Warum ein Sparbuch deinem Kind nicht hilft
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    Warum ein Sparbuch deinem Kind nicht hilft

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    Inhaltsverzeichnis
    16 Abschnitte

    Ihr Lieben Mamas,

    heute sprechen wir über ein Thema, das uns alle betrifft, wenn es um die Zukunft unserer Kinder geht: Geld. Und ich weiß, das klingt vielleicht erstmal nach einem trockenen Thema, aber glaubt mir, es ist so wichtig und kann so einfach sein, wenn man die richtigen Infos hat. Viele von uns haben noch gelernt, dass ein Sparbuch das Beste ist, um für die Kleinen zu sparen. Es ist so ein Gefühl von Sicherheit, oder? Man bringt das Geld zur Bank, bekommt ein kleines Büchlein und denkt: "Super, da wächst das Geld für mein Kind."

    Aber ich muss euch heute leider sagen: Das Sparbuch, so lieb es auch gemeint ist, hilft deinem Kind nicht wirklich. Im Gegenteil, es kann sogar dazu führen, dass das gesparte Geld über die Jahre an Wert verliert. Und das wollen wir doch auf keinen Fall, oder? Wir wollen, dass unsere Kinder die besten Startchancen haben, und dazu gehört auch, dass ihr hart erarbeitetes Geld für sie wirklich arbeitet.

    Lasst uns das mal ganz entspannt bei einer Tasse Kaffee besprechen – ohne Fachchinesisch, versprochen!

    Warum das Sparbuch deinem Kind nicht hilft: Die unsichtbaren Geld-Räuber

    Stell dir vor, du hast 100 Euro auf dem Sparbuch deines Kindes. Das klingt gut, oder? Aber jetzt kommt der Haken: Zwei unsichtbare Räuber machen sich über dieses Geld her, ohne dass du es merkst: die Inflation und die Mini-Zinsen.

    Räuber Nr. 1: Die Inflation – Der stille Geld-Entwerter

    Die Inflation ist wie ein kleines Monster, das die Kaufkraft deines Geldes auffrisst. Sie sorgt dafür, dass du dir für denselben Betrag Geld über die Zeit immer weniger kaufen kannst. Wenn die Preise steigen, wird dein Geld weniger wert.

    Die Europäische Zentralbank strebt zum Beispiel eine Inflation von 2 % pro Jahr an. Das bedeutet, dass die Dinge im Durchschnitt jedes Jahr 2 % teurer werden. In den letzten Jahren hatten wir sogar Phasen, in denen die Inflation deutlich höher lag, manchmal sogar bei 6-8 %. Stell dir vor, du legst 100 Euro aufs Sparbuch. Wenn die Inflation bei 2 % liegt, sind deine 100 Euro nach einem Jahr nur noch 98 Euro wert, was die Kaufkraft angeht. Nach 10 Jahren sind es schon nur noch etwa 82 Euro. Das ist doch Wahnsinn, oder? Dein Geld liegt da, aber es wird weniger wert!

    Räuber Nr. 2: Die Mini-Zinsen – Ein Tropfen auf den heißen Stein

    Und jetzt kommt der zweite Räuber: Die Zinsen auf einem Sparbuch sind in der Regel lachhaft niedrig. Oft liegen sie bei 0,01 % oder vielleicht mal bei 0,1 % pro Jahr. Das ist so wenig, dass es kaum ins Gewicht fällt.

    Wenn du also 100 Euro auf einem Sparbuch mit 0,1 % Zinsen hast, bekommst du nach einem Jahr ganze 10 Cent dazu. Zehn Cent! Wenn die Inflation gleichzeitig bei 2 % liegt, hast du zwar 100,10 Euro auf dem Konto, aber die Kaufkraft dieser Summe ist immer noch geringer als die der ursprünglichen 100 Euro. Dein Geld verliert also real an Wert. Es ist, als würdest du versuchen, ein Loch mit einem Teelöffel zu füllen, während jemand anderes es mit einem Bagger immer größer macht.

    Der größte Fehler: Die verpasste Chance (Opportunitätskosten)

    Neben den zwei Räubern gibt es noch einen weiteren wichtigen Punkt: die Opportunitätskosten. Das ist ein schicker Begriff, der aber ganz einfach zu erklären ist. Es bedeutet: Wenn du dich für eine Sache entscheidest, verzichtest du automatisch auf die Vorteile einer anderen Sache.

