studieren, ein Sabbatical machen oder ein Unternehmen gründen will, ist das Geld im Bausparvertrag nicht flexibel verfügbar, ohne dass du Nachteile in Kauf nehmen musst.
    • Lange Laufzeiten: Ein Bausparvertrag läuft oft über viele Jahre und bindet das Kapital.

    Warum meiden? Hohe Kosten, geringe Rendite und mangelnde Flexibilität machen ihn zu einer schlechten Wahl für ein Kind, dessen Zukunftspläne noch völlig offen sind.

    3. Die Kapitallebensversicherung oder Rentenversicherung für Kinder

    Das ist ein echter Klassiker unter den "guten Ratschlägen", die sich als teure Falle entpuppen. Hier wird dir versprochen, dass dein Kind im Alter eine tolle Rente bekommt oder eine hohe Summe ausgezahlt bekommt.

    • Extrem hohe Kosten: Ein großer Teil deiner Beiträge fließt in den ersten Jahren in Provisionen und Verwaltungskosten. Das bedeutet, dass dein Geld erst mal gar nicht richtig angelegt wird, sondern direkt in die Taschen der Vermittler und Versicherungsgesellschaften wandert.
    • Geringe Rendite: Durch die hohen Kosten und die oft konservative Anlagestrategie der Versicherer ist die tatsächliche Rendite oft enttäuschend niedrig.
    • Intransparenz: Es ist oft sehr schwer zu durchschauen, wie viel deines Geldes wirklich angelegt wird und welche Kosten genau anfallen.
    • Lange Bindung: Du legst dich für Jahrzehnte fest. Wenn du vorzeitig aussteigen willst, machst du oft große Verluste.

    Warum meiden? Diese Produkte sind teuer, unflexibel und bieten meist eine schlechte Rendite. Dein Kind hat viel bessere Möglichkeiten, selbst für die Rente zu sparen, wenn es erwachsen ist und die volle Kontrolle über sein Geld hat.

    4. Aktiv gemanagte Kinderfonds mit hohen Gebühren

    Es gibt Fonds, die speziell für Kinder beworben werden. Das Problem ist, dass viele dieser Fonds "aktiv gemanagt" werden. Das bedeutet, ein Fondsmanager versucht, die besten Aktien auszuwählen und den Markt zu schlagen. Dafür verlangt er aber ordentlich Geld:

    • Hohe jährliche Kosten (TER): Die "Total Expense Ratio" (TER) kann hier locker zwischen 1,5% und 2,5% pro Jahr liegen. Das klingt vielleicht nicht viel, aber über 18 Jahre frisst das einen riesigen Teil deiner Rendite auf.
    • Ausgabeaufschlag: Oft musst du beim Kauf der Fondsanteile einen "Ausgabeaufschlag" zahlen, der bis zu 5% deiner Anlagesumme betragen kann. Das ist Geld, das sofort weg ist.
    • Schlechtere Performance: Studien zeigen immer wieder, dass die meisten aktiv gemanagten Fonds es langfristig nicht schaffen, besser zu sein als der Markt – vor allem, wenn man die hohen Gebühren berücksichtigt.

    Warum meiden? Hohe Kosten fressen die Rendite auf und die Chance, den Markt zu schlagen, ist gering. Es gibt viel bessere, kostengünstigere Alternativen.

    5. Das Girokonto für Sparzwecke

    Ein Girokonto ist super für den täglichen Zahlungsverkehr und vielleicht für ein kleines Taschengeld. Aber es ist absolut ungeeignet, um langfristig Geld für dein Kind anzusparen. Es bietet keine Zinsen und ist nicht dafür gedacht, dass Geld darauf wächst.

    Warum meiden? Es ist kein Sparprodukt und bietet keinerlei Wachstum oder Schutz vor Inflation.

