Vermögen für dein Kind aufbauen – auch ohne großes Einkommen
    💰 Sparen für dein Kind

    Vermögen für dein Kind aufbauen – auch ohne großes Einkommen

    11 min Lesezeit
    Inhaltsverzeichnis
    16 Abschnitte

    Ihr Lieben Mamas,

    Hand aufs Herz: Wer von uns träumt nicht davon, unseren Kindern den bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen? Ein Polster für den Führerschein, das Studium, die erste eigene Wohnung oder einfach nur die Freiheit, ihre Träume zu verfolgen. Aber dann kommt oft der Gedanke: "Ich habe doch gar kein hohes Einkommen!", "Als Mama im Elterngeld oder Teilzeit ist das doch unmöglich!" oder "Ich versteh nix von Finanzen, das macht mein Mann."

    Ich kenne diese Gedanken nur zu gut, meine Liebe. Und ich möchte dir heute sagen: Es ist möglich! Auch mit einem ganz normalen Einkommen, auch mit kleinen Beträgen, kannst du für dein Kind ein Vermögen aufbauen. Es geht nicht darum, reich zu sein, sondern darum, früh anzufangen und konsequent zu bleiben. Dein größter Verbündeter ist dabei die Zeit.

    Lass uns das Thema Geld mal ganz entspannt angehen, so als würden wir bei einem Kaffee zusammensitzen. Keine Angst vor Fachchinesisch, ich erkläre dir alles Schritt für Schritt.

    Dein Kind finanziell stärken: Warum jetzt der beste Zeitpunkt ist

    Vielleicht denkst du: "Ich habe doch gerade erst die Windeln gewechselt, da ist doch noch ewig Zeit!" Aber genau das ist der Punkt: Zeit ist Geld, besonders wenn es ums Investieren geht. Der sogenannte Zinseszinseffekt ist wie ein magischer Schneeball, der immer größer wird, je länger er rollt.

    Stell dir vor, du legst jeden Monat nur 25 Euro für dein Kind an. Das klingt nach nicht viel, oder? Aber über 18 Jahre hinweg, bei einer realistischen Rendite von 6% pro Jahr (was bei langfristigen Aktienanlagen historisch oft der Fall war), können daraus über 10.000 Euro werden. Und das nur mit deinen 25 Euro! Wenn du 50 Euro schaffst, sind es schon über 20.000 Euro. Das ist doch ein riesiger Unterschied für den Start ins Erwachsenenleben!

    Die häufigsten emotionalen Hürden – und wie wir sie meistern

    Bevor wir ins Detail gehen, lass uns kurz über die Gefühle sprechen, die beim Thema Geld oft aufkommen:

    • "Ich habe kein eigenes Einkommen / Ich verdiene zu wenig": Auch wenn du gerade Elterngeld beziehst oder in Teilzeit arbeitest, ist das Geld, das in eurem Haushalt zur Verfügung steht, euer gemeinsames Geld. Du hast ein Recht darauf, mitzuentscheiden, wie es eingesetzt wird. Und selbst kleine Beträge machen einen Unterschied.
    • "Mein Mann kümmert sich um die Finanzen": Das ist bequem, klar. Aber es ist super wichtig, dass auch du verstehst, was passiert. Es geht um die Zukunft deines Kindes und um deine eigene finanzielle Bildung. Du musst kein Finanzprofi werden, aber ein Grundverständnis gibt dir Sicherheit und Selbstvertrauen.
    • "Das ist mir alles viel zu kompliziert und ich verstehe nichts davon": Ich verspreche dir, ich erkläre es dir so einfach, dass du es verstehst. Wir nehmen uns die Angst vor dem Unbekannten.

    Dein Finanz-Check-up: Wo steht ihr?

    Bevor du loslegst, ist es hilfreich, einen kleinen Überblick zu bekommen. Keine Sorge, das ist kein Hexenwerk!

    1. Wo geht unser Geld hin?

      • Nimm dir einen Monat lang vor, alle Einnahmen und Ausgaben zu notieren. Das geht ganz einfach mit einer App, einer Excel-Tabelle oder einem guten alten Notizbuch. Du wirst überrascht sein, wo sich vielleicht kleine Beträge verstecken, die du monatlich für dein Kind zur Seite legen könntest.
      • Vielleicht stellst du fest, dass ihr jeden Monat 20 Euro für unnötige Abos ausgebt oder ein Kaffee to go weniger schon 15 Euro im Monat spart.
    2. Wie viel kann ich realistisch sparen?