    Indem du das Geld deines Kindes auf einem Sparbuch parkst, verzichtest du auf die Chance, dass dieses Geld an den Kapitalmärkten eine viel höhere Rendite erzielt. Du verpasst die Möglichkeit, dass das Geld wirklich für dein Kind arbeitet und sich vermehrt. Das ist der größte Fehler, den wir machen können, wenn wir langfristig für unsere Kinder sparen wollen.

    Steuern in Deutschland: Was du wissen musst

    Auch das Thema Steuern ist wichtig, aber keine Sorge, es ist einfacher, als es klingt. In Deutschland gibt es die Abgeltungsteuer. Das bedeutet, dass auf Kapitalerträge (also Gewinne aus Zinsen, Dividenden oder Verkäufen von Wertpapieren) pauschal 25 % Steuern anfallen, plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

    Aber hier kommt eine gute Nachricht: Jede Person in Deutschland hat einen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr. Das heißt, Gewinne bis zu dieser Höhe sind steuerfrei. Und das Beste daran: Dein Kind hat seinen eigenen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro! Das ist ein riesiger Vorteil, den viele nicht nutzen. Wenn du also für dein Kind ein Depot eröffnest und die Gewinne unter 1.000 Euro pro Jahr bleiben, fallen keine Steuern an. Bei einem Sparbuch sind die Zinsen so niedrig, dass dieser Freibetrag meist gar nicht genutzt wird.

    "Ich hab doch keine Zeit und versteh nix von Geld!" – Deine Ängste sind real, aber lösbar

    Ich weiß genau, was jetzt vielleicht in deinem Kopf vorgeht. "Anja, das klingt ja alles schön und gut, aber ich hab doch kaum Zeit! Nach der Arbeit noch drei Kinder versorgen, Haushalt schmeißen, und dann soll ich mich auch noch mit Finanzen beschäftigen? Und überhaupt, ich versteh nix von Geld, das ist mir viel zu kompliziert!"

    Liebe Mama, ich verstehe dich zu 100 %! Diese Gefühle sind absolut normal und berechtigt. Aber ich verspreche dir: Du musst kein Finanzprofi werden, um die richtigen Entscheidungen für dein Kind zu treffen. Es geht um ein paar einfache Schritte, die du einmal einrichtest und die dann quasi von alleine laufen.

    • "Ich hab keine Zeit": Genau deshalb ist Automatisierung dein bester Freund! Einmal einrichten, und das Geld fließt jeden Monat automatisch. Das dauert vielleicht eine Stunde Vorbereitung, spart dir aber Jahre an Sorgen.
    • "Ich versteh nix von Geld": Das ist okay! Wir lernen das in der Schule nicht. Aber es gibt einfache Lösungen, die keine komplizierten Analysen erfordern. Ich zeige dir gleich eine, die wirklich jeder verstehen und umsetzen kann.
    • "Mein Mann macht das": Das ist super, wenn ihr euch die Aufgaben teilt. Aber es ist so wichtig, dass auch du ein Grundverständnis hast. Was, wenn dein Mann mal ausfällt? Finanzielle Bildung gibt dir Sicherheit und Unabhängigkeit.
    • "Ich verdiene kaum was (Elterngeld)": Auch mit kleinen Beträgen lässt sich Großes bewegen! Gerade das Elterngeld ist eine tolle Chance. Wenn du beispielsweise nur 25 Euro vom Elterngeld oder später vom Kindergeld jeden Monat beiseitelegst und richtig anlegst, kann daraus über die Jahre ein stattliches Sümmchen werden. Der Zinseszinseffekt ist ein Wunderwerk!

    Die besseren Alternativen: So hilfst du deinem Kind wirklich beim Vermögensaufbau

    Okay, das Sparbuch ist raus. Was sind dann die Alternativen? Keine Sorge, es gibt super einfache und effektive Wege!

    1. Tagesgeldkonto: Dein Notgroschen für kurzfristige Ziele

    Ein Tagesgeldkonto ist eine gute Option für Geld, das du kurzfristig brauchst oder als Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben. Es ist flexibel, du kannst jederzeit Geld ein- und auszahlen, und die Zinsen sind meist etwas höher als beim Sparbuch (aber immer noch nicht viel). Es ist sicher, da es der Einlagensicherung unterliegt. Für das langfristige Sparen fürs Kind ist es aber auch nicht optimal, da die Zinsen die Inflation meist nicht schlagen.