    Typische Fehler und wie du sie vermeidest

    Ich weiß, das alles kann sich erstmal nach viel anhören. Aber glaub mir, es ist einfacher, als es klingt. Hier sind ein paar typische Stolpersteine und wie du sie umgehst:

    • "Ich versteh nix von Geld, das macht mein Mann/Partner": Das ist ein ganz häufiger Satz, den ich höre. Aber du musst keine Finanzexpertin sein! Es geht darum, die Grundlagen zu verstehen und die Kontrolle über die Finanzen deiner Familie zu haben. Du bist die Mama, du triffst wichtige Entscheidungen für dein Kind – warum nicht auch diese?
    • "Das ist mir zu kompliziert": Viele Finanzprodukte sind absichtlich kompliziert gemacht, damit du das Gefühl hast, einen "Experten" zu brauchen. Aber es gibt einfache, transparente Lösungen. Wir konzentrieren uns auf die, die du wirklich verstehst.
    • Prokrastination ("Ich mach das später"): Der größte Fehler ist, gar nicht anzufangen. Auch kleine Beträge machen über die Jahre einen riesigen Unterschied (dazu gleich mehr!). Fang lieber heute mit 25 Euro an als morgen mit 50 Euro.
    • Angst vor Verlusten: Ja, der Aktienmarkt kann schwanken. Aber über lange Zeiträume (wie 18 Jahre für dein Kind) haben Aktien immer eine positive Rendite erzielt und die Inflation geschlagen. Wichtig ist, breit zu streuen und nicht alles auf eine Karte zu setzen.

    Die smarte Alternative: ETFs und die NV-Bescheinigung

    Jetzt kommt der Teil, der dir wirklich helfen wird, und der viel einfacher ist, als du denkst:

    ETFs – Dein einfacher Weg zum Vermögensaufbau

    ETFs (Exchange Traded Funds) sind wie ein riesiger Korb voller Aktien. Statt einzelne Aktien zu kaufen, kaufst du Anteile an diesem Korb, der zum Beispiel die Aktien von Tausenden von Unternehmen weltweit enthält (z.B. der MSCI World Index).

    • Breite Streuung: Du bist sofort in vielen Unternehmen und Ländern investiert. Das minimiert das Risiko.
    • Geringe Kosten: ETFs sind passiv gemanagt, das heißt, sie bilden einfach einen Index nach. Daher sind die jährlichen Kosten (TER) extrem niedrig, oft nur zwischen 0,1% und 0,5%.
    • Transparenz: Du weißt immer genau, worin du investiert bist.
    • Flexibilität: Du kannst jederzeit Anteile kaufen oder verkaufen.

    Wie geht das? Du eröffnest ein Kinderdepot bei einer Direktbank oder einem Online-Broker (das ist ein Depot, das auf den Namen deines Kindes läuft, aber du als Elternteil die Verwaltung übernimmst). Dort kannst du dann einen ETF-Sparplan einrichten. Du legst fest, wie viel Geld du monatlich (z.B. 25 Euro, 50 Euro oder 100 Euro) in einen bestimmten ETF investieren möchtest, und das Geld wird automatisch abgebucht und angelegt. Einfacher geht's nicht!

    Das Geheimnis der NV-Bescheinigung: Steuern sparen für dein Kind

    Das ist ein echter Game Changer und wird oft vergessen! Dein Kind hat, genau wie du, einen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr. Das bedeutet, dass Kapitalerträge (wie Gewinne aus ETFs) bis zu dieser Höhe steuerfrei sind. Zusätzlich hat dein Kind auch den Grundfreibetrag (aktuell 11.604 Euro für 2024), bis zu dem es keine Einkommensteuer zahlen muss.

    Wenn dein Kind keine anderen Einkünfte hat (was bei den meisten Kindern der Fall ist), kannst du eine sogenannte NV-Bescheinigung (Nichtveranlagungs-Bescheinigung) beim Finanzamt beantragen. Diese gibst du dann bei der Bank ein, wo das Kinderdepot läuft.

    Was bringt das? Die Bank behält dann keine Abgeltungssteuer auf die Gewinne deines Kindes ein, solange diese unter dem Grundfreibetrag liegen. Das bedeutet, dass die Gewinne deines Kindes vollständig reinvestiert werden und vom Zinseszinseffekt profitieren können – ohne dass das Finanzamt einen Teil davon abzieht. Das ist ein riesiger Vorteil über 18 Jahre!

