Warum viele Eltern beim Sparen für ihre Kinder falsch anfangen
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    Warum viele Eltern beim Sparen für ihre Kinder falsch anfangen

    10 min Lesezeit
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    10 Abschnitte

    Ihr Lieben Mamas,

    heute sprechen wir über ein Thema, das uns alle bewegt und manchmal auch ein bisschen überfordert: Wie wir am besten für unsere Kinder sparen. Wir wollen doch alle nur das Beste für unsere Kleinen, oder? Ein gutes Startkapital für den Führerschein, das Studium, die erste eigene Wohnung oder vielleicht sogar ein Auslandsjahr – die Träume sind groß!

    Aber ich sag's dir ganz ehrlich, viele von uns fangen beim Sparen für ihre Kinder leider falsch an. Und das ist überhaupt nicht böse gemeint, denn oft wissen wir es einfach nicht besser oder haben im Alltagstrubel gar keine Zeit, uns intensiv damit zu beschäftigen. Wenn du nach der Arbeit noch drei Kinder versorgen, den Haushalt schmeißen und vielleicht noch im Homeoffice arbeiten musst, ist der Gedanke an "Finanzoptimierung" oft das Letzte, woran du denkst. Ich versteh das total!

    Deshalb möchte ich heute mit dir wie bei einem Kaffeeplausch darüber sprechen, wo die typischen Stolperfallen lauern und wie du sie ganz einfach umgehen kannst. Du musst kein Finanzprofi werden, um kluge Entscheidungen zu treffen. Versprochen!

    Warum wir überhaupt für unsere Kinder sparen sollten

    Die Motivation ist klar: Wir möchten unseren Kindern einen guten Start ins Erwachsenenleben ermöglichen. Aber mal ehrlich, die Kosten für Bildung, Miete und Co. steigen stetig. Ein finanzielles Polster kann da eine riesige Erleichterung sein und den Druck von den Schultern unserer Kinder nehmen, direkt nach der Schule einen Job annehmen zu müssen, statt ihren Träumen zu folgen.

    Der deutsche Finanz-Dschungel: Was du wissen solltest

    Bevor wir zu den Fehlern kommen, lass uns kurz ein paar wichtige deutsche Besonderheiten beleuchten, die du kennen solltest. Keine Sorge, ich erklär's dir ganz einfach!

    • Kindergeld: Das ist eine monatliche Zahlung vom Staat, die dir hilft, die Grundbedürfnisse deines Kindes zu decken. Aktuell sind das 250€ pro Kind im Monat. Viele nutzen es direkt für den laufenden Bedarf, aber ein Teil davon könnte auch ein super Start für den Sparplan sein!
    • Elterngeld: Wenn du nach der Geburt deines Kindes eine Auszeit vom Job nimmst, unterstützt dich das Elterngeld. Hier gibt es aber wichtige Änderungen, die du unbedingt auf dem Schirm haben solltest, besonders wenn du und dein Partner ein höheres Einkommen habt:
      • Ab April 2024 liegt die Einkommensgrenze für Paare, die Elterngeld beziehen wollen, bei 300.000€ zu versteuerndem Jahreseinkommen.
      • Achtung: Ab April 2025 sinkt diese Grenze auf 200.000€.
      • Und ab April 2026 wird sie sogar auf 175.000€ reduziert.
      • Für Alleinerziehende liegt die Grenze aktuell bei 250.000€, sinkt aber ebenfalls auf 150.000€ ab April 2025.
      • Das ist wichtig, weil es deine finanzielle Situation während der Elternzeit beeinflusst und damit auch, wie viel du vielleicht beiseitelegen kannst.
    • Schenkungssteuer Freibeträge: Das ist superwichtig! Jedes Kind darf von jedem Elternteil alle zehn Jahre bis zu 400.000€ steuerfrei geschenkt bekommen. Das heißt, wenn du und dein Partner eurem Kind über die Jahre Geld schenkt, fällt bis zu dieser Summe keine Schenkungssteuer an. Das ist eine riesige Chance, die viele nicht kennen oder nutzen!
    • Sparer-Pauschbetrag: Dein Kind hat, genau wie du, einen eigenen Sparer-Pauschbetrag von aktuell 1.000€ pro Jahr. Das ist der Betrag an Kapitalerträgen (Zinsen, Dividenden, Gewinne aus Aktienverkäufen), der steuerfrei bleibt. Wenn du Geld im Namen deines Kindes anlegst, kann es diesen Freibetrag nutzen.

    Die typischen Fehler beim Sparen für Kinder (und wie du sie vermeidest!)

    Jetzt kommen wir zu den häufigsten Stolperfallen. Erkennst du dich wieder? Keine Sorge, das ist der erste Schritt zur Besserung!

    Fehler 1: Zu konservativ sparen (Sparbuch lässt grüßen!)

    Das ist der Klassiker! Viele Eltern eröffnen ein Sparbuch oder ein klassisches Sparkonto für ihr Kind. Das fühlt sich sicher an, oder? Das Problem: Die Zinsen sind heutzutage oft so niedrig, dass sie nicht mal die Inflation ausgleichen.