    2. Festgeldkonto: Für mittelfristige Ziele

    Ein Festgeldkonto ist für Geld gedacht, das du für einen bestimmten Zeitraum (z.B. 1-5 Jahre) nicht brauchst. Dafür bekommst du einen festen Zinssatz, der meist höher ist als beim Tagesgeld. Aber auch hier gilt: Für den langfristigen Vermögensaufbau über 18 Jahre ist es nicht die beste Wahl, da die Rendite oft nicht ausreicht.

    3. ETFs – Dein bester Freund für langfristigen Vermögensaufbau

    Hier kommt die eigentliche Geheimwaffe für den langfristigen Vermögensaufbau deines Kindes: ETFs (Exchange Traded Funds) und ein ETF-Sparplan.

    Was ist ein ETF? Stell dir vor, du kaufst nicht nur eine Aktie von einer Firma, sondern einen ganzen Korb voller Aktien von Hunderten oder sogar Tausenden von Firmen auf einmal. Das ist ein ETF!

    • Breite Streuung (Diversifikation): Du bist nicht von einer Firma abhängig. Geht es einer Firma schlecht, fangen die anderen das auf. Das macht es viel sicherer als Einzelaktien.
    • Geringe Kosten: ETFs sind sehr günstig, weil sie einfach einen Index (wie den DAX oder den MSCI World) nachbilden und kein teures Management brauchen.
    • Globale Beteiligung: Ein beliebter ETF ist der MSCI World. Der bildet die Wertentwicklung von über 1.500 großen und mittelgroßen Unternehmen aus 23 Industrieländern ab. Du bist also weltweit an den größten Unternehmen beteiligt!
    • Zinseszinseffekt: Das ist das wahre Wunder! Wenn du regelmäßig kleine Beträge in einen ETF-Sparplan einzahlst, werden die Gewinne immer wieder neu angelegt und erwirtschaften selbst wieder Gewinne. Über viele Jahre hinweg (und dein Kind hat ja 18 Jahre Zeit!) kann sich daraus ein enormes Vermögen entwickeln.

    Ein kleines Rechenbeispiel, das dich umhauen wird: Nehmen wir an, du legst für dein Kind ab der Geburt 25 Euro pro Monat in einen ETF-Sparplan an, der durchschnittlich 7 % Rendite pro Jahr erzielt (was historisch für den MSCI World realistisch war).

    • Nach 18 Jahren hättest du insgesamt 5.400 Euro eingezahlt.
    • Durch den Zinseszinseffekt wären daraus aber über 11.000 Euro geworden!

    Hättest du dieselben 25 Euro auf ein Sparbuch mit 0,1 % Zinsen gelegt, hättest du nach 18 Jahren nur 5.449 Euro (also kaum mehr als eingezahlt) und durch die Inflation hätte das Geld real an Wert verloren. Siehst du den Unterschied? Das ist die Macht des richtigen Anlegens!

    4. Bausparvertrag: Nur für den Hausbau gedacht

    Ein Bausparvertrag ist eine spezielle Sparform, die hauptsächlich dazu dient, später ein günstiges Darlehen für den Bau oder Kauf einer Immobilie zu bekommen. Für den allgemeinen Vermögensaufbau deines Kindes ist er in der Regel nicht die beste Wahl, da die Zinsen während der Sparphase oft niedrig sind und das Geld gebunden ist.

    Depot für das Kind oder für die Eltern? Die wichtige Entscheidung

    Wenn du dich für einen ETF-Sparplan entscheidest, stellt sich die Frage: Soll das Depot auf den Namen deines Kindes laufen oder auf deinen Namen? Beide Varianten haben Vor- und Nachteile:

    Depot auf den Namen des Kindes (Junior-Depot)

    • Vorteile:
      • Dein Kind hat seinen eigenen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro. Das bedeutet, Gewinne bis zu dieser Höhe sind steuerfrei. Das ist ein riesiger Vorteil!
      • Du umgehst die Schenkungsteuer, solange die Einzahlungen die Freibeträge nicht übersteigen (dazu gleich mehr).
      • Das Geld ist klar für das Kind bestimmt.
    • Nachteile:
      • Dein Kind hat mit 18 Jahren vollen Zugriff auf das Geld. Du kannst dann nicht mehr darüber verfügen. Das kann ein Problem sein, wenn dein Kind noch nicht reif genug ist, mit so viel Geld umzugehen.
      • Du kannst das Geld nicht einfach für dich selbst entnehmen, falls du es mal brauchst.

