Geld für dein Kind anlegen: Was Eltern wissen sollten
    💰 Sparen für dein Kind

    Geld für dein Kind anlegen: Was Eltern wissen sollten

    11 min Lesezeit
    Inhaltsverzeichnis
    13 Abschnitte

    Ihr Lieben Mamas,

    ich weiß genau, wie es ist. Der Alltag mit Kind oder mehreren Kindern ist ein Marathon, kein Sprint. Zwischen Windeln wechseln, Brei kochen, Spielplatz-Besuchen und dem Versuch, selbst mal fünf Minuten durchzuatmen, fühlt sich das Thema "Geld anlegen" oft an wie ein riesiger, unüberwindbarer Berg. Vielleicht denkst du: "Ich versteh nix von Geld", "Das ist mir zu kompliziert" oder "Dafür hab ich doch gar keine Zeit!" Und wenn dann noch die Angst dazukommt, etwas falsch zu machen oder das hart Ersparte zu verlieren, ist es kein Wunder, dass viele von uns das Thema lieber aufschieben.

    Aber genau deshalb sitze ich heute mit dir hier, bei einer virtuellen Tasse Kaffee, um dir zu zeigen: Es ist einfacher, als du denkst! Du musst kein Finanzprofi werden, um deinem Kind einen finanziell starken Start ins Leben zu ermöglichen. Es geht darum, ein paar grundlegende Dinge zu verstehen und dann einfach anzufangen. Denn die Zeit, die du jetzt investierst, ist das größte Geschenk, das du deinem Kind machen kannst. Lass uns gemeinsam diesen Berg erklimmen – Schritt für Schritt, ganz entspannt und verständlich.

    Warum jetzt der beste Zeitpunkt ist, um für dein Kind anzulegen

    Stell dir vor, dein Kind ist 18 und hat einen stattlichen Betrag auf dem Konto, um den Führerschein zu bezahlen, das erste Semester an der Uni zu finanzieren oder einen Traumurlaub zu machen. Klingt fantastisch, oder? Dieser Traum kann Wirklichkeit werden, und der Schlüssel dazu ist der Zinseszinseffekt und ein früher Start.

    Der Zinseszinseffekt: Dein bester Freund beim Sparen

    Der Zinseszinseffekt ist wie ein Schneeball, der einen Berg hinunterrollt: Er wird immer größer, je länger er rollt. Du legst Geld an, bekommst dafür Zinsen oder Rendite, und diese Zinsen werden dann wiederum mitverzinst. Je länger dein Geld arbeitet, desto stärker entfaltet sich dieser Effekt.

    Ein kleines Beispiel: Wenn du für dein Kind 18 Jahre lang monatlich 50 Euro sparst und dabei eine durchschnittliche Rendite von 6% pro Jahr erzielst (was mit einem breit gestreuten ETF realistisch ist), dann kommen am Ende über 19.000 Euro zusammen. Davon sind nur 10.800 Euro deine Einzahlungen, der Rest ist der Zinseszinseffekt! Hättest du das Geld nur auf einem klassischen Sparkonto mit 0,1% Zinsen liegen lassen, wären es gerade mal 10.890 Euro – ein riesiger Unterschied!

    Inflation: Der stille Geldvernichter

    Während der Zinseszinseffekt dein Geld vermehrt, nagt die Inflation (Geldentwertung) leise daran. Wenn die Preise steigen, kannst du dir für denselben Geldbetrag weniger kaufen. Ein klassisches Sparkonto mit niedrigen Zinsen kann die Inflation oft nicht ausgleichen. Das bedeutet: Dein Geld wird real weniger wert. Deshalb ist es so wichtig, dass dein Geld für dich arbeitet und eine Rendite erzielt, die über der Inflationsrate liegt.

    Welche Anlagemöglichkeiten gibt es für dein Kind?

    Es gibt viele Wege, Geld anzulegen, aber nicht alle sind gleich gut für langfristige Sparziele wie die deines Kindes geeignet.

    Klassische Sparprodukte: Oft zu wenig Rendite

    • Sparbuch/Tagesgeldkonto: Sicher, flexibel, aber die Zinsen sind meist so niedrig, dass sie nicht mal die Inflation ausgleichen. Dein Geld verliert real an Wert. Für kurzfristige Notgroschen super, für langfristigen Vermögensaufbau leider nicht.
    • Festgeldkonto: Etwas höhere Zinsen als Tagesgeld, aber das Geld ist für eine bestimmte Zeit gebunden. Immer noch zu wenig Rendite für 18 Jahre.