    Ein Beispiel, das dir die Augen öffnen wird: Sparbuch vs. ETF

    Lass uns das mal mit Zahlen verdeutlichen. Angenommen, du sparst 50 Euro im Monat für dein Kind, über 18 Jahre hinweg.

    • Gesamteinzahlung: 18 Jahre * 12 Monate * 50 Euro = 10.800 Euro

    Szenario 1: Das Sparbuch (0,1% Zinsen)

    • Nach 18 Jahren hättest du ca. 10.898 Euro.
    • Realität: Durch die Inflation (angenommen 2% pro Jahr) ist die Kaufkraft dieses Geldes deutlich gesunken. Du hast zwar etwas mehr als eingezahlt, aber du kannst dir dafür weniger kaufen als heute.

    Szenario 2: Der ETF-Sparplan (6% durchschnittliche Jahresrendite)

    • Nach 18 Jahren hättest du ca. 20.000 Euro bis 22.000 Euro (je nach genauer Rendite und Zinseszinseffekt).
    • Der Unterschied ist gigantisch! Du hast mehr als das Doppelte deines eingezahlten Geldes. Und selbst nach Abzug der Inflation hast du einen echten Wertzuwachs.

    Dieses Beispiel zeigt dir, wie viel Potenzial du verschenkst, wenn du auf die falschen Produkte setzt.

    Dein Schritt-für-Schritt Plan: So legst du los!

    Du siehst, es ist gar nicht so kompliziert. Hier ist eine kleine Checkliste, die dir hilft, die ersten Schritte zu machen:

    1. Informiere dich weiter: Lies dich ein bisschen in das Thema ETFs ein. Es gibt viele gute und einfache Erklärungen online.
    2. Sprich mit deinem Partner (falls zutreffend): Wenn ihr zu zweit seid, ist es wichtig, dass ihr beide hinter der Entscheidung steht. Erkläre ihm, was du gelernt hast.
    3. Wähle einen Online-Broker: Such dir eine Direktbank oder einen Online-Broker aus, der ein Kinderdepot anbietet. Achte auf niedrige Gebühren und eine einfache Bedienung. Beispiele sind Consorsbank, DKB, Comdirect oder Scalable Capital.
    4. Eröffne das Kinderdepot: Das läuft auf den Namen deines Kindes, aber du und dein Partner seid die gesetzlichen Vertreter und habt Zugriff.
    5. Richte einen ETF-Sparplan ein: Wähle einen breit gestreuten Welt-ETF (z.B. einen auf den MSCI World oder FTSE All-World Index). Lege fest, wie viel du monatlich sparen möchtest. Fang klein an, wenn du unsicher bist!
    6. Beantrage die NV-Bescheinigung: Lade das Formular auf der Website des Bundeszentralamts für Steuern herunter, fülle es aus und schicke es an dein Finanzamt. Wenn du die Bescheinigung erhältst, reiche sie bei deiner Bank ein.
    7. Bleib dran: Überprüfe einmal im Jahr, ob alles läuft und ob du vielleicht den Sparbetrag anpassen möchtest.

    Du musst kein Finanzprofi werden, um die Weichen für eine bessere Zukunft deines Kindes zu stellen. Du bist eine starke Mama, die jeden Tag das Beste für ihre Familie gibt. Und diese Entscheidung ist eine der besten, die du für dein Kind treffen kannst. Es geht nicht darum, reich zu werden, sondern darum, die Chancen deines Kindes zu maximieren und ihm ein finanzielles Polster zu schaffen, das ihm später Türen öffnen kann.

    Du schaffst das!

    Alles Liebe, Eure Anja 💚

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    Anja Fischer
    Geschrieben von

    Anja Fischer

    Mama von drei Jungs (2019, 2021, 2023) und ganz nebenbei auch noch Gästehaus-Betreiberin und Content-Creatorin. Oder in kurz: Mama und Unternehmerin. Ich teile das, was für uns funktioniert - von Tipps & Tricks aus dem Mama-Alltag über Rezepte, Bastelideen, Orga- und Finanz-Tipps und vieles vieles mehr.

    Zuletzt aktualisiert: 24. Februar 2024

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