    Depot auf den Namen der Eltern

    • Vorteile:
      • Du behältst die volle Kontrolle über das Geld. Du kannst es jederzeit entnehmen oder umschichten.
      • Du entscheidest, wann und wie viel du deinem Kind später schenkst.
    • Nachteile:
      • Die Gewinne werden über deinen eigenen Sparer-Pauschbetrag abgerechnet. Ist dieser schon durch andere Anlagen ausgeschöpft, fallen Steuern an.
      • Wenn du deinem Kind später eine größere Summe aus diesem Depot schenkst, kann die Schenkungsteuer relevant werden. Der Freibetrag für Schenkungen von Eltern an Kinder liegt bei 400.000 Euro pro Elternteil alle zehn Jahre. Das ist viel, aber es ist gut, es im Hinterkopf zu haben.

    Meine Empfehlung: Für die meisten Familien ist ein Junior-Depot die beste Wahl, um den Sparer-Pauschbetrag des Kindes optimal zu nutzen. Sprich aber vorher mit deinem Partner darüber, ob ihr eurem Kind mit 18 Jahren den vollen Zugriff auf das Geld zutraut.

    Dein Fahrplan zum Finanz-Profi für dein Kind: Schritt für Schritt

    Bereit, die Zukunft deines Kindes finanziell zu stärken? Hier ist dein einfacher Fahrplan:

    1. Finanz-Check: Schau dir an, wie viel Geld du monatlich für dein Kind beiseitelegen kannst. Auch 25 Euro machen einen riesigen Unterschied! Vielleicht kannst du einen Teil vom Kindergeld oder Elterngeld dafür nutzen.
    2. Notgroschen auf Tagesgeld: Sorge dafür, dass du selbst einen Notgroschen von 3-6 Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto hast. Das gibt dir Sicherheit, bevor du langfristig anlegst.
    3. Entscheidung: Depot auf Kind oder Eltern? Überlege gemeinsam mit deinem Partner, welche Depot-Variante für euch am besten passt.
    4. Depot eröffnen: Wähle einen Online-Broker (z.B. Scalable Capital, Trade Republic, Consorsbank, ING). Die Eröffnung ist meist online und dauert nicht lange.
    5. ETF auswählen: Für den Anfang ist ein breit gestreuter Welt-ETF wie der MSCI World eine hervorragende Wahl. Es gibt viele gute, kostengünstige ETFs, die diesen Index abbilden.
    6. Sparplan einrichten: Lege fest, wie viel du monatlich einzahlen möchtest, und richte einen automatischen Sparplan ein. So läuft alles von selbst!
    7. Regelmäßig überprüfen: Schau einmal im Jahr kurz rein, ob alles passt. Du musst nicht ständig die Kurse verfolgen.
    8. Finanzielle Bildung für dich und dein Kind: Lies dich weiter in das Thema ein (es gibt tolle Bücher und Blogs!) und sprich später auch mit deinem Kind über Geld und den Wert des Sparens.

    Fazit & Ermutigung

    Liebe Mamas, ich weiß, das war jetzt viel Input. Aber ich hoffe, ich konnte dir zeigen, dass das Sparbuch leider ein Relikt aus einer anderen Zeit ist und es heute viel bessere, einfachere und effektivere Wege gibt, für die finanzielle Zukunft deines Kindes zu sorgen.

    Du musst keine Angst vor dem Thema Geldanlage haben. Mit einem ETF-Sparplan legst du den Grundstein für eine solide finanzielle Zukunft deines Kindes – und das mit minimalem Aufwand. Du bist stark, du managst einen Haushalt und Kinder, du schaffst das auch! Fang einfach an, auch mit kleinen Schritten. Jeder Euro, den du heute richtig anlegst, ist ein Geschenk an die Zukunft deines Kindes.

    Alles Liebe, Eure Anja 💚

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    Anja Fischer
    Geschrieben von

    Anja Fischer

    Mama von drei Jungs (2019, 2021, 2023) und ganz nebenbei auch noch Gästehaus-Betreiberin und Content-Creatorin. Oder in kurz: Mama und Unternehmerin. Ich teile das, was für uns funktioniert - von Tipps & Tricks aus dem Mama-Alltag über Rezepte, Bastelideen, Orga- und Finanz-Tipps und vieles vieles mehr.

    Zuletzt aktualisiert: 19. April 2024

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