    Die beste Wahl für dein Kind: ETFs (Exchange Traded Funds)

    Wenn ich meiner besten Freundin einen Tipp geben müsste, wäre es dieser: Schau dir ETFs an!

    • Was sind ETFs? Stell dir einen ETF wie einen großen Korb vor, der viele verschiedene Aktien oder Anleihen enthält. Statt einzelne Aktien von Unternehmen zu kaufen, kaufst du mit einem ETF einen Anteil an diesem Korb. Der Vorteil: Du streust dein Risiko automatisch über viele Unternehmen und Länder.
    • Warum ETFs so toll sind:
      • Breite Streuung: Du investierst nicht nur in ein Unternehmen, sondern in Hunderte oder Tausende gleichzeitig (z.B. mit einem ETF auf den weltweiten Aktienindex MSCI World). Das macht deine Anlage viel sicherer, da du nicht alles verlierst, wenn ein einzelnes Unternehmen strauchelt.
      • Geringe Kosten: ETFs sind passiv gemanagt, das heißt, es gibt keine teuren Fondsmanager, die ständig entscheiden, welche Aktien gekauft oder verkauft werden sollen. Das spart dir ordentlich Gebühren im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds. Und geringe Kosten bedeuten mehr Rendite für dich!
      • Flexibilität: Du kannst schon mit kleinen Beträgen (z.B. 25 oder 50 Euro monatlich) einen ETF-Sparplan einrichten. Das Geld wird dann automatisch von deinem Konto abgebucht und investiert. Du musst dich um nichts kümmern!
      • Transparenz: Du weißt immer genau, worin du investiert bist.

    Kurz gesagt: ETFs sind einfach, kostengünstig, breit gestreut und ideal für den langfristigen Vermögensaufbau deines Kindes.

    Emotionale Hürden überwinden: Du schaffst das!

    Ich weiß, dass das alles erst mal überwältigend klingen kann. "Ich hab doch schon so viel um die Ohren!" oder "Ich hab Angst, Fehler zu machen!" sind Gedanken, die völlig normal sind. Aber lass dich davon nicht entmutigen.

    • "Ich versteh nix von Geld": Das ist okay! Du musst kein Finanzexperte werden. Es reicht, die Grundlagen zu verstehen und dann einfach zu starten. Die wichtigsten Infos habe ich dir hier zusammengefasst.
    • "Das ist mir zu kompliziert": Ich verspreche dir, es ist einfacher, als es aussieht. Ein ETF-Sparplan ist einmal eingerichtet und läuft dann automatisch. Du musst nicht ständig Kurse verfolgen oder Entscheidungen treffen.
    • "Mein Mann macht das": Das ist ein Klassiker, den ich oft höre. Aber es ist so wichtig, dass du dich mit euren Finanzen beschäftigst und selbst die Kontrolle über diesen Bereich hast. Es gibt dir ein unglaubliches Gefühl von Sicherheit und Unabhängigkeit. Und mal ehrlich, wer kümmert sich am Ende am besten um die Zukunft deines Kindes? Du!

    Du bist eine Power-Mama, die jeden Tag so vieles meistert. Das Thema Finanzen ist nur ein weiteres Puzzleteil, das du mit ein bisschen Unterstützung und den richtigen Infos meistern kannst.

    Praktische Schritte: So legst du los!

    Bereit? Super! Hier ist dein Fahrplan:

    1. Dein Budget checken: Woher kommt das Geld?

    Bevor du investierst, schau, wo du monatlich ein bisschen Geld abzweigen kannst. Auch kleine Beträge machen über die Jahre einen riesigen Unterschied.

    • Haushaltsbuch führen: Für ein paar Wochen alle Ausgaben notieren. Wo gibt es Sparpotenzial?
    • Abonnements prüfen: Brauchst du wirklich alle Streaming-Dienste?
    • Kleine Beträge: Schon 25 Euro oder 50 Euro im Monat sind ein fantastischer Start. Du musst nicht gleich Hunderte Euro investieren.

