So baust du langfristig Geld für dein Kind auf
    💰 Sparen für dein Kind

    So baust du langfristig Geld für dein Kind auf

    11 min Lesezeit
    Inhaltsverzeichnis
    13 Abschnitte

    Ihr Lieben Mamas,

    ich weiß genau, wie es sich anfühlt. Du stehst da, vielleicht mit einem Baby auf dem Arm, oder jonglierst zwischen Job, Kita und Haushalt, und dann kommt dieser Gedanke: "Ich sollte eigentlich auch für mein Kind sparen." Und sofort melden sich die inneren Stimmen: "Ich versteh nix von Geld!", "Das ist mir viel zu kompliziert!", "Ich hab doch selbst kaum was übrig, wenn ich in Teilzeit bin oder Elterngeld beziehe!"

    Tief durchatmen, meine Liebe. Ich bin hier, um dir zu zeigen, dass das alles gar nicht so kompliziert sein muss. Du musst keine Finanzexpertin werden oder ein riesiges Vermögen haben, um für die Zukunft deines Kindes vorzusorgen. Es geht um kleine, machbare Schritte und darum, die richtigen Weichen zu stellen. Stell dir vor, wir sitzen bei einem Kaffee zusammen, und ich erkläre dir alles ganz in Ruhe.

    Warum überhaupt für dein Kind sparen? Die Magie des Zinseszinses

    Lass uns mal ganz ehrlich sein: Ein guter Start ins Erwachsenenleben ist Gold wert. Ob es der Führerschein ist, ein Zuschuss zur ersten eigenen Wohnung, ein Auslandssemester oder einfach ein finanzielles Polster, um die ersten Schritte in die Selbstständigkeit zu erleichtern – das alles kostet Geld. Und genau hier kommt die Magie ins Spiel, die du nutzen kannst: der Zinseszins.

    Stell dir vor, du rollst einen kleinen Schneeball einen Berg hinunter. Am Anfang ist er klein, aber je länger er rollt, desto mehr Schnee nimmt er auf, und desto größer und schneller wird er. Genauso funktioniert der Zinseszins: Dein gespartes Geld erwirtschaftet Rendite, und diese Rendite erwirtschaftet wiederum selbst Rendite. Je früher du anfängst, desto länger hat dein Geld Zeit, diesen "Schneeball-Effekt" zu nutzen.

    Ein kleines Beispiel, das dich staunen lässt: Angenommen, du schaffst es, nur 50 Euro im Monat für dein Kind beiseitezulegen. Wenn du das über 18 Jahre machst und eine durchschnittliche Rendite von 6% pro Jahr erzielst (was mit den richtigen Anlageformen realistisch ist), dann hast du am Ende nicht nur die eingezahlten 10.800 Euro, sondern durch den Zinseszins stolze rund 19.500 Euro! Und wenn du 100 Euro im Monat schaffst, sind es sogar fast 39.000 Euro. Siehst du, wie kleine Beträge über die Zeit riesig werden können?

    Die Grundlagen: Bevor du startest – Dein eigenes Fundament

    Ich weiß, du denkst jetzt vielleicht: "Ich hab doch selbst kaum was übrig!" Und das ist total verständlich, besonders wenn du in Elternzeit bist oder Teilzeit arbeitest. Aber bevor du für dein Kind sparst, ist es super wichtig, dass du dein eigenes finanzielles Fundament checkst.

    • Dein Notgroschen: Das ist dein Sicherheitsnetz! Lege dir einen Betrag beiseite, der 3 bis 6 Monatsausgaben abdeckt. Dieses Geld sollte auf einem leicht zugänglichen Tagesgeldkonto liegen und nur für echte Notfälle (kaputte Waschmaschine, Autoreparatur, unerwartete Arztrechnung) da sein. So musst du nicht an die Ersparnisse deines Kindes ran, wenn mal was dazwischenkommt.
    • Teure Schulden abbauen: Hast du einen Dispokredit auf deinem Girokonto oder Kreditkartenschulden? Diese Zinsen sind oft extrem hoch (manchmal über 10%!). Es macht mehr Sinn, diese Schulden zuerst abzubezahlen, bevor du anfängst zu investieren. Stell dir vor, du sparst 6% Rendite, zahlst aber 12% Zinsen – das ist ein Verlustgeschäft!

    Wenn diese beiden Punkte geklärt sind, kannst du mit einem guten Gefühl für dein Kind loslegen.

