Warum Zeit der größte Hebel beim Sparen für dein Kind ist
    💰 Sparen für dein Kind

    Warum Zeit der größte Hebel beim Sparen für dein Kind ist

    11 min Lesezeit
    Inhaltsverzeichnis
    21 Abschnitte

    Ihr Lieben Mamas,

    Stell dir vor, du sitzt mit deiner besten Freundin beim Kaffee. Ihr redet über den Alltag, die Kinder, die tausend Dinge, die man als Mama jongliert. Und dann kommt das Thema auf: Sparen für die Zukunft der Kleinen. Vielleicht seufzt du und denkst: "Ach, das ist alles so kompliziert, und ich hab doch kaum Zeit und Geld übrig."

    Ich verstehe dich total! Zwischen Windeln wechseln, Brei kochen, Spielplatzbesuchen und dem Versuch, selbst mal fünf Minuten Ruhe zu finden, scheint Finanzplanung ein ferner Traum zu sein. Aber genau hier möchte ich dir heute etwas ganz Wichtiges erzählen, etwas, das dein Leben und das deines Kindes langfristig einfacher machen kann: Zeit ist der größte Hebel beim Sparen für dein Kind.

    Ja, du hast richtig gehört. Nicht die Höhe des Betrags, den du jeden Monat zur Seite legen kannst, ist das Allerwichtigste, sondern wann du damit anfängst. Lass uns das mal ganz entspannt bei einer Tasse Kaffee besprechen, ohne Fachchinesisch und mit ganz viel Verständnis für deinen vollen Mama-Alltag.

    Die Magie des Zinseszinses: Dein unsichtbarer Superheld

    Hast du schon mal vom Zinseszins gehört? Das klingt vielleicht nach einem trockenen Finanzbegriff, aber stell es dir lieber wie einen Schneeball vor, den du oben auf einem Berg anstößt. Am Anfang ist er klein, aber je länger er rollt, desto mehr Schnee nimmt er auf, und desto größer und schneller wird er.

    Genau so funktioniert der Zinseszins: Du legst Geld an, dieses Geld erwirtschaftet Zinsen (oder Renditen, wenn wir von Aktien oder ETFs sprechen). Im nächsten Jahr werden nicht nur dein ursprüngliches Geld, sondern auch die bereits erwirtschafteten Zinsen wieder verzinst. Und so weiter, und so fort. Es ist wie ein Turbo für dein Erspartes!

    Ein kleines Rechenbeispiel, das dir die Augen öffnen wird

    Stellen wir uns vor, du möchtest für dein Kind sparen und schaffst es, 50 Euro im Monat beiseitezulegen. Das ist ein realistischer Betrag, oder?

    Szenario 1: Du fängst früh an (ab Geburt)

    • Dein Kind ist gerade geboren. Du legst 18 Jahre lang jeden Monat 50 Euro an.
    • Das sind insgesamt 18 Jahre * 12 Monate * 50 Euro = 10.800 Euro Eigenleistung.
    • Nehmen wir eine realistische durchschnittliche Rendite von 6% pro Jahr an (was bei langfristigen Anlagen in breit gestreute ETFs durchaus möglich ist).
    • Nach 18 Jahren hättest du durch den Zinseszins über 20.000 Euro angespart! Dein Geld hätte sich also fast verdoppelt, und das, obwohl du "nur" 10.800 Euro selbst eingezahlt hast.

    Szenario 2: Du fängst später an (z.B. wenn das Kind 8 ist)

    • Du wartest, bis dein Kind 8 Jahre alt ist. Du legst dann 10 Jahre lang jeden Monat 50 Euro an (bis zum 18. Geburtstag).
    • Das sind insgesamt 10 Jahre * 12 Monate * 50 Euro = 6.000 Euro Eigenleistung.
    • Mit derselben Rendite von 6% pro Jahr hättest du nach 10 Jahren etwa 8.200 Euro angespart.

    Siehst du den Unterschied? Obwohl du im ersten Szenario nur 4.800 Euro mehr eingezahlt hast (10.800€ vs. 6.000€), ist der Endbetrag mehr als doppelt so hoch! Das ist die unglaubliche Kraft der Zeit und des Zinseszinses. Jeder Monat, den du früher anfängst, zählt doppelt und dreifach.

