Die rechtlichen und steuerlichen Grundlagen verstehen – ganz einfach erklärt
Jetzt kommt der Teil, der oft für Stirnrunzeln sorgt, aber keine Sorge, ich erkläre es dir ganz einfach. Es geht um die Frage: Lege ich das Geld auf meinen Namen an oder direkt auf den Namen meines Kindes?
Depot auf den Namen des Kindes vs. auf deinen Namen
Das ist eine der wichtigsten Entscheidungen. Viele Eltern legen das Geld auf ihren eigenen Namen an, um die Kontrolle zu behalten. Das ist verständlich, hat aber einen großen Nachteil: Steuern.
Wenn du das Geld auf deinen Namen anlegst, musst du alle Gewinne (Zinsen, Dividenden, Veräußerungsgewinne) mit deinem Sparer-Pauschbetrag verrechnen. Dieser liegt aktuell bei 1.000 Euro pro Person und Jahr. Wenn deine eigenen Kapitalerträge diesen Betrag überschreiten, fallen darauf Kapitalertragssteuer (Abgeltungsteuer) von 25% plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an.
Der große Vorteil eines Kinderdepots:
Legst du das Geld direkt auf den Namen deines Kindes an, kann dein Kind eigene Freibeträge nutzen. Und das sind nicht nur die 1.000 Euro Sparer-Pauschbetrag, sondern auch der Grundfreibetrag von aktuell 11.604 Euro (Stand 2024). Das bedeutet, dass dein Kind jedes Jahr Kapitalerträge von bis zu 12.604 Euro (1.000 € Sparer-Pauschbetrag + 11.604 € Grundfreibetrag) steuerfrei erzielen kann! Das ist ein riesiger Unterschied und kann über die Jahre Tausende von Euro sparen.
Wichtig: Ein Kinderdepot wird von dir als gesetzlicher Vertreter eröffnet und verwaltet. Dein Kind kann erst mit 18 Jahren selbst darüber verfügen. Das ist gut, denn so ist das Geld wirklich für die Zukunft deines Kindes gedacht und kann nicht für andere Zwecke "zweckentfremdet" werden.
Ganz wichtig: Die Schenkungssteuer
Vielleicht hast du schon mal von der Schenkungssteuer gehört und machst dir Sorgen, wenn du größere Summen auf das Konto deines Kindes überweisen möchtest. Aber hier kommt die gute Nachricht:
- Jedes Elternteil kann seinem Kind alle 10 Jahre einen Betrag von bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken.
- Das bedeutet, wenn du und dein Partner jeweils 400.000 Euro schenken, sind das 800.000 Euro alle 10 Jahre, die steuerfrei an euer Kind gehen können.
Für die meisten von uns sind das Summen, die wir im Alltag nicht erreichen. Du kannst also beruhigt sein, wenn du monatlich oder auch mal eine größere Summe (z.B. ein Geschenk von Oma und Opa) auf das Kinderdepot überweist. Solange du diese Freibeträge nicht überschreitest, musst du dir um die Schenkungssteuer keine Gedanken machen.
Kurzer Exkurs: Elterngeld 2024/2025
Vielleicht hast du von den Änderungen beim Elterngeld für 2024/2025 gehört, insbesondere für Paare mit höherem Einkommen. Das zeigt uns einmal mehr, wie wichtig es ist, sich nicht nur auf staatliche Leistungen zu verlassen, sondern selbst aktiv zu werden. Unabhängig von Elterngeld-Regeln ist eine frühe Geldanlage Kind immer eine gute Idee, um eine solide Basis zu schaffen.
Welche Anlagemöglichkeiten gibt es?
Es gibt viele Wege, Geld anzulegen, aber nicht alle sind gleichermaßen gut für die langfristige Geldanlage für dein Kind geeignet.
Weniger Rendite, mehr Sicherheit: Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld
- Sparbuch: Bietet kaum Zinsen und ist durch die Inflation ein echtes Verlustgeschäft. Finger weg für die langfristige Anlage!
- Tagesgeldkonto: Hier parkst du Geld flexibel und kommst jederzeit ran. Die Zinsen sind besser als beim Sparbuch, aber immer noch nicht optimal für langfristiges Wachstum. Gut für einen Notgroschen oder kurzfristige Sparziele.
- Festgeldkonto: Du legst Geld für einen festen Zeitraum zu einem festen Zinssatz an. Die Zinsen sind oft etwas höher als beim Tagesgeld, aber das Geld ist gebunden. Auch hier frisst die Inflation oft die Rendite auf.
Mein Tipp: Diese Optionen sind super für einen kleinen Puffer, aber nicht für die finanzielle Starthilfe, die über viele Jahre wachsen soll.
Mehr Rendite, mehr Risiko (langfristig): ETFs und Aktien
Hier wird's spannend! Wenn du wirklich möchtest, dass das Geld deines Kindes über die Jahre wächst, sind ETFs (Exchange Traded Funds) und Aktien die erste Wahl.
- ETFs (Indexfonds): Das sind Fonds, die einen ganzen Marktindex (wie z.B. den MSCI World) abbilden. Du kaufst also nicht nur eine Aktie, sondern investierst automatisch in Hunderte oder Tausende von Unternehmen weltweit. Das ist genial, weil es dein Risiko streut (diversifiziert) und du nicht auf ein einzelnes Unternehmen setzen musst.
- Vorteile: Geringe Kosten, breite Streuung, gute Renditechancen auf lange Sicht.
- Nachteile: Wertschwankungen sind normal, kurzfristig kann der Wert fallen. Aber genau deshalb ist der lange Anlagehorizont für Kinder so wichtig!
- Aktien: Du kaufst Anteile an einzelnen Unternehmen. Das kann höhere Renditen bringen, ist aber auch risikoreicher, da der Erfolg von der Entwicklung eines einzelnen Unternehmens abhängt. Für Anfänger und die Geldanlage Kind würde ich eher zu breit gestreuten ETFs raten.
Das Kinderdepot: Dein bester Freund für die Zukunft
Ein Kinderdepot ist im Grunde ein Wertpapierdepot, das auf den Namen deines Kindes läuft und von dir als Elternteil verwaltet wird. Hier kannst du dann einen ETF Sparplan Kind einrichten. Das ist super einfach: Du legst fest, wie viel Geld du monatlich (oder vierteljährlich) investieren möchtest, und das Geld wird automatisch in den von dir gewählten ETF investiert.
So funktioniert's:
- Bank oder Online-Broker wählen: Achte auf günstige Konditionen und eine einfache Bedienung. Viele Direktbanken bieten spezielle Kinderdepots an.
- Depot eröffnen: Du benötigst die Geburtsurkunde deines Kindes und die Ausweisdokumente beider Elternteile.
- ETF auswählen: Ein weltweit gestreuter ETF (z.B. auf den MSCI World oder FTSE All-World) ist eine hervorragende Wahl für den Anfang.
- Sparplan einrichten: Lege die Sparrate fest (z.B. 25 Euro, 50 Euro oder mehr pro Monat).