    Die große Frage: Sparen IM Namen des Kindes oder FÜR das Kind?

    Das ist eine der wichtigsten Entscheidungen, und ich erkläre dir die Vor- und Nachteile ganz einfach:

    Sparen im Namen des Kindes (Kinderdepot)

    Hier wird dein Kind der direkte Eigentümer des Geldes. Du eröffnest ein Depot auf den Namen deines Kindes.

    Vorteile:

    • Steuervorteile nutzen: Jedes Kind hat wie jeder Erwachsene einen eigenen Sparer-Pauschbetrag von aktuell 1.000 Euro pro Jahr. Das bedeutet, Kapitalerträge (wie Gewinne aus Aktien oder ETFs) bis zu diesem Betrag sind steuerfrei. Bei zwei Elternteilen und einem Kind könnt ihr also bis zu 3.000 Euro an Kapitalerträgen steuerfrei vereinnahmen. Das ist ein riesiger Vorteil!
    • Schenkungssteuer vermeiden: Wenn das Geld direkt dem Kind gehört, musst du dir keine Gedanken über die Schenkungssteuer machen, da es ja nie eine Schenkung war, sondern direkt für das Kind angelegt wurde.
    • Lerneffekt: Dein Kind kann später lernen, wie man mit Geld umgeht.

    Nachteile:

    • Voller Zugriff mit 18: Sobald dein Kind 18 wird, hat es vollen und uneingeschränkten Zugriff auf das gesamte Geld. Du hast keine Kontrolle mehr darüber. Wenn dein Kind dann beschließt, das Geld für eine Weltreise oder ein teures Auto auszugeben, anstatt für die Ausbildung, kannst du nichts dagegen tun. Das ist die größte Sorge vieler Eltern.
    • Einschränkungen bei BAföG: Wenn dein Kind später BAföG beantragen möchte, wird das Vermögen des Kindes angerechnet. Ein hohes Vermögen kann dazu führen, dass es weniger oder gar kein BAföG bekommt.

    Sparen für das Kind (im eigenen Namen)

    Hier legst du das Geld auf deinem eigenen Depot an, mit der Absicht, es später deinem Kind zu geben.

    Vorteile:

    • Volle Kontrolle: Du entscheidest, wann und wofür dein Kind das Geld bekommt. Du kannst es staffeln oder an bestimmte Bedingungen knüpfen.
    • Flexibilität: Du kannst das Geld auch für dich selbst nutzen, wenn es zu einem unvorhergesehenen Notfall kommt (obwohl das natürlich nicht der Plan ist).

    Nachteile:

    • Keine Steuervorteile für das Kind: Die Kapitalerträge werden auf deinen eigenen Sparer-Pauschbetrag angerechnet. Ist dieser bereits ausgeschöpft, musst du die Gewinne versteuern.
    • Schenkungssteuer: Wenn du deinem Kind später größere Summen schenken möchtest, musst du die Freibeträge beachten. Pro Elternteil kann man dem Kind alle zehn Jahre 400.000 Euro schenken, ohne dass Schenkungssteuer anfällt. Das ist ein sehr hoher Betrag, der für die meisten Familien kein Problem darstellt.

    Meine Empfehlung als deine Finanz-Freundin: Viele Eltern entscheiden sich für einen Mix oder fangen im eigenen Namen an, um die Kontrolle zu behalten. Wenn du dir unsicher bist, wie dein Kind mit 18 mit einem großen Betrag umgehen würde, ist das Sparen im eigenen Namen oft die entspanntere Variante. Die Schenkungssteuerfreibeträge sind so hoch, dass sie in den meisten Fällen keine Rolle spielen. Wenn du die Steuervorteile nutzen möchtest und deinem Kind vertraust, ist ein Kinderdepot eine tolle Sache.

    Welche Sparformen sind wirklich sinnvoll (und welche nicht!)

    Jetzt wird's spannend! Es gibt so viele Angebote, da verliert man leicht den Überblick. Lass uns mal aufräumen:

    Was du lieber lassen solltest:

    • Das Sparbuch: Das ist der Klassiker, aber leider auch der Renditekiller. Die Zinsen sind meist so niedrig, dass dein Geld durch die Inflation (Geldentwertung) sogar an Wert verliert. Es ist wie ein Eimer mit Löchern.
    • Bausparvertrag: Oft unflexibel, geringe Rendite und nur sinnvoll, wenn du wirklich in absehbarer Zeit bauen oder kaufen möchtest. Für den langfristigen Vermögensaufbau für dein Kind ist er meist ungeeignet.
    • Klassische Lebens- oder Rentenversicherungen für Kinder: Diese Produkte haben oft hohe Kosten, sind intransparent und unflexibel. Das Geld ist lange gebunden und die Rendite ist meist enttäuschend.