    Deutsche Fakten, die dir helfen können

    Gerade in Deutschland gibt es einige Besonderheiten, die du nutzen kannst, um das Sparen für dein Kind noch effektiver zu gestalten.

    Kindergeld: Dein monatlicher Spar-Booster

    Das Kindergeld ist eine tolle Sache. Aktuell sind das 250 Euro pro Kind und Monat. Viele Familien brauchen das Geld natürlich für den laufenden Lebensunterhalt, und das ist auch völlig in Ordnung! Aber wenn du es dir leisten kannst, auch nur einen kleinen Teil davon – vielleicht 50 Euro oder sogar nur 25 Euro – direkt für dein Kind anzulegen, dann ist das ein fantastischer Startpunkt. Du merkst es kaum, aber der Zinseszins macht den Rest.

    Elterngeld: Eine Chance für den Startschuss

    Das Elterngeld ist eine super Unterstützung in der ersten Zeit nach der Geburt. Ab dem 1. April 2024 gibt es hier ein paar Änderungen, besonders für Paare mit höherem Einkommen (ab 150.000 Euro zu versteuerndem Einkommen). Aber für die meisten von uns Mamas ist es eine Zeit, in der wir vielleicht etwas weniger Einkommen haben, aber auch eine Zeit, in der wir uns intensiv mit der Zukunft unserer Kinder beschäftigen.

    Gerade wenn das Elterngeld auf deinem Konto landet, könntest du überlegen, ob ein kleiner Teil davon als Einmalanlage den Grundstein für das Depot deines Kindes legen kann. Auch hier gilt: Je früher, desto besser!

    Steuervorteile nutzen: Dein Kind als kleiner Investor

    Das ist ein Punkt, den viele nicht auf dem Schirm haben, aber er ist Gold wert! Kinder haben in Deutschland eigene Steuerfreibeträge. Das bedeutet, dass sie Kapitalerträge (also Gewinne aus Geldanlagen) bis zu einer bestimmten Höhe steuerfrei vereinnahmen können.

    • Sparer-Pauschbetrag: Jede Person, also auch dein Kind, hat einen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr. Bis zu dieser Höhe sind Kapitalerträge steuerfrei.
    • Grundfreibetrag: Zusätzlich gibt es den Grundfreibetrag, der 2024 bei 11.604 Euro liegt. Wenn dein Kind keine anderen Einkünfte hat (was bei den meisten Kindern der Fall ist), kann es also Kapitalerträge bis zu dieser Höhe plus dem Sparer-Pauschbetrag (also insgesamt 12.604 Euro) steuerfrei erzielen!

    Das ist ein riesiger Vorteil gegenüber einem Depot, das auf deinen Namen läuft, denn deine eigenen Freibeträge sind wahrscheinlich schon durch deine eigenen Anlagen ausgeschöpft. Das bedeutet, dass die Gewinne deines Kindes viel länger und viel höher steuerfrei wachsen können – wieder ein Turbo für den Zinseszins!

    Typische Fehler, die du vermeiden solltest

    Ich weiß, es gibt so viele Dinge, die uns davon abhalten können, anzufangen. Aber lass uns mal die häufigsten Stolperfallen aus dem Weg räumen.

    1. Prokrastination: "Ich mache das später, wenn ich mehr Zeit/Geld habe"

    Das ist der größte Fehler überhaupt! Wie wir beim Zinseszins gesehen haben, ist jeder Tag, jede Woche, jeder Monat, den du wartest, verlorene Zeit, die dein Geld nicht für sich arbeiten kann. Es muss nicht perfekt sein, es muss nicht viel sein – Hauptsache, du fängst an!

    2. Das Sparbuch: Dein Geld verliert an Wert

    Ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto ist toll für den Notgroschen, aber nicht zum langfristigen Sparen für dein Kind. Warum? Weil die Zinsen dort meistens so niedrig sind, dass sie nicht einmal die Inflation ausgleichen. Dein Geld verliert also schleichend an Kaufkraft. Was heute 100 Euro wert ist, ist in 18 Jahren vielleicht nur noch 60 Euro wert, wenn du es auf einem Sparbuch liegen lässt. Für langfristiges Sparen brauchen wir etwas, das mit der Wirtschaft wächst.

    3. Angst vor dem "Fachchinesisch" und "Ich versteh nix von Geld"

    Das ist eine der größten Hürden, ich weiß. Finanzthemen können einschüchternd wirken. Aber du musst kein Finanzprofi werden! Du musst nur die Grundlagen verstehen und wissen, wo du vertrauenswürdige Informationen findest. Und genau dafür bin ich ja da!