    Elterngeld als Startkapital nutzen: Das Elterngeld ist eine tolle Möglichkeit, in den ersten Monaten oder Jahren etwas beiseite zu legen. Seit den Elterngeld-Änderungen 2024/2025 (insbesondere für Geburten ab dem 1. April 2024) gibt es zwar eine reduzierte Einkommensgrenze für den Anspruch (z.B. 150.000 Euro zu versteuerndes Einkommen für Paare, vorher 300.000 Euro) und Einschränkungen beim gleichzeitigen Bezug von Basiselterngeld. Aber wenn du Elterngeld beziehst, überlege, ob du einen Teil davon direkt in einen Sparplan fließen lassen kannst. Auch wenn es nur ein kleiner Betrag ist, ist es ein super Startschuss!

    2. Die entscheidende Frage: Depot auf deinen Namen oder auf den Namen des Kindes?

    Das ist eine der wichtigsten Entscheidungen, und ich erkläre dir die Vor- und Nachteile ganz genau.

    Option A: Depot auf deinen Namen (als Elternteil)

    Das ist meine persönliche Empfehlung für die meisten Familien, weil es dir maximale Flexibilität gibt.

    • Vorteile:

      • Volle Kontrolle: Du entscheidest, wann und wofür das Geld verwendet wird. Du kannst es auch für dich nutzen, falls es mal einen finanziellen Engpass gibt (was natürlich nicht der Sinn der Sache ist, aber die Option besteht).
      • Keine Kontrolle durch das Kind: Dein Kind bekommt das Geld nicht automatisch mit 18 Jahren ausgezahlt und kann damit machen, was es will. Du kannst es dann übergeben, wenn du es für richtig hältst.
      • Steuerliche Vorteile: Du kannst deinen eigenen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro (seit 2023) für Kapitalerträge nutzen. Erst wenn deine Erträge diesen Betrag übersteigen, musst du die Abgeltungsteuer von 25% (plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) zahlen.
      • Schenkungssteuer-Freibetrag: Wenn du das Geld später an dein Kind verschenkst, gibt es einen riesigen Freibetrag: 400.000 Euro pro Elternteil und Kind alle 10 Jahre. Das bedeutet, dass du als Mama deinem Kind 400.000 Euro steuerfrei schenken kannst, und der Papa nochmal 400.000 Euro. Für die meisten Familien ist das mehr als genug und die Schenkungssteuer spielt keine Rolle.
    • Nachteile:

      • Das Geld zählt rechtlich zu deinem Vermögen.
      • Im Falle deines Todes würde es in deinen Nachlass fallen.

    Option B: Depot auf den Namen des Kindes

    Hier gehört das Geld von Anfang an dem Kind.

    • Vorteile:

      • Eigene Steuerfreibeträge des Kindes: Das Kind hat ebenfalls einen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro und zusätzlich den Grundfreibetrag von 11.604 Euro (2024). Das bedeutet, dass das Kind bis zu 12.604 Euro an Kapitalerträgen pro Jahr steuerfrei vereinnahmen kann, bevor überhaupt Abgeltungsteuer anfällt. Das ist ein riesiger Vorteil!
      • Geld gehört dem Kind: Das Geld ist rechtlich Eigentum des Kindes und damit vor deinen Gläubigern geschützt.
    • Nachteile:

      • Eingeschränkter Zugriff für Eltern: Du darfst das Geld nur für das Wohl des Kindes verwenden. Eine Entnahme für eigene Zwecke ist nicht erlaubt. Bei größeren Beträgen oder Verkäufen kann sogar die Zustimmung des Familiengerichts nötig sein.
      • Kind hat mit 18 volle Kontrolle: Sobald dein Kind volljährig ist, hat es vollen Zugriff auf das gesamte Geld und kann damit machen, was es will. Das kann gut gehen, muss aber nicht.
      • Auswirkungen auf BAföG: Wenn dein Kind später BAföG beantragen möchte, wird das eigene Vermögen angerechnet. Ein großes Depot auf den Namen des Kindes kann dazu führen, dass es weniger oder gar kein BAföG bekommt.

    Fazit zur Depotwahl: Für die meisten Eltern ist ein Depot auf den eigenen Namen die flexiblere und unkompliziertere Lösung, vor allem wegen der Kontrolle und des hohen Schenkungssteuer-Freibetrags. Wenn du die steuerlichen Vorteile des Kindes nutzen möchtest und dir sicher bist, dass dein Kind verantwortungsvoll mit dem Geld umgeht, kann ein Depot auf den Namen des Kindes eine Option sein.