      • Sei ehrlich zu dir selbst. Es müssen keine 100 Euro sein. Fang mit 10, 25 oder 50 Euro an. Wichtig ist, dass es ein Betrag ist, den du nicht vermissen wirst und den du regelmäßig beiseitelegen kannst. Lieber klein und konstant als groß und unregelmäßig.

    Das deutsche Steuer- und Rechtssystem verstehen (ganz einfach!)

    Jetzt kommt der Teil, der oft am meisten abschreckt, aber keine Sorge, wir machen es ganz einfach. Es gibt ein paar Regeln, die du kennen solltest, um das Beste für dein Kind herauszuholen.

    Schenkungsteuer-Freibeträge: Dein Geheimtipp!

    Das ist wirklich wichtig und ein riesiger Vorteil in Deutschland: Jedes Elternteil kann seinem Kind alle 10 Jahre einen Betrag von bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken. Das bedeutet, wenn du und dein Partner jeweils ein Depot für euer Kind eröffnet, können insgesamt 800.000 Euro steuerfrei übertragen werden – und das alle zehn Jahre! Für die meisten von uns ist das weit mehr, als wir je ansparen werden. Aber es ist gut zu wissen, dass du dir um Schenkungsteuer keine Gedanken machen musst, wenn du für dein Kind sparst.

    Kapitalertragsteuer & Sparerpauschbetrag: Was du wissen musst

    Wenn du Geld anlegst und damit Gewinne erzielst (z.B. durch Zinsen oder Kursgewinne), musst du darauf in Deutschland Kapitalertragsteuer zahlen. Diese beträgt pauschal 25% plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

    Aber es gibt eine gute Nachricht: Den Sparerpauschbetrag! Jeder Person steht ein jährlicher Freibetrag von 1.000 Euro (Stand 2024) für Kapitalerträge zu. Das bedeutet, Gewinne bis zu dieser Höhe sind steuerfrei. Wenn du ein Depot auf den Namen deines Kindes eröffnest (ein sogenanntes Junior Depot), kann dein Kind diesen Freibetrag nutzen. Das ist ein großer Vorteil, denn so bleiben die Gewinne deines Kindes lange steuerfrei, während dein eigener Freibetrag vielleicht schon durch deine eigenen Anlagen ausgeschöpft ist.

    Kindergeld: Wofür es wirklich da ist

    Das Kindergeld (aktuell 250 Euro pro Kind, Stand 2024) ist eine tolle Unterstützung vom Staat. Aber Achtung: Es ist nicht dafür gedacht, es direkt für die Altersvorsorge deines Kindes anzulegen. Das Kindergeld soll die laufenden Kosten für dein Kind decken – Essen, Kleidung, Hobbys, Betreuung. Wenn du es dir leisten kannst, das Kindergeld nicht komplett für den Alltag zu verbrauchen, ist das super! Dann kannst du den Überschuss natürlich für den Vermögensaufbau nutzen. Aber der primäre Zweck ist die Unterstützung im Hier und Jetzt.

    Elterngeld 2024/2025: Was sich ändert

    Das Elterngeld ist eine Lohnersatzleistung, die dir hilft, die Zeit nach der Geburt finanziell zu überbrücken. Ab dem 1. April 2024 gibt es hier eine wichtige Änderung: Paare, die nach diesem Datum ein Kind bekommen, können nur noch maximal einen Monat lang gleichzeitig Elterngeld beziehen, und das nur innerhalb der ersten zwölf Lebensmonate des Kindes. Für Alleinerziehende und Eltern mit Mehrlingen gibt es Ausnahmen. Diese Änderungen beeinflussen nicht direkt den Vermögensaufbau für dein Kind, aber sie können sich auf euer Familieneinkommen und damit auf die Beträge auswirken, die ihr monatlich zur Seite legen könnt. Plane das bei eurem Familienbudget mit ein.

    Welche Anlagemöglichkeiten gibt es für dein Kind?

    Jetzt wird's spannend! Welche Möglichkeiten hast du, das Geld für dein Kind anzulegen?