    • Was ist Inflation? Stell dir vor, du hast heute 100€. In 10 Jahren kannst du dir dafür wahrscheinlich weniger kaufen, weil die Preise gestiegen sind. Das ist Inflation. Dein Geld verliert an Kaufkraft.
    • Die Folge: Dein mühsam gespartes Geld wird über die Jahre weniger wert, statt mehr.

    So machst du es besser: Setze auf Anlagen, die eine höhere Rendite versprechen und die Inflation ausgleichen können. Hier kommt der ETF-Sparplan ins Spiel!

    Ein kleines Beispiel, das dir die Augen öffnen wird: Stellen wir uns vor, du sparst 50€ im Monat über 18 Jahre für dein Kind.

    • Mit einem Sparbuch (angenommene 0,1% Zinsen p.a.):
      • Eingezahlte Summe: 18 Jahre * 12 Monate * 50€ = 10.800€
      • Endsumme nach 18 Jahren: ca. 10.897€ (Du hast nur knapp 97€ Zinsen bekommen!)
    • Mit einem breit gestreuten ETF-Sparplan (angenommene 7% Rendite p.a.):
      • Eingezahlte Summe: 10.800€
      • Endsumme nach 18 Jahren: ca. 21.000€ (Du hast über 10.000€ an Rendite erzielt!)

    Siehst du den riesigen Unterschied? Über 10.000€ mehr! Und das nur, weil du eine klügere Anlageform gewählt hast. Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der die Wertentwicklung eines Index (z.B. den MSCI World, der Tausende von Unternehmen weltweit abbildet) nachbildet. Du streust dein Risiko breit und profitierst von der globalen Wirtschaft.

    Fehler 2: Zu früh alles auf den Namen des Kindes anlegen

    Es klingt logisch, das Geld direkt aufs Kind zu schreiben, um den Sparer-Pauschbetrag zu nutzen. Aber Vorsicht!

    • Die Kontrolle geht verloren: Sobald das Geld auf den Namen deines Kindes läuft (z.B. in einem Junior-Depot), gehört es rechtlich deinem Kind. Du kannst dann nicht mehr frei darüber verfügen. Wenn dein Kind mit 18 das Geld für eine Weltreise statt für das Studium ausgeben möchte, kannst du das nicht verhindern.
    • Bafög-Falle: Hat dein Kind zu viel eigenes Vermögen, kann das den Anspruch auf Bafög oder andere staatliche Förderungen mindern.

    So machst du es besser: Überlege dir gut, ob du das Geld wirklich direkt auf den Namen deines Kindes anlegen möchtest.

    • Option 1: Auf deinen Namen sparen: Du eröffnest ein Depot auf deinen Namen und legst das Geld dort an. Du hast die volle Kontrolle und kannst entscheiden, wann und wofür das Geld verwendet wird. Wenn du es später deinem Kind schenkst, kannst du die 400.000€ Schenkungssteuer Freibetrag nutzen.
    • Option 2: Eine Mischform: Du legst einen Teil des Geldes auf deinen Namen an und einen kleineren Teil, der den Sparer-Pauschbetrag deines Kindes optimal ausnutzt, auf ein Junior-Depot. So profitiert ihr von beiden Vorteilen.

    Fehler 3: Die eigene Altersvorsorge vergessen

    Das ist ein ganz wichtiger Punkt, der oft übersehen wird! Viele Eltern stecken alles in die Kinder, vergessen aber dabei ihre eigene finanzielle Absicherung.

    • Warum das ein Fehler ist: Wenn du im Alter nicht ausreichend abgesichert bist, läufst du Gefahr, später auf die finanzielle Unterstützung deiner Kinder angewiesen zu sein. Das ist eine viel größere Belastung für sie, als wenn du von Anfang an auch für dich selbst vorsorgst.
    • Das "Sauerstoffmasken-Prinzip": Denk an die Sicherheitshinweise im Flugzeug: Zuerst die eigene Maske aufsetzen, dann die der Kinder. Nur wenn es dir gut geht, kannst du auch für deine Kinder da sein.

    So machst du es besser: Priorisiere deine eigene Altersvorsorge! Auch kleine Beträge machen hier einen riesigen Unterschied. Ein ETF-Sparplan ist auch hier eine hervorragende Wahl.

    Fehler 4: Keine klare Strategie und kein Budget

    Einfach nur "sparen" ist oft nicht genug. Ohne einen Plan verläuft sich das Vorhaben schnell im Sand.

    • Kein klares Ziel: Wofür sparst du genau? Führerschein (ca. 3.000€), Studium (ca. 30.000€), erste Wohnung (ca. 10.000€)?
    • Kein festes Budget: Wenn du nicht weißt, wie viel Geld dir am Monatsende wirklich zur Verfügung steht, wird es schwierig, regelmäßig zu sparen.

    So machst du es besser: Setze dir klare Ziele und erstelle ein Budget.