    3. Depot eröffnen und ETF-Sparplan einrichten

    Wenn du dich für eine Depotart entschieden hast, geht es los:

    1. Wähle einen Online-Broker: Das ist die Bank, bei der du das Depot eröffnest. Achte auf geringe Gebühren und eine einfache Bedienung. Bekannte Anbieter sind z.B. Scalable Capital, Trade Republic, Consorsbank, ING.
    2. Depot eröffnen: Das geht meist online in wenigen Minuten. Du musst dich per Video-Ident oder Post-Ident verifizieren.
    3. ETF auswählen: Für den Anfang empfehle ich dir einen weltweit streuenden ETF auf den MSCI World oder FTSE All-World Index. Diese bilden die Entwicklung von Tausenden Unternehmen weltweit ab und sind sehr kostengünstig.
    4. Sparplan einrichten: Lege fest, wie viel du monatlich investieren möchtest (z.B. 50 Euro) und wann das Geld abgebucht werden soll. Das war's! Der Sparplan läuft dann automatisch.

    Typische Fehler vermeiden

    Damit du entspannt bleibst und dein Geld gut arbeitet:

    • Nicht anfangen: Der größte Fehler ist, gar nicht erst zu starten. Jeder Monat zählt!
    • Zu hohe Kosten: Achte auf günstige ETFs und Broker. Hohe Gebühren fressen deine Rendite auf.
    • Panik bei Kursschwankungen: Die Börse geht mal hoch, mal runter. Das ist normal. Bleib ruhig und halte an deinem Sparplan fest. Langfristig zahlt sich das aus.
    • Versuchen, den Markt zu timen: Niemand kann vorhersagen, wann die Kurse steigen oder fallen. Mit einem Sparplan kaufst du regelmäßig und profitierst vom Cost-Average-Effekt (du kaufst mal günstigere, mal teurere Anteile, was den Durchschnittspreis glättet).

    Fazit und Handlungsempfehlung

    Liebe Mama, du hast jetzt einen super Überblick bekommen. Es ist völlig normal, wenn du noch Fragen hast oder dich unsicher fühlst. Aber ich möchte dich ermutigen: Fang einfach an! Auch kleine Schritte führen zum Ziel.

    Deine Checkliste für den Start:

    1. Informiere dich weiter: Lies vielleicht noch einen Artikel oder schau ein kurzes Erklärvideo zu ETFs.
    2. Setze ein Budget: Finde heraus, wie viel du monatlich für dein Kind anlegen kannst.
    3. Entscheide dich für eine Depotart: Auf deinen Namen oder den des Kindes? (Meine Empfehlung: Starte auf deinen Namen!)
    4. Wähle einen Online-Broker: Vergleiche die Gebühren und die Benutzerfreundlichkeit.
    5. Eröffne ein Depot und richte einen ETF-Sparplan ein: Wähle einen breit gestreuten Welt-ETF.

    Du bist die Expertin für dein Kind, und du kannst auch die Expertin für seine finanzielle Zukunft werden. Es ist ein Akt der Liebe und Fürsorge, der sich über die Jahre vielfach auszahlen wird.

    Alles Liebe, Eure Anja 💚

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    Kommentare (1)

    Kommentare werden vor Veröffentlichung geprüft.

    Sandravor mehr als 1 Jahr

    Das kenn ich zu gut! Der Berg is wirklich riesig. Hab das Thema ewig vor mir her geschoben aber der Zinseszinseffekt motiviert mich jetzt total, anzufangen! 💪

    Anja• Antwort

    Freut mich sehr, dass es dich motiviert! Das ist der erste und wichtigste Schritt. Du schaffst das! 🤗

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    Anja Fischer
    Geschrieben von

    Anja Fischer

    Mama von drei Jungs (2019, 2021, 2023) und ganz nebenbei auch noch Gästehaus-Betreiberin und Content-Creatorin. Oder in kurz: Mama und Unternehmerin. Ich teile das, was für uns funktioniert - von Tipps & Tricks aus dem Mama-Alltag über Rezepte, Bastelideen, Orga- und Finanz-Tipps und vieles vieles mehr.

    Zuletzt aktualisiert: 24. Juli 2024

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