    Was wirklich funktioniert (und einfach ist!):

    • ETFs (Exchange Traded Funds):
      • Was ist das? Stell dir vor, du kaufst nicht nur eine Aktie einer Firma, sondern einen ganzen Korb voller Aktien von Hunderten oder Tausenden von Unternehmen weltweit. Das ist ein ETF. Er bildet einen Index (z.B. den MSCI World, der die größten Unternehmen der Welt abbildet) einfach nach.
      • Warum sind sie toll? Sie sind breit gestreut (du bist nicht vom Erfolg einer einzelnen Firma abhängig), kostengünstig (viel weniger Gebühren als aktive Fonds) und transparent. Langfristig haben globale Aktienmärkte immer eine gute Rendite erzielt.
      • Wie geht das? Du richtest einen ETF-Sparplan ein. Das bedeutet, du kaufst jeden Monat für einen festen Betrag (z.B. 25, 50 oder 100 Euro) Anteile an einem ETF. Das geht ganz automatisch.
    • Robo-Advisors:
      • Was ist das? Wenn dir die Auswahl eines ETFs immer noch zu kompliziert erscheint, sind Robo-Advisors eine super Lösung. Das sind digitale Finanzberater, die dir nach ein paar Fragen zu deinen Zielen und deiner Risikobereitschaft ein passendes Portfolio aus ETFs zusammenstellen und es für dich verwalten.
      • Warum sind sie toll? Sie sind einfach zu bedienen, kostengünstig (weniger Gebühren als klassische Bankberater) und nehmen dir die Arbeit ab. Ideal für Einsteigerinnen!

    So startest du ganz praktisch: Dein Schritt-für-Schritt-Plan

    Keine Angst, das ist einfacher, als es klingt! Hier ist deine kleine Checkliste:

    1. Finanz-Check machen: Schau dir deine Einnahmen und Ausgaben an. Wo kannst du vielleicht ein paar Euro einsparen, die du dann für dein Kind anlegen kannst? Jede Kleinigkeit zählt!
    2. Ziel definieren: Wofür soll das Geld sein? Führerschein? Studium? Ein Startkapital? Das hilft dir, motiviert zu bleiben.
    3. Sparbetrag festlegen: Fang klein an, wenn nötig! 25 Euro im Monat sind besser als 0 Euro. Du kannst den Betrag jederzeit erhöhen, wenn sich deine finanzielle Situation ändert (z.B. wenn du wieder mehr arbeitest).
    4. Sparform wählen: Entscheidung: ETF-Sparplan (im eigenen Depot oder Kinderdepot) oder Robo-Advisor? Wenn du unsicher bist, schau dir ein paar Robo-Advisors an (z.B. Scalable Capital, Quirion, growney – das ist keine Empfehlung, nur Beispiele zum Recherchieren).
    5. Depot eröffnen: Das geht heute ganz einfach online bei einer Direktbank oder einem Online-Broker. Wenn du ein Kinderdepot möchtest, brauchen beide Elternteile (falls vorhanden) ihre Unterschrift und die Geburtsurkunde des Kindes.
    6. Dauerauftrag einrichten: Das ist der wichtigste Schritt! Richte einen automatischen Dauerauftrag von deinem Girokonto auf dein Depot ein. So wird jeden Monat automatisch gespart, und du musst nicht mehr daran denken. "Pay yourself first" – und in diesem Fall: "Pay your child first!"

    Typische Fehler vermeiden (und wie du sie umgehst)

    Damit du nicht in die gleichen Fallen tappst wie viele andere:

    • Zu spät anfangen: Die Zeit ist dein größter Verbündeter beim Zinseszins. Jeder Monat zählt!
    • Panikverkäufe bei Kursschwankungen: Die Börse geht mal hoch, mal runter. Das ist normal! Bleib ruhig, halte durch und lass deinen Sparplan einfach weiterlaufen. Langfristig gleichen sich Schwankungen meist aus.
    • Nicht automatisieren: Wenn du jeden Monat selbst daran denken musst, wird es oft nichts. Mach es zur Gewohnheit durch einen Dauerauftrag.
    • Keine Notfallreserve haben: Wenn du deinen Notgroschen nicht hast, musst du im Ernstfall womöglich an die Ersparnisse deines Kindes gehen.