    • Schritt 1: Ziele definieren. Setz dich hin und überlege, wofür du sparen möchtest und wie viel Geld du dafür ungefähr brauchst.
    • Schritt 2: Budget erstellen. Schau dir deine Einnahmen und Ausgaben an. Wo kannst du vielleicht ein bisschen sparen? Auch kleine Beträge summieren sich!
    • Schritt 3: Automatisieren. Richte einen Dauerauftrag ein, der jeden Monat eine feste Summe direkt nach Gehaltseingang auf dein Spar-Depot überweist. So wird das Sparen zur Gewohnheit und du musst nicht jeden Monat neu darüber nachdenken.

    Emotionale Hürden überwinden: Du bist nicht allein!

    Ich weiß, der Gedanke an Finanzen kann überwältigend sein, besonders wenn du schon den Kopf voll hast mit Windeln, Brei und Spielplatz-Terminen. Viele Mamas fühlen sich unsicher, denken "Ich versteh nix von Geld" oder "Das ist mir zu kompliziert". Und oft ist es so, dass der Partner sich um die Finanzen kümmert und wir uns darauf verlassen.

    Aber hey, du bist eine starke Mama! Du managst so viel im Alltag, da kannst du auch deine Finanzen in die Hand nehmen. Es geht nicht darum, ein Finanzgenie zu werden, sondern darum, die Basics zu verstehen und gute Entscheidungen für deine Familie zu treffen.

    Ermutigung und praktische Tipps für deinen Familienalltag:

    • Start small, start now: Auch 25€ oder 50€ im Monat sind ein fantastischer Anfang! Das Wichtigste ist, überhaupt anzufangen. Die Macht des Zinseszinses wirkt am besten, je länger das Geld angelegt ist.
    • Hol deinen Partner ins Boot: Finanzen sind Familiensache! Setzt euch gemeinsam hin und sprecht über eure Ziele und wie ihr sie erreichen könnt. Teilt die Verantwortung.
    • Fester Termin im Kalender: Blockiere dir einmal im Monat oder Quartal 30 Minuten, um deine Finanzen zu checken. Das ist wie ein Date mit deinem Geld – und es lohnt sich!
    • Informiere dich spielerisch: Es gibt tolle Podcasts, Blogs und Bücher, die Finanzthemen einfach erklären. Such dir das Format aus, das dir am meisten Spaß macht.
    • Sei geduldig mit dir selbst: Es ist ein Lernprozess. Nicht jeder Schritt muss perfekt sein. Wichtig ist, dass du dranbleibst.

    Deine Checkliste für den richtigen Start ins Kindersparen:

    Hier sind die wichtigsten Schritte, die du jetzt angehen kannst:

    • Eigene Altersvorsorge prüfen: Ist deine eigene Rente auf einem guten Weg? Wenn nicht, starte hier zuerst mit einem kleinen ETF-Sparplan.
    • Ziele für das Kindersparen definieren: Wofür soll das Geld sein? Wie viel wird ungefähr benötigt?
    • Budget erstellen: Woher kommt das Geld für den Sparplan? Wie viel kannst du monatlich realistisch beiseitelegen?
    • Anlageform wählen:
      • Empfehlung: Ein breit gestreuter ETF-Sparplan ist für langfristiges Sparen meist die beste Wahl.
      • Überlege, ob du ein Junior-Depot (auf den Namen des Kindes) oder ein Depot auf deinen Namen eröffnest. Denk an die Kontrolle und die Bafög-Falle!
    • Dauerauftrag einrichten: Automatisiere deine Sparrate, damit du nicht darüber nachdenken musst.
    • Sparer-Pauschbeträge nutzen: Wenn du ein Junior-Depot hast, achte darauf, den Sparer-Pauschbetrag deines Kindes (aktuell 1.000€) optimal auszunutzen.
    • Regelmäßige Überprüfung: Schau dir mindestens einmal im Jahr deine Sparpläne an. Passt noch alles? Musst du etwas anpassen?

    Du siehst, es ist gar nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick scheint. Mit ein paar bewussten Entscheidungen kannst du einen riesigen Unterschied für die finanzielle Zukunft deines Kindes machen. Und das Beste daran: Du bist dabei nicht allein.

    Fang einfach an. Jeder kleine Schritt zählt!

    Alles Liebe, Eure Anja 💚

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    Kommentare (1)

    Kommentare werden vor Veröffentlichung geprüft.

    Nicolevor etwa 1 Jahr

    Oh ja, bei uns auch so 😅 Der Finanzdschungel is echt krass, hab mir da ehrlich gesagt noch nie richtig den Kopf drum gemacht. Immer nur Kindergeld aufgebraucht...

    Anja• Antwort

    Freut mich, dass du den Dschungel jetzt entwirren willst! Viele fühlen sich überfordert, aber es ist machbar. 😉

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    Anja Fischer
    Geschrieben von

    Anja Fischer

    Mama von drei Jungs (2019, 2021, 2023) und ganz nebenbei auch noch Gästehaus-Betreiberin und Content-Creatorin. Oder in kurz: Mama und Unternehmerin. Ich teile das, was für uns funktioniert - von Tipps & Tricks aus dem Mama-Alltag über Rezepte, Bastelideen, Orga- und Finanz-Tipps und vieles vieles mehr.

    Zuletzt aktualisiert: 28. November 2024

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