    Emotionale Hürden überwinden: Du schaffst das!

    Gerade wir Mamas haben oft das Gefühl, dass wir uns um alles kümmern müssen, aber bei Finanzen fühlen wir uns manchmal unsicher oder überfordert.

    "Das ist mir zu kompliziert / Ich versteh nix von Geld"

    Glaub mir, du bist nicht allein mit diesem Gefühl. Viele Frauen wurden historisch nicht dazu ermutigt, sich mit Finanzen zu beschäftigen. Aber das ist vorbei! Du bist intelligent, du managest einen ganzen Haushalt und kleine Menschen – du kannst auch deine Finanzen managen. Fang klein an, lerne Schritt für Schritt. Du musst nicht alles auf einmal wissen.

    "Ich habe Angst, Fehler zu machen und Geld zu verlieren"

    Diese Angst ist menschlich. Aber es gibt Wege, Risiken zu minimieren. Mit einer langfristigen Anlagestrategie und breiter Streuung (dazu gleich mehr) sind die Risiken deutlich geringer, als wenn du auf einzelne Aktien setzt. Und der größte Fehler ist oft, gar nichts zu tun.

    "Mein Mann macht das / Er kümmert sich darum"

    Das höre ich oft, und ich verstehe, dass man Aufgaben im Haushalt aufteilt. Aber deine finanzielle Unabhängigkeit und das Wissen über die Finanzen deines Kindes sind unglaublich wichtig. Was, wenn dein Mann plötzlich nicht mehr da ist oder ihr euch trennt? Du musst handlungsfähig sein. Es ist dein Kind, und du hast ein Recht darauf, zu verstehen, wie sein Geld angelegt wird. Setzt euch zusammen, lernt gemeinsam oder lass es dir von ihm erklären. Aber bleib nicht außen vor!

    Praktische Tipps: So legst du los!

    Jetzt wird's konkret! Du musst keine riesigen Sprünge machen. Kleine, konsequente Schritte sind der Schlüssel.

    1. Fang klein an – wirklich klein!

    Du hast keine 50 Euro im Monat übrig? Kein Problem! Fang mit 25 Euro an. Oder mit 10 Euro. Ja, auch das macht einen Unterschied! Wichtig ist der Start. Wenn du später mehr übrig hast, kannst du den Betrag immer noch erhöhen.

    2. Automatisiere deine Sparrate

    Richte einen Dauerauftrag ein. Am besten direkt am Monatsanfang, wenn das Gehalt oder Kindergeld kommt. So wird das Geld automatisch abgezogen, bevor du es für andere Dinge ausgeben kannst. "Aus den Augen, aus dem Sinn" – aber im positiven Sinne!

    3. Wähle die richtige Anlageform: ETFs sind deine besten Freunde

    Vergiss das Sparbuch. Für langfristiges Sparen sind ETFs (Exchange Traded Funds) die beste Wahl für die meisten von uns.

    • Was sind ETFs? Stell dir einen ETF wie einen großen Korb vor, der ganz viele verschiedene Aktien enthält. Wenn du einen ETF kaufst, kaufst du quasi einen kleinen Anteil an diesem Korb. Der bekannteste ETF bildet zum Beispiel den MSCI World Index ab, der Aktien von über 1.600 Unternehmen aus Industrieländern weltweit enthält.
    • Warum ETFs?
      • Breite Streuung: Dein Risiko ist minimiert, weil du nicht nur in eine Firma investierst, sondern in Hunderte oder Tausende. Geht es einer Firma schlecht, fangen andere das auf.
      • Geringe Kosten: ETFs sind sehr günstig, weil sie einfach einen Index nachbilden und keine teuren Fondsmanager brauchen.
      • Einfachheit: Du musst keine einzelnen Aktien auswählen. Du kaufst einfach den ETF und lässt ihn arbeiten.
      • Langfristig erfolgreich: Über lange Zeiträume (10+ Jahre) haben breit gestreute ETFs historisch immer positive Renditen erzielt.

    4. Eröffne ein Kinderdepot

    Ein Kinderdepot (oft auch Juniordepot genannt) ist ein Depot, das auf den Namen deines Kindes läuft, aber von dir als Elternteil verwaltet wird.

