Ihr Lieben Mamas,
Heute sprechen wir über ein Thema, das uns alle bewegt: Wie wir für unsere Kinder finanziell vorsorgen können. Viele von uns haben vielleicht schon ein Kinderkonto eröffnet, und das ist ein wunderbarer erster Schritt! Es zeigt, dass du dir Gedanken machst und deinem Kind einen guten Start ermöglichen möchtest. Aber und jetzt kommt das große ABER: Ein Kinderkonto allein ist leider kein Vermögensaufbau.
Ich weiß, das klingt vielleicht erstmal hart, aber sieh es so: Ich möchte dir als deine Finanz-Freundin erklären, warum das so ist und wie du wirklich dafür sorgen kannst, dass das Geld für dein Kind nicht nur liegt, sondern auch wächst. Denn Vermögensaufbau bedeutet, dass dein Geld nicht nur vor dem Wertverlust durch Inflation geschützt ist, sondern auch aktiv mehr wird.
Warum ein Kinderkonto allein nicht ausreicht
Stell dir vor, du pflanzt ein kleines Bäumchen. Ein Kinderkonto ist wie ein schöner Topf mit etwas Erde. Es ist ein Anfang, aber damit der Baum groß und stark wird, braucht er viel mehr: gute Nährstoffe, Sonne und Schutz vor Schädlingen. Bei Geld sind die "Schädlinge" die Inflation und die fehlende "Sonne" ist die fehlende Rendite.
Das Problem mit niedrigen Zinsen und Inflation
Die meisten Kinderkonten sind Sparbücher oder Tagesgeldkonten. Das Problem? Die Zinsen sind oft verschwindend gering, manchmal sogar bei 0 %. Gleichzeitig nagt die Inflation an unserem Geld. Was das bedeutet? Stell dir vor, du hast heute 100 Euro auf dem Konto. Wenn die Inflation bei durchschnittlich 2-3 % pro Jahr liegt (historisch gesehen ist das ein realistischer Wert, auch wenn es aktuell mal höher sein kann), dann sind deine 100 Euro in 10 Jahren vielleicht nur noch 70-80 Euro wert, was die Kaufkraft angeht. Du kannst dir also weniger dafür kaufen. Dein Geld verliert an Wert, anstatt zu wachsen.
Das ist der entscheidende Punkt: Wenn dein Geld auf einem Konto liegt, das keine oder nur sehr geringe Zinsen abwirft, wird es mit der Zeit weniger wert. Es ist, als würdest du einen Eimer Wasser in die Sonne stellen – es verdunstet langsam, auch wenn du es nicht sofort siehst.
Steuern – ein oft vergessener Faktor
Ein weiterer Punkt, der oft übersehen wird, sind die Steuern. Ja, auch Kinder müssen Steuern zahlen, wenn ihre Kapitalerträge (also die Gewinne aus Zinsen, Dividenden oder Verkäufen) eine bestimmte Grenze überschreiten.
- Abgeltungssteuer: Auf Kapitalerträge fallen in Deutschland 25 % Abgeltungssteuer an, plus Solidaritätszuschlag (Soli) und gegebenenfalls Kirchensteuer (KiSt). Das sind dann schnell über 26 % deines Gewinns.
- Sparer-Pauschbetrag: Jede Person, also auch jedes Kind, hat einen jährlichen Sparer-Pauschbetrag. Dieser liegt seit 2023 bei 1.000 Euro. Das heißt, bis zu 1.000 Euro an Kapitalerträgen pro Jahr sind steuerfrei.
- Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung): Das ist ein echter Geheimtipp! Wenn dein Kind voraussichtlich keine anderen Einkünfte hat (was bei den meisten Kindern der Fall ist), kannst du beim Finanzamt eine NV-Bescheinigung beantragen. Damit bleiben die Kapitalerträge deines Kindes bis zur Höhe des Grundfreibetrags (aktuell 11.604 Euro für 2024) plus des Sparer-Pauschbetrags steuerfrei. Das ist ein riesiger Vorteil, den du unbedingt nutzen solltest, um die Rendite deines Kindes zu maximieren!