    Dein Familienalltag und Finanzen: Realistische Lösungen

    Ich weiß, dass der Alltag mit Kind(ern) oft chaotisch ist. Wenn du nach der Arbeit noch drei Kinder versorgen, kochen und Hausaufgaben betreuen musst, ist der Kopf nicht frei für Finanzthemen. Aber es gibt Wege, wie du das integrieren kannst:

    • Das "Geld-Date" mit deinem Partner: Setzt euch einmal im Monat für eine halbe Stunde zusammen (vielleicht, wenn die Kinder schlafen) und sprecht über eure Finanzen. Was habt ihr gespart? Was sind die nächsten Ziele? Das schafft Klarheit und Teamwork.
    • Kinder altersgerecht einbeziehen: Schon kleine Kinder können lernen, wie Geld funktioniert. Eine Spardose, Taschengeld, das sie selbst verwalten dürfen – das sind erste Schritte, um einen gesunden Umgang mit Geld zu lernen. Erkläre ihnen, dass ihr für ihre Zukunft spart.
    • Kleine Beträge machen den Unterschied: Es müssen keine Hunderte von Euro sein. Wenn du nur 25 Euro im Monat schaffst, ist das ein fantastischer Anfang! Das Wichtigste ist, überhaupt anzufangen.
    • Perfektion ist nicht das Ziel: Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen. Es geht darum, überhaupt etwas zu tun. Jeder kleine Schritt ist ein Schritt in die richtige Richtung.

    Konkrete Zahlen und Beispiele

    Lass uns noch ein paar Zahlen durchspielen, damit du siehst, was möglich ist:

    • Elterngeld und Sparen: Wenn du Elterngeld beziehst, hast du vielleicht ein festes monatliches Einkommen, das du gut planen kannst. Wenn du zum Beispiel 1.000 Euro Elterngeld bekommst, könntest du überlegen, ob 50 Euro davon direkt in den Sparplan für dein Kind fließen können. Das sind nur 5% deines Elterngeldes, aber über 18 Jahre macht das einen riesigen Unterschied!
    • Der Sparer-Pauschbetrag: Angenommen, du hast ein Kinderdepot und dein ETF wirft im Jahr 500 Euro Gewinn ab. Diese 500 Euro sind dank des Sparer-Pauschbetrags von 1.000 Euro für dein Kind komplett steuerfrei. Wenn du das Geld in deinem eigenen Depot hättest und dein eigener Freibetrag schon ausgeschöpft wäre, müsstest du darauf Abgeltungssteuer zahlen. Das ist ein echter Vorteil!

    Denk daran: Es geht nicht darum, das Maximum herauszuholen, sondern darum, überhaupt anzufangen und dranzubleiben.

    Fazit und Ermutigung

    Ihr Lieben Mamas, ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen die Angst nehmen und zeigen, dass das Thema "Geld für dein Kind aufbauen" machbar ist. Du musst kein Finanzprofi werden, um deinem Kind einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Es geht um Kontinuität, um das Nutzen des Zinseszinses und um die Entscheidung für die richtigen, einfachen Produkte.

    Fang einfach an. Mit einem kleinen Schritt. Vielleicht mit 25 Euro im Monat. Oder indem du dir heute Abend 15 Minuten Zeit nimmst, um dich über ETFs oder Robo-Advisors zu informieren. Du bist stark, du bist klug, und du kannst das schaffen! Dein Kind wird es dir danken.

    Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information und stellt keine Finanzberatung dar. Finanzielle Entscheidungen solltest du immer auf Basis deiner persönlichen Situation und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem unabhängigen Finanzberater treffen.

    Alles Liebe, Eure Anja 💚

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    Anja Fischer
    Geschrieben von

    Anja Fischer

    Mama von drei Jungs (2019, 2021, 2023) und ganz nebenbei auch noch Gästehaus-Betreiberin und Content-Creatorin. Oder in kurz: Mama und Unternehmerin. Ich teile das, was für uns funktioniert - von Tipps & Tricks aus dem Mama-Alltag über Rezepte, Bastelideen, Orga- und Finanz-Tipps und vieles vieles mehr.

    Zuletzt aktualisiert: 14. Mai 2024

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