    • Vorteile:
      • Nutzung der Steuerfreibeträge des Kindes: Wie oben erklärt, kann dein Kind so viel mehr Kapitalerträge steuerfrei erzielen.
      • Geld gehört dem Kind: Das angesparte Geld gehört rechtlich deinem Kind. Das ist gut, falls du selbst mal in finanzielle Schwierigkeiten gerätst (z.B. durch eine Privatinsolvenz) – das Geld deines Kindes ist geschützt.
    • Nachteil:
      • Volle Verfügung ab 18: Wenn dein Kind 18 wird, hat es vollen Zugriff auf das Geld. Das kann ein Segen sein, wenn es verantwortungsvoll damit umgeht, oder ein Fluch, wenn es das Geld für Dinge ausgibt, die du nicht vorgesehen hast (z.B. ein teures Auto statt Studium). Du kannst im Vorfeld mit deinem Kind darüber sprechen und es aufklären.

    Wo eröffnen? Viele Direktbanken bieten Kinderdepots an, oft sogar mit kostenlosen Sparplänen. Ein Vergleich lohnt sich!

    Deine Checkliste für den Start:

    1. Informiere dich: Lies diesen Artikel noch einmal in Ruhe. Schau dir ein kurzes Video zum Thema ETFs an.
    2. Entscheide dich für einen Betrag: Wie viel kannst du realistisch jeden Monat entbehren? Auch 10 oder 25 Euro sind ein Anfang!
    3. Wähle eine Bank: Vergleiche Anbieter für Kinderdepots (z.B. DKB, Comdirect, Consorsbank). Achte auf kostenlose Depotführung und kostenlose Sparpläne.
    4. Eröffne das Kinderdepot: Das geht meist online und dauert nicht lange. Du benötigst die Geburtsurkunde deines Kindes und deine Ausweisdokumente.
    5. Richte einen ETF-Sparplan ein: Wähle einen breit gestreuten ETF (z.B. auf den MSCI World oder FTSE All-World Index). Lege den monatlichen Betrag fest und das Ausführungsdatum.

    Fazit: Du bist die Heldin deines Kindes!

    Ihr Lieben Mamas, ich weiß, das war jetzt viel Input. Aber ich hoffe, ich konnte dir zeigen, dass Sparen für dein Kind nicht kompliziert oder beängstigend sein muss. Es ist eine der größten Liebeserklärungen, die du deinem Kind machen kannst. Du musst keine Finanzexpertin sein, um eine fantastische Zukunft für dein Kind zu gestalten. Du musst nur anfangen und die Zeit für dich arbeiten lassen.

    Jeder kleine Schritt, den du heute machst, ist ein riesiger Sprung für die Zukunft deines Kindes. Und du bist absolut in der Lage, das zu tun. Vertrau auf deine Stärke und deine Intuition als Mama.

    Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Finanzielle Entscheidungen solltest du immer auf Basis deiner individuellen Situation und nach Rücksprache mit einem unabhängigen Finanzberater treffen.

    Alles Liebe, Eure Anja 💚

    Hat dir dieser Artikel gefallen?

    Teile ihn mit anderen Eltern, die davon profitieren!

    Kommentare

    Kommentare werden vor Veröffentlichung geprüft.

    Noch keine Kommentare. Sei der/die Erste!

    14 Inhalte jede Woche – gratis

    Kein Spam, versprochen!

    Jede Woche in deinem Postfach:

    💬Jugendwort🍳Rezept✂️Bastelidee🎄Feiertage✍️Blog-Artikel💡Alltagshelfer🎉Schulferien🏃Fitness-Tipp💊Supplement🎯Quiz🗓️Organisation💰Finanzen📚Bücher
    🎁+ Gewinnspiele exklusiv für Abonnenten
    Anja Fischer
    Geschrieben von

    Anja Fischer

    Mama von drei Jungs (2019, 2021, 2023) und ganz nebenbei auch noch Gästehaus-Betreiberin und Content-Creatorin. Oder in kurz: Mama und Unternehmerin. Ich teile das, was für uns funktioniert - von Tipps & Tricks aus dem Mama-Alltag über Rezepte, Bastelideen, Orga- und Finanz-Tipps und vieles vieles mehr.

    Zuletzt aktualisiert: 14. April 2024

    Weitere Artikel aus dieser Kategorie