    1. Sparbuch & Tagesgeld/Festgeld (Eher nicht so gut für langfristigen Vermögensaufbau)

    • Sparbuch: Super einfach, aber die Zinsen sind meistens so niedrig, dass die Inflation dein Geld auffrisst. Dein Geld verliert real an Wert.
    • Tagesgeldkonto: Hier bekommst du etwas bessere Zinsen als auf dem Sparbuch, und das Geld ist jederzeit verfügbar. Gut für einen Notgroschen, aber für langfristigen Vermögensaufbau ist es nicht optimal, da die Rendite meist unter der Inflationsrate liegt.
    • Festgeldkonto: Hier legst du Geld für einen festen Zeitraum zu einem festen Zinssatz an. Die Zinsen sind oft etwas höher als beim Tagesgeld, aber das Geld ist gebunden. Auch hier gilt: Für langfristigen Vermögensaufbau gibt es bessere Optionen.

    Fazit: Für kurzfristige Sparziele oder einen Notgroschen okay, aber nicht, um langfristig Vermögen aufzubauen.

    2. Aktien-ETFs (Der Favorit für langfristigen Vermögensaufbau!)

    Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist wie ein großer Korb voller Aktien von vielen verschiedenen Unternehmen. Statt einzelne Aktien zu kaufen, kaufst du Anteile an diesem Korb.

    • Warum ETFs so toll sind:
      • Breite Streuung: Du investierst automatisch in Hunderte oder Tausende von Unternehmen gleichzeitig. Das minimiert das Risiko, falls ein einzelnes Unternehmen schlecht läuft.
      • Geringe Kosten: ETFs sind viel günstiger als aktiv gemanagte Fonds, da sie einfach einen Index nachbilden.
      • Einfachheit: Du musst kein Experte sein. Du wählst einfach einen breit gestreuten Welt-ETF (z.B. MSCI World oder FTSE All-World) und legst los.
      • Historisch gute Renditen: Über lange Zeiträume (15+ Jahre) haben Aktienmärkte im Durchschnitt gute Renditen erzielt, die die Inflation deutlich übertreffen.

    Wie legst du für dein Kind in ETFs an?

    • Junior Depot auf den Namen des Kindes:

      • Vorteile: Dein Kind kann den jährlichen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro nutzen, was bedeutet, dass Gewinne bis zu dieser Höhe steuerfrei sind. Das ist ein riesiger Vorteil! Das Geld gehört rechtlich dem Kind.
      • Nachteile: Das Geld gehört dem Kind. Ab dem 18. Geburtstag kann das Kind frei darüber verfügen. Du hast dann keinen Zugriff mehr.
      • Wichtig: Als Eltern verwaltet ihr das Depot bis zur Volljährigkeit.
      • Wo eröffnen: Viele Online-Broker bieten Junior Depots an (z.B. Consorsbank, Comdirect, DKB, Scalable Capital).
    • Depot auf deinen eigenen Namen (mit Sparziel "Kind"):

      • Vorteile: Du behältst die volle Kontrolle über das Geld, auch nach dem 18. Geburtstag deines Kindes. Du kannst selbst entscheiden, wann und wie viel du deinem Kind gibst.
      • Nachteile: Die Gewinne werden mit deinem eigenen Sparerpauschbetrag verrechnet. Ist dieser bereits ausgeschöpft, fallen Kapitalertragsteuern an.
      • Wichtig: Du musst das Geld dann später an dein Kind übertragen (hier kommen die Schenkungsteuer-Freibeträge ins Spiel).

    Meine Empfehlung: Wenn du deinem Kind wirklich einen finanziellen Start ermöglichen möchtest und ihm vertraust, ist ein Junior Depot wegen der Steuervorteile oft die beste Wahl.

    3. Bausparvertrag & Lebensversicherung (Meist nicht ideal für Vermögensaufbau)

    • Bausparvertrag: Ursprünglich gedacht, um zinsgünstig an ein Darlehen für den Hauskauf zu kommen. Für reinen Vermögensaufbau sind sie oft unflexibel, haben hohe Gebühren und bieten schlechte Renditen.
    • Kapitallebensversicherung / Rentenversicherung: Diese Produkte kombinieren oft Sparen mit einem Versicherungsschutz. Sie sind meist teuer, intransparent und haben ebenfalls oft eine schlechte Rendite. Für den reinen Vermögensaufbau gibt es deutlich bessere Wege. Eine Risikolebensversicherung, die deine Familie im Todesfall absichert, kann sinnvoll sein, aber nicht als Sparprodukt für das Kind.

    Fazit: Diese Produkte sind für andere Zwecke gedacht und in der Regel nicht empfehlenswert, um langfristig Vermögen für dein Kind aufzubauen.

    Typische Fehler vermeiden – und wie du es besser machst

    1. Nicht anfangen: Der größte Fehler! Lieber mit 10 Euro starten als gar nicht.
    2. Zu spät anfangen: Die Macht des Zinseszinses wirkt am besten über lange Zeiträume. Jeder Monat zählt.
    3. Falsche Produkte wählen: Sparbücher, Bausparer oder teure Lebensversicherungen sind für langfristigen Vermögensaufbau oft ungeeignet. Setze auf ETFs.
    4. Geld wieder entnehmen: Versuche, das Geld wirklich für dein Kind zu lassen. Wenn du es immer wieder entnehmen musst, ist der Effekt dahin. Baue lieber einen eigenen Notgroschen auf.
    5. Nicht über Geld sprechen: Mach Finanzen zu einem normalen Thema in der Familie. Erkläre deinem Kind altersgerecht, wie Geld funktioniert.

    Praktische Schritte für deinen Familienalltag

    Du hast nach der Arbeit noch drei Kinder zu versorgen, den Haushalt zu schmeißen und bist einfach müde? Ich verstehe das total! Deshalb müssen die Schritte einfach und alltagstauglich sein:

    • Automatisieren, automatisieren, automatisieren! Richte einen Dauerauftrag ein, der jeden Monat pünktlich nach Gehaltseingang vom Girokonto auf das Junior Depot geht. So musst du nicht daran denken und das Geld ist "weg", bevor du es ausgeben kannst.
    • "Gefundenes Geld" nutzen:
      • Hat dein Kind Geld zum Geburtstag oder zu Weihnachten bekommen? Lege einen Teil davon an.
      • Gibt es eine Steuererstattung? Überlege, einen Teil davon für dein Kind zu investieren.
      • Erhältst du eine Gehaltserhöhung? Lege einen Teil davon direkt für dein Kind an, bevor du dich an das höhere Einkommen gewöhnt hast.
    • Kinder altersgerecht einbeziehen:
      • Kleinkinder: Lass sie beim Einkaufen mitentscheiden, was ins Körbchen kommt.
      • Grundschulkinder: Gib ihnen ein kleines Taschengeld und lass sie selbst entscheiden, wofür sie sparen. Zeig ihnen, wie ein Sparschwein wächst.
      • Teenager: Erkläre ihnen den Zinseszinseffekt und die Idee hinter dem ETF. Lass sie vielleicht sogar bei der Auswahl eines ETFs mitreden.
    • Offen über Geld sprechen: Enttabuisiere das Thema Finanzen in eurer Familie. So lernen deine Kinder einen gesunden Umgang mit Geld.

    Dein Fahrplan zum Start (Checkliste)

    Bereit, loszulegen? Hier ist dein einfacher Schritt-für-Schritt-Plan:

    1. Finanz-Check machen: Notiere Einnahmen und Ausgaben für einen Monat.
    2. Sparbetrag festlegen: Entscheide, wie viel du monatlich realistisch für dein Kind anlegen kannst (z.B. 25 Euro).
    3. Anlageprodukt wählen: Meine klare Empfehlung: Ein breit gestreuter Aktien-ETF (z.B. MSCI World oder FTSE All-World).
    4. Depot eröffnen: Entscheide dich für ein Junior Depot auf den Namen deines Kindes bei einem Online-Broker (z.B. Consorsbank, Comdirect, DKB, Scalable Capital). Das dauert ca. 15-30 Minuten.
    5. Dauerauftrag einrichten: Richte einen monatlichen Sparplan für den ETF ein, der automatisch von eurem Girokonto abbucht.

    Fazit: Du schaffst das!

    Liebe Mama, ich weiß, das war jetzt viel Information. Aber ich hoffe, ich konnte dir die Angst nehmen und dir zeigen, dass der Vermögensaufbau für dein Kind kein Privileg der Reichen ist. Es ist eine Entscheidung, die du heute treffen kannst, um deinem Kind morgen eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

    Fang klein an, sei konsequent und lass die Zeit für dich arbeiten. Du musst kein Finanzprofi werden, um das Richtige zu tun. Dein Kind wird es dir eines Tages danken.

    Alles Liebe, Eure Anja 💚

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    Anja Fischer
    Geschrieben von

    Anja Fischer

    Mama von drei Jungs (2019, 2021, 2023) und ganz nebenbei auch noch Gästehaus-Betreiberin und Content-Creatorin. Oder in kurz: Mama und Unternehmerin. Ich teile das, was für uns funktioniert - von Tipps & Tricks aus dem Mama-Alltag über Rezepte, Bastelideen, Orga- und Finanz-Tipps und vieles vieles mehr.

    Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2024

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